Halide, Mark

Halide Mark III: Profi-Kamera-App mit integriertem RAW-Editor

27.05.2026 - 23:39:46 | boerse-global.de

Lux Optics veröffentlicht Halide Mark III mit integriertem RAW-Editor und filmischen Looks, die einen Gegenpol zur KI-Fotografie setzen.

Halide Mark III: Profi-Kamera-App mit integriertem RAW-Editor - Foto: über boerse-global.de
Halide Mark III: Profi-Kamera-App mit integriertem RAW-Editor - Foto: über boerse-global.de

Die unabhängige Entwicklerfirma Lux Optics hat eine Komplettüberholung ihrer Profi-Kamera-App veröffentlicht – mit filmischen Looks und einem integrierten RAW-Editor für anspruchsvolle Workflows.

Seit dem 27. Mai 2026 ist Halide Mark III offiziell verfügbar. Die dritte Hauptversion der beliebten Kamera-App für iPhone und iPad markiert einen strategischen Wendepunkt: Erstmals beschränkt sich die Software nicht auf die reine Bildaufnahme, sondern bietet eine vollständige Suite an Nachbearbeitungswerkzeugen. Die Version 3.0.0 führt ein neues Benutzerinterface und das sogenannte „Photo Lab" ein – eine spezialisierte Entwicklungsumgebung für RAW-Daten, die sowohl von mobilen Sensoren als auch von professionellen externen Kameras stammen.

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Film-Ästhetik ohne künstliche Intelligenz

Herzstück der Mark-III-Version sind die „Halide Looks": physikalisch präzise Bildprofile, die in Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Coloristen Cullen Kelly entstanden sind. Sie sollen filmische Ästhetik liefern, ohne die hohe Dynamik (HDR) zu opfern. Fünf Profile sind zum Start verfügbar: Valencia, Rembrandt, Nova, Zephyr und Chroma Noir.

Damit setzt Lux Optics bewusst einen Gegenakzent zum Branchentrend. Während die Konkurrenz auf aggressive KI und Rechenleistung setzt, bleibt Halide seinem „Process Zero"-Ansatz treu. Dieses System umgeht die typische Smartphone-Bildverarbeitung und produziert Aufnahmen, die das überschärfte oder „plastikartige" Aussehen vermeiden, das moderne Mobilgeräte oft erzeugen. Die Entwickler betonen: Die neuen Looks verhalten sich wie physisches Filmmaterial – sie reagieren auf Licht und Schatten mit echtem Korn und Lichthöfen, die der optischen Realität folgen, nicht algorithmischen Schätzungen.

Ergänzt wird das Ganze durch dedizierte Zeit- und ISO-Prioritätsmodi. Zusammen mit einem neuen analogen Belichtungsmesser sollen sie professionellen Fotografen die Kontrolle bieten, die sonst nur DSLR- oder spiegellosen Systemkameras vorbehalten ist.

Das Photo Lab: RAW-Workflow für Profis

Die wichtigste funktionale Neuerung ist das „Photo Lab" – ein integrierter Editor, der speziell für RAW- und ProRAW-Formate optimiert wurde. Bisher konzentrierte sich Halide fast ausschließlich auf die Aufnahmephase. Das Photo Lab enthält eine „Quick Edit"-Funktion, die den mobilen Workflow beschleunigt: Anwender können Anpassungen und „Looks" direkt nach der Aufnahme anwenden.

Lux Optics positioniert das iPhone damit als zentrales Werkzeug für professionelle Digitalfotografie. Die App unterstützt jetzt in einer Beta-Phase den Import von RAW-Dateien externer Kamerahersteller – darunter Canon, Sony, Nikon, Leica, Fujifilm und Hasselblad. DNG- und RAW-Dateien dieser Marken lassen sich direkt im Photo Lab verarbeiten. Die Strategie zielt auf Fotografen, die mobile Geräte als mobile Workstations für die Feldarbeit nutzen.

Auch die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet. Das neue Design trägt den Namen „Liquid Glass" und nutzt transluzente Elemente sowie flüssige Animationen, um die Bildschirmfläche optimal auszunutzen. Für die professionelle Bildgestaltung stehen neue Kompositionshilfen zur Verfügung: der Goldene Schnitt, Seitenverhältnisse wie 3:2, 1:1 und das kinematografische 65:24-Panoramaformat. Ein dynamischer Guide für Instagram-Inhalte hilft Creatorn, Aufnahmen gezielt für soziale Medien zu komponieren.

