Gutachter, Gerichtsverfahren

Gutachter in Gerichtsverfahren: HKA-Studie befragt 456 Fachleute

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 03:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Befragung von 456 Fachleuten beleuchtet Gutachterarbeit, Verfahrensabläufe und den Einsatz künstlicher Intelligenz.

HKA und TAE untersuchen die Rolle von Gutachtern in Rechtsstreitigkeiten
Ein leerer Gerichtssaal mit dunklen Holzmöbeln und einfallendem Tageslicht, der eine ruhige und formelle Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die Sachverständigenorganisation The Academy of Experts (TAE) und das Beratungsunternehmen HKA haben eine umfassende Untersuchung zur Rolle von Gutachtern in juristischen Auseinandersetzungen vorgelegt.

Der Bericht mit dem Titel „An Expert’s Perspective 2026“ befasst sich eingehend mit den Abläufen bei Gerichtsprozessen, Schiedsverfahren und alternativen Formen der Streitbeilegung, wie aus einem Bericht von HKA vom 1. Oktober 2026 hervorgeht. Die Erhebung liefert praxisnahe Einblicke in ein Arbeitsfeld, das für internationale Gerichts- und Schiedsentscheidungen von zentraler Bedeutung ist.

Breite Datenbasis über verschiedene Rechtsordnungen hinweg

Die empirische Grundlage des Berichts bildet eine Befragung, an der 456 Sachverständige sowie deren Assistenten teilgenommen haben. Das Teilnehmerfeld erstreckt sich über mehrere Jurisdiktionen und Fachdisziplinen hinweg. Ziel der Initiative ist es, die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen aufzuzeigen, denen unabhängige Experten in komplexen rechtlichen Auseinandersetzungen ausgesetzt sind.

Gerade in langwierigen Konflikten kommt den Einschätzungen von Sachverständigen oft entscheidendes Gewicht zu. Die Untersuchung bildet vor diesem Hintergrund ab, wie Verfahrensbeteiligte die Zusammenarbeit in der Praxis erleben und an welchen Stellen Effizienz und Klarheit verbessert werden können.

Zentrale Aspekte von der Beauftragung bis zum KI-Einsatz

Inhaltlich deckt die Publikation die gesamte Prozesskette gutachterlicher Tätigkeiten ab. Die Untersuchung widmet sich unter anderem den Abläufen rund um die formelle Bestellung und Instruktion der Experten, den Vorgaben zur Offenlegung relevanter Informationen sowie der sorgfältigen Ausarbeitung der schriftlichen Gutachten.

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Darüber hinaus beleuchtet die Auswertung gemeinsame Expertentreffen und sogenannte Zeugenkonferenzen, bei denen Gutachter gegnerischer Parteien vor Gericht oder Schiedsgerichten direkt miteinander interagieren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen: So analysiert der Bericht die Einbindung von Assistenten in die gutachterliche Arbeit sowie die wachsende Bedeutung von Systemen der künstlichen Intelligenz bei der Bewältigung komplexer Datenmengen und Analysen.

Prominente Mitwirkende und institutioneller Hintergrund

Für die Ausarbeitung zeichnet der HKA-Partner Derek Nelson als Autor verantwortlich, der zugleich Mitglied des Vorstands und früherer Vorsitzender der TAE ist.

Begleitet wird das Werk von Beiträgen erfahrener Persönlichkeiten der internationalen Streitbeilegung: So verfasste Lord Neuberger, Präsident der TAE und früherer Präsident des Obersten Gerichtshofs des Vereinigten Königreichs, das Vorwort zu der Publikation. Ergänzt wird die Untersuchung durch einen Fachkommentar von Professor Doug Jones.

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Die Relevanz der Ergebnisse wird auch durch die weltweite Präsenz der beteiligten Organisationen unterstrichen. HKA verfügt über ein Netzwerk von mehr als 500 Sachverständigen und mehr als 500 Beratern, die in mehr als 45 Büros in 17 Ländern tätig sind.

Die gemeinsame Untersuchung mit The Academy of Experts soll dazu beitragen, professionelle Standards in Gerichts- und Schiedsverfahren weiter zu präzisieren und das Zusammenspiel zwischen Justiz, Rechtsvertretern und Gutachtern zu stärken.

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de | wissenschaft | 70219064 |