Gürtelrose-Impfung, Shingrix

Gürtelrose-Impfung: Shingrix senkt Herzinfarkt-Risiko um 10%

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Oxford-Studie: Shingrix-Impfung gegen Gürtelrose reduziert Risiko für Herzkrankheiten über sieben Jahre um etwa zehn Prozent.

Oxford-Studie: Gürtelrose-Impfung Shingrix senkt Herzrisiko um zehn Prozent
Ein steriler, leerer medizinischer Behandlungsraum in einem Krankenhaus bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine in Nature Medicine veröffentlichte Studie von Forschern der Universität Oxford wirft ein neues Licht auf mögliche Nebeneffekte der Gürtelrose-Impfung: Der Impfstoff Shingrix senkt demnach das Risiko für Herzkrankheiten über einen Zeitraum von sieben Jahren um etwa 10 Prozent im Vergleich zu einem älteren Lebendimpfstoff.

Die Ergebnisse fügen sich in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen gegen Gürtelrose und der Herz-Kreislauf-Gesundheit älterer Menschen nahelegen.

Grundlage der Studie

Für die Analyse werteten die Wissenschaftler Daten von mehr als 70.000 US-Amerikanern aus, die zwischen 2017 und 2018 erhoben wurden. In diesem Zeitraum verglichen sie Personen, die den neueren Totimpfstoff Shingrix erhalten hatten, mit jenen, die noch mit dem älteren Lebendimpfstoff gegen Gürtelrose geimpft worden waren.

Über den siebenjährigen Beobachtungszeitraum zeigte sich bei der Shingrix-Gruppe ein um rund 10 Prozent geringeres Risiko für Herzkrankheiten insgesamt.

Konkrete Befunde zu einzelnen Erkrankungen

Die Forscher schlüsselten die Ergebnisse auch nach einzelnen Krankheitsbildern auf. Sowohl das Risiko für koronare Herzkrankheit als auch für Herzinsuffizienz fiel in der mit Shingrix geimpften Gruppe jeweils um etwa 10 Prozent niedriger aus. Diese Größenordnung gilt für beide untersuchten Herz-Kreislauf-Erkrankungen gleichermaßen und deutet auf einen relativ konsistenten, wenn auch moderaten Effekt hin.

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Einordnung im Vergleich zu früheren Studien

Bemerkenswert ist, dass die in Nature Medicine berichteten Effekte kleiner ausfallen als in früheren Untersuchungen zu diesem Thema. Vorangegangene Studien hatten Risikoreduktionen von 20 bis 30 Prozent nahegelegt – deutlich mehr als die nun ermittelten rund 10 Prozent.

Diese Diskrepanz wirft Fragen zur Methodik und zu den jeweiligen Studienpopulationen auf und macht deutlich, dass die tatsächliche Größenordnung des Effekts noch nicht abschließend geklärt ist.

Warum weitere Forschung nötig ist

Die Autoren der Studie betonen, dass die beobachteten Zusammenhänge auf Beobachtungsdaten beruhen und noch nicht als gesicherter kausaler Beweis gelten können. Um die Ergebnisse zu bestätigen, seien kontrollierte klinische Studien notwendig, die gezielt den Effekt der Impfung auf das Herz-Kreislauf-System untersuchen.

Erst solche Studien könnten klären, ob die Impfung tatsächlich ursächlich für die geringere Zahl an Herzerkrankungen verantwortlich ist oder ob andere Faktoren – etwa unterschiedliche Gesundheitsvoraussetzungen der geimpften Personengruppen – eine Rolle spielen.

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Bedeutung für die Praxis

Für Menschen im höheren Lebensalter, die ohnehin zur Impfung gegen Gürtelrose geraten wird, liefern die Erkenntnisse einen zusätzlichen Anhaltspunkt, der die Bedeutung der Impfung unterstreichen könnte. Gürtelrose selbst kann bei älteren Menschen zu schwerwiegenden Komplikationen führen, weshalb die Impfung schon aus diesem Grund empfohlen wird.

Ein möglicher zusätzlicher Nutzen für die Herzgesundheit wäre ein willkommener Nebeneffekt – bis klinische Studien jedoch belastbarere Belege liefern, bleibt dieser Zusammenhang eine vielversprechende, aber noch nicht endgültig bestätigte Beobachtung.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Gürtelrose-Impfung: Shingrix schützt offenbar vor Herzkrankheiten - Gesundheit“

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