Halbleiter-Design: Siemens integriert Nvidias Fuse EDA AI Agent
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologiekonzern Siemens und der Chiphersteller Nvidia haben eine Erweiterung ihrer strategischen Partnerschaft bekannt gegeben. Im Zentrum der Kooperation steht die Einführung von selbstverifizierenden, agentenbasierten KI-Workflows für das Design von Halbleitern und Leiterplatten (PCB). Ziel der Zusammenarbeit ist es, durch den Einsatz autonom agierender KI-Systeme die Effizienz und Zuverlässigkeit in der komplexen Elektronikentwicklung signifikant zu steigern.
Integration von agentenbasierter KI in die Halbleiterentwicklung
Ein zentraler Bestandteil der erweiterten Partnerschaft ist die Integration des sogenannten Fuse EDA AI Agent in die Entwicklungsumgebungen von Siemens. Dieser KI-Assistent greift auf eine Reihe von Nvidia-Technologien zurück, darunter das NeMo Gym, verschiedene Nemotron-Modelle sowie OpenShell und die CUDA-X-Bibliotheken. Durch diese Einbindung sollen Ingenieure in der Lage sein, kontinuierlich validierte und vertrauenswürdige Entwicklungsergebnisse zu erzielen.
Der Fuse EDA AI Agent ist zudem an das Intelligence Center X von Siemens angebunden. Dieser Ansatz ermöglicht es den KI-Systemen, nicht nur Entwürfe zu erstellen, sondern diese auch eigenständig zu überprüfen. Die agentenbasierten Workflows sind darauf ausgelegt, komplexe Aufgaben im Engineering-Prozess autonom zu übernehmen und dabei sicherzustellen, dass die Ergebnisse den hohen Qualitätsanforderungen der Halbleiterindustrie entsprechen.
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Massive Leistungssteigerungen in der Solido-Suite
Im Zuge der Technologie-Integration wurden deutliche Performance-Gewinne für die Solido-Produktfamilie von Siemens gemeldet. Die Solido Characterization Suite erzielt laut Unternehmensangaben eine mehr als zehnfache Beschleunigung bei der Library-Charakterisierung. Gleichzeitig konnten die Kosten für sogenannte KI-Tokens um den Faktor 5 bis 10 gesenkt werden, was die wirtschaftliche Effizienz der KI-gestützten Entwicklung verbessert.
Weitere Fortschritte verzeichnet die Software Solido Spice, die durch die Integration von Nvidia-Grafikprozessoren (GPUs) ebenfalls eine zehnfache Geschwindigkeitssteigerung erfährt. Zusätzlich stellte Siemens den Solido Layout Analyzer vor. Dieses neue Werkzeug ermöglicht es Entwicklern, mittels natürlicher Spracheingabe (Natural Language Prompting) mit der Software zu interagieren und Designanalysen durchzuführen.
Erweiterung der Validierungswerkzeuge und Hardware-Unterstützung
Neben den Design-Tools wird auch das Questa One Agentic Toolkit erweitert. Hier kommt künftig das Modell Nemotron 3 Ultra zum Einsatz, welches nach Angaben von Nvidia eine führende Rolle unter den offenen Modellen für die agentenbasierte Codierung von Hardware-Beschreibungssprachen (RTL) einnimmt.
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Nvidia selbst baut sein offer für autonome KI-Ingenieure parallel dazu weiter aus. Das Unternehmen ergänzte sein Agent Toolkit um PhysicsNeMo und spezifische CUDA-X-Bibliotheken, um physikalische Simulationen tiefer in die KI-Workflows zu integrieren. Neben Siemens nutzen auch andere Branchengrößen wie Cadence, Synopsys, Samsung, Silvaco und Keysight die Technologien von Nvidia, um die Automatisierung im Chipdesign voranzutreiben.
Timothy Costa von Nvidia und Amit Gupta von Siemens unterstrichen im Rahmen der Ankündigung die Bedeutung dieser Entwicklung. Während Costa auf die neuen Möglichkeiten für autonome KI-Entwickler verwies, hob Gupta die Bedeutung der validierten Ergebnisse für die Halbleiterbranche hervor. Die Zusammenarbeit markiert einen weiteren Schritt hin zu einer weitgehend automatisierten Entwicklungsumgebung, in der KI-Agenten komplexe Design- und Verifizierungsschritte eigenständig koordinieren.
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