Hagebutten, Heimische

Hagebutten: Heimische Früchte schlagen Zitrusfrüchte bei Vitamin C

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wildfrüchte und Forstprodukte boomen, doch Klimaextreme gefährden Ernten. Die Schweiz stimmt im September über eine Ernährungsinitiative ab.

Waldprodukte im Aufwind: Hagebutten, Kräuter und Douglasien als Wirtschaftsfaktor
Nahaufnahme von frischen Hagebutten, Lavendel und Rosmarin auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wildfrüchte, Kräuter und Waldressourcen boomen – privat wie kommerziell. Während Hagebutten als Vitamin-C-Wunder gelten, setzen Forstbetriebe auf Douglasien. Doch Klimaextreme gefährden die Ernten.

Hagebutte: Der heimische Vitamin-C-Star

Die Früchte aller heimischen Rosenarten sind essbar, die Hundsrose gilt als besonders aromatisch. Ihr Vitamin-C-Gehalt übertrifft Zitrusfrüchte deutlich. Verarbeitet werden die Früchte zu Marmelade, Tee, Pulver oder Oxymel – Einfrieren konserviert die Inhaltsstoffe am besten.

Vorsicht ist bei Zierrosen geboten: Hier können Rückstände von Pflanzenschutzmitteln haften. Wer auf Nummer sicher gehen will, erntet abseits von Gärten und Parks.

Kräuterwissen: Vom Trend zur Akademie

Lavendel, Rosmarin und Pfefferminze erleben eine Renaissance. Experten für Aromatherapie empfehlen Rezepturen mit Basisölen wie Bio-Johanniskrautöl, angereichert mit ätherischen Ölen wie Cajeput, Rosmarin Cineol und Lavendel.

Die Nachfrage nach praktischem Wissen wächst: Rund 40 Teilnehmer kamen Anfang August zur Bergkräuterakademie am Plöckenpass. Bei Wanderungen identifizierten sie bis zu 27 verschiedene Bergkräuter. Jungholz hat sich als Kräuterdorf etabliert und fördert Kräutergärten und Märkte als Teil der regionalen Identität.

Douglasie: Hoffnungsträger oder Verdränger?

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Hagebutten sind echte Vitamin-C-Wunder – sie übertreffen Zitrusfrüchte deutlich. Doch viele wissen nicht, wie man sie richtig erntet und verarbeitet. Unser kostenloser Guide zeigt Ihnen, wie Sie die heimischen Früchte optimal nutzen – von der Ernte bis zum fertigen Produkt. Jetzt kostenlosen Hagebutten-Guide sichern

Im Forst zeigt sich eine professionalisierte Erntestruktur. Bei einer Ernteaktion in Remchingen sammelten Baumkletterer rund drei Tonnen Douglasien-Zapfen. Der Aufkaufpreis liegt bei etwa 1,50 Euro pro Kilogramm, die daraus gezogenen Setzlinge erzielen rund 3,50 Euro.

Die Douglasie gilt wegen ihrer Klimatoleranz als Hoffnungsträger für den Waldumbau. Kritiker befürchten jedoch die Verdrängung heimischer Arten. Die Debatte über den künftigen Wald ist damit voll entbrannt.

Wildbeeren: Fünfstellige Umsätze in Nordeuropa

Auch die Wildbeerenernte ist ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Professionelle Pflücker in Nordeuropa setzen auf Beerenrechen und Absaugsysteme – mit Jahresumsätzen im fünfstelligen Bereich. Auf dem deutschen Markt kosten Blaubeeren derzeit zwischen 5 und 9 Euro pro Kilo.

Klimaextreme setzen Ernten zu

Die Lage in der europäischen Landwirtschaft ist angespannt. Spanien meldet einen Rückgang der Getreideernte um 30 Prozent. Frankreich verzeichnet bei Gemüse Ausfälle von bis zu 50 Prozent – der heißeste Juli seit 1900 fordert seinen Tribut. Österreichs Getreideproduktion liegt 14,4 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

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Klimaextreme bedrohen Ernten weltweit – umso wichtiger wird die Nutzung heimischer Wildfrüchte. Hagebutten sind nicht nur vitaminreich, sondern auch robust. Lernen Sie mit unserem Leitfaden, wie Sie diese natürliche Ressource sicher und nachhaltig nutzen – inklusive Rezepten und Sicherheits-Checkliste. Kostenlosen Wildfrucht-Leitfaden anfordern

Diese Entwicklungen befeuern politische Debatten. Die Schweiz stimmt am 27. September über eine Ernährungsinitiative ab, die einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent fordert – mit Fokus auf pflanzliche statt tierische Lebensmittel.

Beim Pilzesammeln bleibt Vorsicht geboten: Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt mahnt zur Zurückhaltung bei unsicheren Arten. Erste Steinpilzfunde gibt es bereits im Erzgebirge.

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