Halbleiter-Boom, TSMC

Halbleiter-Boom: TSMC erhöht Investitionen auf 56 Mrd. Euro

04.06.2026 - 08:41:32 | boerse-global.de

TSMC-Chef warnt vor anhaltender Chip-Knappheit für KI-Anwendungen. Der Konzern plant Rekordinvestitionen von 56 Milliarden Euro und steigert den Gewinn um 58 Prozent.

Halbleiter-Boom: TSMC erhöht Investitionen auf 56 Mrd. Euro - Bild: über boerse-global.de
Halbleiter-Boom: TSMC erhöht Investitionen auf 56 Mrd. Euro - Bild: über boerse-global.de

Auf der Hauptversammlung am 4. Juni in Hsinchu erklärte CEO C.C. Wei, dass die globale Chip-Produktion den rasant steigenden Bedarf an KI-Anwendungen auf absehbare Zeit nicht decken könne. Selbst die geplanten Fabrikerweiterungen in den USA würden nicht ausreichen, um die Nachfrage nach Hochleistungs-Chips zu befriedigen.

Rekordinvestitionen trotz Lieferengpässen

Trotz der angespannten Versorgungslage zeigt sich der taiwanische Konzern optimistisch. TSMC bestätigte für 2026 ein Umsatzwachstum von über 30 Prozent. Grund dafür sind die massiven Investitionen globaler Tech-Konzerne: Rund 725 Milliarden Euro fließen in diesem Jahr in KI-Infrastruktur.

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Um den Bedarf zu decken, erhöht TSMC seine eigenen Ausgaben drastisch. Die Investitionen für 2026 sollen auf bis zu 56 Milliarden Euro steigen – ein Plus von 27 bis 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Finanziert wird dies teilweise durch Vorauszahlungen der Kunden, darunter rund 6,7 Milliarden Euro von Nvidia. „Diese Zahlungen haben den Druck der enormen Investitionen nur teilweise abgefedert“, räumte Wei ein.

Die Macht der KI-Chips

Der globale Halbleitermarkt wird 2026 voraussichtlich einen Jahresumsatz von 975 Milliarden Euro erreichen. Eine erstaunliche Entwicklung zeigt sich dabei im Produktmix: KI-spezifische Chips machen weniger als 0,2 Prozent der Stückzahlen aus, erwirtschaften aber fast die Hälfte der gesamten Branchenumsätze.

TSMC konzentriert sich besonders auf die Fertigung in den 3-Nanometer- und 2-Nanometer-Verfahren, die extrem nachgefragt sind. Um die Kosten zu managen, erwägt der Konzern deutliche Preiserhöhungen. Berichten zufolge könnten 3-Nanometer-Chips in der zweiten Jahreshälfte 2026 bis zu 15 Prozent teurer werden. Diese Anpassungen sollen die Margenverluste durch die teure Expansion ins Ausland ausgleichen.

Expansion auf drei Kontinenten

TSMC baut derzeit neue Fabriken in Arizona, Japan und Deutschland. Doch die internationalen Projekte werden die Profitabilität belasten. Finanzprognosen zufolge könnten die Auslandsstandorte ab Ende 2026 die Bruttomarge um zwei bis drei Prozentpunkte drücken – ein Effekt, der bis 2027 anhalten dürfte.

Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch die Stärke des Konzerns: Im ersten Quartal 2026 stieg der Gewinn auf umgerechnet rund 16,2 Milliarden Euro – ein Plus von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge lag zwischen 63 und 65 Prozent, das langfristige Ziel bleibt bei über 56 Prozent.

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Engpässe bis 2030?

Der Mangel an Spezial-Hardware beschränkt sich nicht auf Logikprozessoren. Branchengrößen wie SK Hynix warnen, dass die Knappheit an KI-spezifischen Speicherchips bis 2030 anhalten könnte. Diese anhaltende Schieflage zwingt Unternehmen aus der KI-Video- und Robotik-Branche, ihre Strategien für Rechenkosten und Cloud-Zugänge bis 2027 neu auszurichten.

Über den aktuellen KI-Boom hinaus sieht TSMC in autonomen Fahrzeugen und Robotik die nächsten großen Wachstumstreiber. Die Aktie des Konzerns gab nach vorsichtigen Aussagen aus der Branche zwar leicht um ein Prozent nach, liegt aber auf Jahressicht weiter klar im Plus. Das Vertrauen der Anleger in die Schlüsselrolle der Halbleiterindustrie für das KI-Zeitalter bleibt ungebrochen.

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