Hamburg, Finanzsenator

Hamburg: Finanzsenator kündigt 400-Millionen-Euro-Sparpaket an

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hamburg weist 2025 einen kleineren Verwaltungsüberschuss aus, während der Gesamtkonzern ins Minus rutscht und die Schulden weiter steigen.

Hamburgs Bilanz 2025: Überschuss sinkt, Konzern macht Verlust
Die Hamburger Skyline bei Dämmerung mit Fokus auf die moderne Architektur der HafenCity und die Elbe. Illustration mit AI erstellt.

Der Hamburger Senat hat am heutigen Dienstag den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 verabschiedet. Die Bilanz der Kernverwaltung weist für das vergangene Jahr einen Jahresüberschuss von 47 Millionen Euro aus. Damit verzeichnet die Stadt einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Überschuss von 1.015 Millionen Euro erzielt worden war.

Während die Kernverwaltung ein positives Ergebnis beibehält, verbuchte der gesamte Konzern Hamburg, der auch die städtischen Unternehmen umfasst, einen Fehlbetrag.

Entwicklung der Kernverwaltung und des Konzernabschlusses

Finanzsenator Dressel stellte den Bericht vor, aus dem hervorgeht, dass das bereinigte Jahresergebnis der Kernverwaltung bei 582 Millionen Euro liegt. Im Jahr 2024 hatte dieser Wert noch 435 Millionen Euro betragen.

Trotz des geringeren nominalen Überschusses im Vergleich zum Vorjahr konnten der Allgemeinen Rücklage 436 Millionen Euro zugeführt werden. Damit stieg der Bestand der Rücklage auf 3,256 Milliarden Euro an. Die sogenannte Konjunkturposition wird im Bericht mit 6,4 Milliarden Euro angegeben.

Im Gegensatz zur Kernverwaltung schloss der Konzern Hamburg das Jahr 2025 mit einem Verlust von 142 Millionen Euro ab. Dies stellt eine erhebliche Verschlechterung zum Vorjahr dar, als noch ein Überschuss von 729 Millionen Euro erwirtschaftet wurde.

Parallel dazu stieg die Konzernverschuldung auf 46,7 Milliarden Euro an, nachdem sie im Jahr zuvor bei 43,9 Milliarden Euro gelegen hatte. Die Anzahl der Beschäftigten im Konzern erreichte fast 157.000 Personen, was einem Zuwachs von 10 Prozent innerhalb der letzten vier Jahre entspricht.

Anzeige

Angesichts der geplanten Einsparungen von 400 Millionen Euro pro Jahr und möglicherweise steigender Kita-Gebühren werden viele Hamburger Familien unsicher, was auf sie zukommt. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, welche Sozialleistungen Ihnen zustehen, wie Sie Kita-Zuschüsse beantragen und welche Alternativen es gibt. Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern

Investitionsschwerpunkte und Kreditaufnahme

Die Investitionstätigkeit der Stadt weitete sich im Berichtszeitraum aus. Die Kernverwaltung investierte 2,364 Milliarden Euro, was einer Steigerung um 531 Millionen Euro entspricht. Im gesamten Konzern Hamburg lagen die Investitionen bei über 8 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Teil dieser Mittel, insgesamt 749 Millionen Euro, floss in den Ausbau der U-Bahn, insbesondere in das Projekt U5.

Zur Finanzierung der Vorhaben sowie des laufenden Haushalts griff die Stadt auf Kredite zurück. Die Nettokreditaufnahme der Kernverwaltung belief sich im Jahr 2025 auf 1,979 Milliarden Euro. Damit blieb die Verwaltung deutlich unter der bestehenden Ermächtigungsgrenze von 8,755 Milliarden Euro.

Steigende Sozialausgaben und künftige Sparzwänge

Der Geschäftsbericht verdeutlicht einen signifikanten Anstieg der Ausgaben in den Bereichen Personal und Soziales. Die Personalausgaben der Kernverwaltung erhöhten sich um 458 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Transferleistungen um 475 Millionen Euro.

Anzeige

Die Stadt plant Kürzungen bei Sozialleistungen – doch viele Familien wissen nicht, welche Ansprüche sie bereits haben. Unser Ratgeber erklärt die geplanten Änderungen und gibt konkrete Tipps, wie Sie finanzielle Spielräume nutzen können. Ratgeber zu Sozialleistungen jetzt anfordern

Innerhalb der Sozialleistungen verzeichneten verschiedene Bereiche deutliche Zuwächse: Die Kosten für Kitas stiegen um 10 Prozent, die Ausgaben für Rehabilitation um 9 Prozent. Bei den Hilfen zur Erziehung gab es ein Plus von 13 Prozent, während die Hilfe zur Pflege um 10 Prozent zunahm.

Angesichts dieser Entwicklung kündigte der Finanzsenator Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung an. Der Senat plant Einsparungen in Höhe von jährlich 400 Millionen Euro. Der Finanzsenator stellte dabei Kürzungen bei Sozialleistungen in Aussicht. Zudem könnten die Kita-Gebühren für zahlreiche Familien erheblich steigen, um die finanzielle Stabilität der Stadt künftig zu sichern.

Mehr zum Thema bei ZEIT Online: „Finanzen: Hamburg erzielt 47 Millionen Euro Überschuss im Jahr 2025“

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70039721 |