Handyspionage bei Politikern: BSI warnt Abgeordnete und Regierungsmitglieder
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:16 Uhr | Redaktion boerse-global.deBundesdigitalminister Karsten Wildberger hat im ARD-Format „Bericht aus Berlin“ einen mutmaßlichen Hackerangriff auf Mobiltelefone von Bundestagsabgeordneten und Mitgliedern der Bundesregierung bestätigt. Ausgangspunkt der Warnung war ein Hinweis des Smartphone-Herstellers Apple, wonach bestimmte Geräte möglicherweise durch Spionagesoftware kompromittiert worden seien.
BSI informiert Betroffene und rät zur Vorsicht
Nach Bekanntwerden des Vorfalls reagierte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 1. November 2026 und kontaktierte alle Betroffenen auf schriftlichem Weg.
Das Bundesamt bestätigte den möglichen Cyberangriff auf die Geräte der Parlamentarier sowie Regierungsvertreter und übermittelte konkrete Handlungsempfehlungen. Unter anderem riet die Behörde den Betroffenen dazu, vorsorglich von einer tatsächlichen Kompromittierung des jeweiligen Smartphones auszugehen.
Erste Alarmsignale hatte Apple am 29. Oktober 2026 ausgelöst. Seit diesem Donnerstag erhielten Nutzer betroffener iPhones sogenannte Bedrohungsbenachrichtigungen über einen erkannten Angriff mit kommerzieller Spionagesoftware, wie aus einem Schreiben des BSI hervorgeht.
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Der US-Konzern stuft diese Systemmeldungen als hochverlässliche Warnungen vor gezielten Attacken ein. Ob ein solcher Angriff jedoch tatsächlich erfolgreich war, geht aus den automatisierten Benachrichtigungen des Konzerns nicht hervor.
Ausmaß und Urheber des Angriffs unklar
Bislang ist unklar, ob die Angreifer mit ihrem Versuch erfolgreich waren und ob vertrauliche Daten kopiert oder entwendet wurden. Weder das BSI noch der Hersteller machten hierzu nähere Angaben. Auch welche Politikerinnen und Politiker namentlich betroffen sind, wurde von den Sicherheitsbehörden nicht öffentlich bekannt gegeben.
Bundesdigitalminister Wildberger nannte keine weiteren technischen Details zum Ablauf des Vorfalls, zeigte sich jedoch besorgt. Spionagesoftware auf Mobilgeräten existiere zwar schon seit längerer Zeit, stelle aber weiterhin ein ernstzunehmendes Problem dar.
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Der Minister hob zudem hervor, dass die Attacke nicht den deutschen Behörden aufgefallen sei, sondern direkt durch den Gerätehersteller aufgedeckt wurde. Spekulationen, wonach der Vorfall auf einen Angriff mithilfe von künstlicher Intelligenz zurückzuführen sei, bezeichnete Wildberger als spekulativ.
Über die Urheber der Spionageaktion gibt es bislang keine gesicherten amtlichen Feststellungen. Digitalstaatssekretär Thomas Jarzombek erklärte jedoch, es stecke hinter dem Vorgehen wahrscheinlich die Absicht von Diensten anderer Länder. Die Untersuchungen zu dem Vorfall und den betroffenen Geräten dauern an.
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