Unternehmensumbruch und Wettbewerbsumfeld

Die Veröffentlichung von Halide Mark III fällt in eine phase des Umbruchs bei Lux Optics. Bereits im Januar 2026 verließ Mitgründer Sebastiaan de With das Unternehmen, um zu Apple zu wechseln. Berichten zufolge hatte Apple zuvor eine Übernahme der App oder ihrer Technologie erwogen. Der Wechsel verlief jedoch nicht reibungslos: De With wurde später aus seiner neuen Position entlassen, nachdem eine interne Untersuchung finanzielle Unregelmäßigkeiten zutage gefördert hatte.

Der Launch kommt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem Apple selbst große Software-Updates vorbereitet. Erst am 26. Mai 2026 berichteten Branchenanalysten, dass das kommende iOS 27 ein massives Update des „Image Playground"-Tools enthalten wird – mit neuen Foundation-Modellen zur Text-zu-Bild-Generierung. Während Apple auf generative KI setzt, geht Lux Optics den entgegengesetzten Weg: Die Nische der „KI-freien" Fotografie, die traditionelle Techniken bevorzugt, wird konsequent ausgebaut.

Weitere Berichte vom 26. Mai deuten darauf hin, dass iOS 27 auch ein neu gestaltetes Siri-Interface mit dunklem Farbschema und Integration von Googles Gemini-Modellen für Konversationsfähigkeiten enthalten wird. Diese systemweite Verschiebung hin zu automatisierter Assistenz und generativen Werkzeugen unterstreicht die zunehmende Kluft zwischen der nativen iOS-Erfahrung und professionellen Drittanbieter-Tools wie Halide.

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Preise und technische Voraussetzungen

Halide Mark III steht als kostenloses Upgrade für alle Besitzer von Mark II und bestehende Abonnenten zur Verfügung. Für Neukunden bietet Lux Optics ein flexibles Preismodell: Die App kann für einen einmaligen Betrag von rund 55 Euro erworben werden. Alternativ gibt es Abonnement-Optionen für etwa 18,50 Euro pro Jahr oder 9,20 Euro pro Monat. Eine siebentägige Testphase ermöglicht es Interessenten, das neue Photo Lab und die Looks-Engine auszuprobieren.

Technisch setzt die App ein Gerät mit iOS 18.0 oder iPadOS 18.0 oder neuer voraus. Optimiert für die aktuelle Hardware, dürfte sie von künftigen Fortschritten bei mobilen Sensoren profitieren. Branchengerüchte aus dem späten Mai 2026 deuten auf die Veröffentlichung des iPhone 18 Pro im September 2026 hin – mit einer 48-Megapixel-Fusionskamera, variabler Blende und einem neuen 2-Nanometer-A20-Pro-Chip.

Ausblick: Die Spaltung des mobilen Fotomarktes

Die Veröffentlichung von Halide Mark III verdeutlicht eine wachsende Spaltung im Markt der mobilen Bildbearbeitung. Auf der einen Seite stehen Plattformbetreiber wie Apple, die mit Tools wie Image Playground und den kommenden iOS-27-Funktionen auf hochautomatisierte, generative KI-Erlebnisse setzen. Auf der anderen Seite finden unabhängige Entwickler Erfolg, indem sie die „analoge" Seele der Fotografie verfeinern – mit Fokus auf RAW-Daten, manuelle Belichtung und die physikalischen Eigenschaften von Licht.

Je mehr sich mobile Hardware den Fähigkeiten professioneller Kameras annähert – die gemunkelte variable Blende und die fortschrittlichen Chips für den iPhone-Zyklus im Herbst 2026 sprechen Bände –, desto stärker definiert sich die Rolle spezialisierter Software wie Halide über ihre Verarbeitungsphilosophie. Mit der Integration von Profi-Kameramarken wie Leica und Hasselblad positioniert Lux Optics Halide nicht mehr nur als Kamera-App, sondern als tragbare digitale Dunkelkammer für die gesamte Fotobranche.

Ob dieser Ansatz aufgeht, hängt davon ab, ob professionelle Nutzer weiterhin die Authentizität von „Process Zero" über den Komfort systemintegrierter generativer KI stellen. Die Apple Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni 2026 wird zeigen, wie Apple selbst die Brücke zwischen automatisierter Bilderzeugung und den manuellen Profi-Steuerungen schlagen will – die Halide nun deutlich ausgebaut hat.

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