Grünflächen, Demenz

Grünflächen und Demenz: 100 Meter Nähe sind mit 20 Prozent weniger Risiko verbunden

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 04:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Stockholmer Langzeitstudie fand den Zusammenhang vor allem im Umkreis von 100 Metern und stärker bei Frauen.
Eine von üppigem Grün und Bäumen umgebene Wohnsiedlung in einem ruhigen Vorort bei hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine hohe Dichte an Grünflächen in unmittelbarer Nähe des eigenen Wohnhauses steht in Verbindung mit einem messbar geringeren Risiko, an Demenz zu erkranken. Das zeigt eine im Fachjournal Alzheimer's & Dementia publizierte Untersuchung von Forschenden der Stockholm University und des Karolinska Institute (DOI: 10.1002/alz.71835).

Die Auswertung verdeutlicht jedoch, dass dieser protektive Zusammenhang vor allem auf den sehr nahen Radius um das Wohnumfeld beschränkt ist und deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede aufweist.

Deutliche Risikoreduktion im 100-Meter-Radius

Laut der Untersuchung von der Stockholm University und dem Karolinska Institute war mehr Vegetation im Radius von 100 Metern um das Wohnheim mit einem um 20 Prozent geringeren Demenzrisiko verbunden. Bei einem konkreten Anstieg des normalisierten Vegetationsindex (NDVI) um +0,18 innerhalb dieses 100-Meter-Radius sank das Demenzrisiko um circa 21 Prozent.

Interessanterweise verliert sich dieser Effekt mit zunehmender Entfernung: Bei Radien von 250 Metern und 500 Metern um das Wohnumfeld erwies sich der Zusammenhang als schwächer beziehungsweise statistisch nicht signifikant.

Anzeige

Wer sich mit präventiven Maßnahmen gegen den geistigen Abbau befasst, kann neben dem Wohnumfeld auch aktiv auf gezielte Übungen setzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische Alltagsübungen, mit denen Sie Ihr Gehirn fit halten und Demenz aktiv vorbeugen können. 11 Alltagsübungen zur Demenz-Prävention jetzt kostenlos sichern

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Bei der differenzierten Betrachtung der Bevölkerungsgruppen stellten die Forschungsteams fest, dass der Zusammenhang bei Frauen deutlich stärker ausgeprägt war. Bei ihnen lag das Hazard-Verhältnis (HR) bei 0,69, was einer Risikoreduktion von rund 31 Prozent entspricht. Bei Männern zeigte sich hingegen ein HR von 0,93, was statistisch nicht signifikant war.

Als Datengrundlage dienten 2.993 Stockholmer Bürgerinnen und Bürger ab einem Alter von 60 Jahren aus der SNAC-K-Kohorte. Im Rahmen einer Nachbeobachtung über 16 Jahre erkrankten 477 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (16 Prozent) an einer Demenz.

Anzeige

Neben äußeren Faktoren spielt die individuelle mentale Fitness eine entscheidende Rolle für die Gesundheit im Alter. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report die 7 Geheimnisse für eine nachhaltige Stärkung von Konzentration und Gedächtnis. Gratis-Ratgeber für geistige Fitness hier herunterladen

Methodik und Konsequenzen für die Stadtplanung

Die Forschenden der Stockholm University und des Karolinska Institute erfassten die Vegetation jährlich über Satellitendaten mittels NDVI und Geoinformationssystemen (GIS) in den Radien von 100, 250 und 500 Metern.

Um Verzerrungen auszuschließen, kontrollierten die Wissenschaftler die Ergebnisse für eine Reihe von Begleitfaktoren. Berücksichtigt wurden Alter, Bildung, sozioökonomischer Status, Lebensstil sowie Umwelteinflüsse wie Luftverschmutzung, Verkehrslärm und die Nähe zu Gewässern.

Angesichts dieser Befunde fordern die beteiligten Forscher der Stockholm University und des Karolinska Institute mehr Schutz und einen gezielten Ausbau von Grünflächen direkt im Wohnumfeld innerhalb der Stadtplanung, um präventive Potenziale für die kognitive Gesundheit im Alter besser zu nutzen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70368141 |