Haarausfall: JAAD-Studie findet weniger nützliche Darmbakterien bei Betroffenen
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 02:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deMedizinische Berichte verdeutlichen zunehmend den engen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der Darmflora und dem Zustand des äußeren Erscheinungsbildes. Ein Ungleichgewicht der mikrobiellen Besiedlung im Verdauungstrakt kann chronische Entzündungsprozesse im gesamten Organismus anfachen, die sich in der Folge negativ auf die Haut- und Haarqualität auswirken.
Systemische Entzündungen und Hauterkrankungen
Eine mikrobielle Fehlbesiedlung des Darms, auch Dysbiose genannt, entsteht häufig infolge von Fehlernährung, anhaltendem Stress, Krankheiten oder der Einnahme von Antibiotika. In der Folge können systemische Entzündungen ausgelöst werden, die Fachberichten zufolge eng mit chronischen Hautproblemen wie Akne, Ekzemen, Psoriasis und Rosazea verknüpft sind.
Bei Psoriasis, einer der weltweit häufigsten chronisch entzündlichen Hauterkrankungen, belegen Untersuchungen deutliche Veränderungen der Hautmikrobiota, was den Einfluss mikrobieller Faktoren unterstreicht.
Zusätzlich kann eine geschwächte Darmgesundheit die Verwertung essenzieller Nährstoffe behindern. Insbesondere die Aufnahme von Vitamin B12, Vitamin D, Zink sowie essenziellen Fettsäuren wird beeinträchtigt, wodurch Mangelerscheinungen entstehen, die das Hautbild weiter schwächen.
Neben diesen Prozessen treiben auch hormonelle Dysbalancen – vor allem im Bereich der Androgene – das Auftreten von Akne-Ausbrüchen an. Wie Prof. Park Jin aus der Dermatologie der Uniklinik Jeonbuk darlegt, steuern Mikroben grundlegende Immunantworten in Haut, Darm und Mundraum.
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Auswirkungen auf das Haarwachstum
Die Darm-Haut-Achse reicht über das Hautbild hinaus bis zur Struktur und Dichte der Haare. In einer im Fachjournal Cell Reports veröffentlichten Untersuchung zeigte sich, dass keimfreie Mäuse ohne eigene Darmmikroben bei einer Zufuhr von Biotin großflächig Fell und Haare verloren. Dies unterstreicht die biologische Bedeutung der Darmflora, da Biotin überwiegend durch Darmbakterien gebildet wird.
Zudem belegt eine Studie im Journal of the American Academy of Dermatology (JAAD), dass Betroffene von kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) im Vergleich zu gesunden Probanden einen messbar geringeren Anteil nützlicher Darmbakterien sowie eine reduzierte Diversität ihres Mikrobioms aufweisen.
Auf zellulärer Ebene rücken auch spezifische Wirkstoffe in den Fokus der Forschung. So senkt die Substanz Oxyresveratrol (ORV) Untersuchungen zufolge auf mRNA- und Proteinebene die Expression der Entzündungsmarker IL-1?, IL-6 und IL-8 und hemmt die Entstehung reaktiver Sauerstoffspezies.
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Bei androgenetischer Alopezie mildert der Wirkstoff chronische Entzündungen, beeinflusst dermal-papilläre Zellen positiv, moduliert den Wnt/?-Catenin-Signalweg und stärkt die antioxidative Abwehr der Zellen. Das Unternehmen NINGBO INNO PHARMCHEM CO.,LTD. entwickelt entsprechende Formulierungen auf dieser Basis.
Einfluss der Ernährung auf das Mikrobiom
Für die Aufrechterhaltung der Darmgesundheit spielt die tägliche Ernährung eine tragende Rolle. Nützliche Bakterien fermentieren Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Gemüse und Algen zu kurzkettigen Fettsäuren wie Buttersäure.
Diese Stoffwechselprodukte stärken die Barrierefunktion der Darmschleimhaut maßgeblich. Während probiotische Nahrungsergänzungsmittel sich in der Regel nur vorübergehend im Verdauungstrakt ansiedeln, gilt eine ausreichende Ballaststoffzufuhr zur kontinuierlichen Butyrat-Bildung als zentraler Faktor.
Zur Stabilisierung des mikrobiellen Gleichgewichts tragen fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut und Kimchi bei. Fachleute weisen gleichzeitig darauf hin, dass ultraverprocessed Produkte, die reich an Zucker, Fruktose und Emulgatoren sind, das Mikrobiom belasten und daher gemieden werden sollten.
