GTC Berlin: Vier Microduck-Roboter zeigen Saltos und stolpern bei Befehlen
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der Branchenkonferenz GTC Berlin hat NVIDIA gemeinsam mit Hugging Face und Pollen Robotics am 21. Oktober 2026 den zweibeinigen Roboter Microduck vorgestellt. Konzernchef Jensen Huang präsentierte im Rahmen seiner Eröffnungsrede vier Exemplare des quelloffenen Geräts, dessen gesamter Bewegungsablauf über cloudbasiertes KI-Training und physikalische Simulationen erlernt wurde.
Technische Ausstattung und Live-Vorführung
Der von Pollen Robotics und Hugging Face entwickelte Roboter ist rund 25 Zentimeter hoch und wiegt unter 800 Gramm, wobei das konkrete Gewicht bei etwa 780 Gramm liegt.
Das Gerät verfügt über 15 Motoren zur Steuerung von Beinen, Nacken und Kopf, eine Frontkamera, einen Tiefensensor beziehungsweise LiDAR sowie zwei Trägheitsmesseinheiten (IMUs). Hinzu kommt ein artikulierbarer Greifschnabel, der das Aufheben leichter Objekte ermöglicht. Neben dem Laufen, Sitzen und Kauern kann sich die Plattform nach Stürzen eigenständig aufrichten und mit montierten Rädern rollschuhfahren.
Während der Demonstration auf der Bühne zeigten die vier Prototypen verschiedene Manöver wie Hinlegen, Sitzen und Saltos. Die Vorführung verlief jedoch nicht vollständig synchron: Drei Einheiten legten sich auf ein Steuerungssignal hin sofort ab, während die vierte noch einige Schritte ausführte beziehungsweise zur Seite kippte.
Nach Stürzen richteten sich die Einheiten wieder auf. Laut Berichten vom 21. Oktober 2026 belege die Demonstration damit noch keine lückenlos zuverlässige Ausführung jedes Kommandos.
Trainingspipeline von der Cloud auf die lokale Hardware
Die Trainingskette wurde nach Unternehmensangaben vollständig automatisiert aufgebaut. Wie Huang erläuterte, entwarf ein KI-Agent die Trainingsstrecke und erprobte das virtuelle Modell in der Simulationsumgebung Isaac Sim. Das rechenintensive Haupttraining fand auf Cloud-Servern von NVIDIA statt, bevor die Verfeinerung auf einem RTX-Spark-Laptop erfolgte und die Steuerungslogik schließlich auf den physischen Roboter übertragen wurde.
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Als Werkzeuge kamen unter anderem Isaac Lab, Isaac Sim, Newton, Blender, FreeCAD sowie die Sprachmodelle Hermes Agent und Nemotron 3.5 Bolt 74B zum Einsatz.
Das Training im Rahmen von Sim-to-Real stützte sich auf Isaac Lab 3.0 und Newton. Bei dem Prozess steuern 61 Beobachtungswerte 14 Gelenkpositionen als Ausgabe. Auf 16 Grafikprozessoren wurden dabei bis zu 1,25 Millionen Simulationsschritte pro Sekunde unter Einbindung von unebenem Terrain und Gelenkspiel absolviert.
Die verwendete Domain Randomization erfasste Parameter wie Masse, Reibung, Kommandoverzögerungen und Batteriespannungsabfälle, während die Physik-Engine Newton mit dem MJWarp-Solver reale Servoeigenschaften nachbildete.
Die fertigen Richtlinien lassen sich als TorchScript- oder ONNX-Dateien mit einer maximalen Größe von 64 Megabyte exportieren. Die zugehörige Softwareumgebung ist frei verfügbar: Das Software Development Kit, der Simulationscode sowie der Trainings-Stack stehen unter der Apache-2.0-Lizenz auf GitHub bereit.
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Marktstart und offene Fragen
Der Einführungspreis für den Microduck liegt bei 399 US-Dollar vor Steuern und Versandkosten in den Farben Cream, Graphite, Lavender und Sky. Das anfängliche Vorbestellungsfenster ist bereits geschlossen, die erste Produktionscharge gilt als ausverkauft.
Angestrebt wird eine Auslieferung vor Weihnachten 2026 in Nordamerika, Europa und Großbritannien. Berichte merken jedoch an, dass verlässliche Liefertermine, der konkrete Rechenbedarf für Anwender und die Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb vorerst offenbleiben.
Im Hintergrund der Kooperation kündigte NVIDIA im September 2026 an, Hugging Face für 12,93 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Die für lokale Anpassungen genutzte Rechnerplattform RTX Spark bietet ein Petaflop KI-Leistung sowie 128 Gigabyte Speicher und ist seit dem 16. Oktober erhältlich, wobei entsprechende Herstellergeräte wie das Surface Laptop Ultra ab 2.599 US-Dollar oder das HP OmniBook ab 2.999,99 US-Dollar angeboten werden. Huang resümierte auf der Veranstaltung, dass künftig jedermann in der Lage sei, eigene Software-Agenten zu konstruieren.
