Halos, Robotics

Halos for Robotics: NVIDIA bringt Sicherheitssystem für humanoide Roboter

24.06.2026 - 01:40:11 | boerse-global.de

NVIDIA präsentiert mit Halos for Robotics ein Sicherheitssystem für Industrieroboter. Agility Robotics setzt die Technologie bereits ein.

NVIDIA Halos: Neues Sicherheitssystem für humanoide Roboter
Halos - A humanoid robot, Digit, stands in a warehouse next to a human worker, illustrating safe collaboration in an industrial setting. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

NVIDIA will mit „Halos for Robotics" den sicheren Einsatz von Robotern in der Arbeitswelt ermöglichen.

Der Chipkonzern stellte am 22. Juni ein umfassendes Sicherheitssystem vor, das speziell für physische KI entwickelt wurde. Die Architektur überträgt bewährte Sicherheitsprotokolle aus dem Bereich des autonomen Fahrens auf humanoide Roboter und Industrieautomaten. Ziel ist es, dass diese Maschinen künftig sicher in dynamischen Umgebungen neben Menschen arbeiten können.

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Vier Säulen für mehr Sicherheit

Das Halos-System besteht aus vier Hauptkomponenten: der IGX-Thor-Rechenplattform, der Holoscan-Sensor-Bridge, dem Halos-Betriebssystem und dem AI Systems Inspection Lab. Die IGX-Thor-Hardware bildet das Fundament und liefert bis zu 2.070 FP4 TFLOPs Rechenleistung bei 128 GB Arbeitsspeicher. Mit 14 ARM-Kernen und über 22.000 Sicherheitsmechanismen – darunter eine dedizierte „Safety Island" – erfüllt sie die Anforderungen der Sicherheitsnorm IEC 61508 SIL 3.

Das Betriebssystem Halos OS umfasst den Halos Core sowie den Outside-In Safety Blueprint. Halos Core ist sowohl für reines Linux als auch für eine Kombination aus Linux und QNX verfügbar. Der Outside-In Safety Blueprint ermöglicht Robotern, Daten externer Kameras und Sensoren für Entscheidungen in Echtzeit zu nutzen. Statt bei Hindernissen einfach stehenzubleiben, können die Maschinen nun dynamisch und sicher um menschliche Arbeiter herum navigieren.

Erster kommerzieller Einsatz bei Agility Robotics

Agility Robotics ist der erste kommerzielle Anwender des Halos-Systems. Das Unternehmen integriert die Technologie in seinen humanoiden Roboter Digit, der bereits bei großen Logistik- und Fertigungspartnern im Einsatz ist – darunter Amazon, GXO, Schaeffler und Toyota Motor Manufacturing Canada.

Die Führung von Agility Robotics betont, dass die Integration dieser Sicherheitsarchitektur es humanoiden Robotern ermöglicht, komplexe und unvorhersehbare Umgebungen zu bewältigen. NVIDIA selbst verweist auf über 18.600 Entwicklerjahre im Bereich der Sicherheit autonomer Fahrzeuge, die in das System eingeflossen sind. Die technische Basis umfasst 21 Milliarden Sicherheitstransistoren, über sieben Millionen Zeilen sicherheitsspezischen Codes und 22.000 Sicherheitsmonitore.

Zertifizierungs-Ökosystem für die Industrie

Um die Kommerzialisierung sicherer Robotik zu unterstützen, hat NVIDIA das AI Systems Inspection Lab eingerichtet. Die Einrichtung ist nach ISO/IEC 17020 akkreditiert und bietet Zertifizierungsdienstleistungen für Standards wie IEC 61508 und ISO 13849 an.

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Für die Validierung und Verbreitung des Systems hat NVIDIA Partnerschaften mit internationalen Zertifizierungsstellen geschlossen, darunter TÜV Rheinland, UL Solutions, TÜV SÜD, exida, SGS und CertX. Zu den Industrie- und Komponentenpartnern zählen Advantech, Infineon, NXP, STMicroelectronics, Texas Instruments und Lattice Semiconductor. Die Rechner- und Softwareunterstützung erfolgt in Zusammenarbeit mit QNX, Amazon FreeRTOS und Acontis.

Milliardenmarkt in Sicht

Die Einführung von Halos for Robotics erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Analysten dem Markt für humanoide Roboter enormes Wachstum prognostizieren. Schätzungen von Barclays zufolge könnte dieser Markt bis 2035 einen Umsatz von 200 Milliarden Euro erreichen. NVIDIA und seine Partner sehen etablierte Sicherheitsrahmen als entscheidende Voraussetzung für diese Größenordnung – schließlich bewegen sich Roboter zunehmend aus isolierten Industriezonen in gemeinsame Arbeitsbereiche mit Menschen.

Entwickler können bereits jetzt auf den Halos Core im Early-Access-Programm zugreifen. Weitere Ressourcen auf GitHub sollen die Integration der Sicherheitsprotokolle in verschiedene Roboterformen erleichtern.

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