Gürtelrose-Impfung: Shingrix senkt Demenzrisiko um 24 Prozent
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen der Brown University aus den USA geben neue Hinweise auf einen potenziellen Zusatznutzen der Gürtelrose-Impfung Shingrix. Eine großangelegte Beobachtungsstudie, deren Ergebnisse Ende August 2026 veröffentlicht wurden, untersuchte den Zusammenhang zwischen der Impfung und der Entwicklung von Demenzerkrankungen bei älteren Patienten.
Die Daten deuten darauf hin, dass geimpfte Personen ein signifikant geringeres Risiko aufweisen, in den Jahren nach der Immunisierung an Demenz zu erkranken.
Umfangreiche Datenbasis aus US-Pflegeeinrichtungen
Die Forscher der Brown University stützten ihre Analyse auf einen umfangreichen Datensatz von insgesamt 509.926 Pflegeheim-Patienten in den USA. Die Teilnehmer waren zu Beginn des Untersuchungszeitraums mindestens 66 Jahre alt. Die Studie deckte den Zeitraum von 2017 bis 2022 ab und umfasste Daten aus 5.550 verschiedenen Einrichtungen.
Von der Gesamtzahl der untersuchten Senioren erhielten 8.843 Personen die Shingrix-Impfung. Ziel der Untersuchung war es, die Langzeitfolgen der Impfung über einen Zeitraum von vier Jahren zu beobachten und mit einer ungeimpften Kontrollgruppe zu vergleichen. Dabei lag der Fokus explizit auf der Neudiagnose von Demenzerkrankungen im Anschluss an die medizinische Maßnahme.
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Signifikante Senkung des Erkrankungsrisikos
Die Auswertung der Daten ergab deutliche Unterschiede zwischen den beiden Probandengruppen. Bei den Patienten, die mit Shingrix geimpft worden waren, sank das Risiko, innerhalb von vier Jahren eine Demenz zu entwickeln, auf 18,8 %. Im Gegensatz dazu lag die Quote bei den ungeimpften Teilnehmern im gleichen Zeitraum bei 24,6 %. Dies entspricht einer relativen Risikoreduktion von 24 %.
Den Analysen zufolge wurde der schützende Effekt der Impfung auf das Demenzrisiko nach etwa einem Jahr statistisch sichtbar. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist die geschlechtsspezifische Ausprägung des Effekts: Den Daten nach profitierten Frauen stärker von der Shingrix-Impfung als Männer. Warum die Immunisierung diesen Einfluss auf kognitive Erkrankungen hat, bleibt Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Diskussionen.
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Methodische Einordnung und Finanzierung
Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ publiziert. Es handelt sich dabei ausdrücklich um eine Beobachtungsstudie. Die Autoren weisen darauf hin, dass mit diesem Format zwar Korrelationen aufgezeigt werden können, jedoch kein direkter kausaler Nachweis erbracht ist. Es könne somit nicht mit absoluter Sicherheit festgestellt werden, dass die Impfung alleinige Ursache für das verringerte Demenzrisiko ist.
Hinsichtlich der Finanzierung wurde offengelegt, dass die Studie von dem Pharmaunternehmen GSK unterstützt wurde, das den Impfstoff Shingrix herstellt. Die Forscher betonten jedoch im Rahmen der Veröffentlichung, dass das Unternehmen keinen Einfluss auf die Auswertung oder die Formulierung der Ergebnisse genommen habe.
Die Untersuchung reiht sich in eine Serie von Forschungsarbeiten ein, die den Einfluss von Infektionskrankheiten und deren Prävention auf neurodegenerative Prozesse untersuchen.
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