Gründungsszene, Millionen

Gründungsszene: 856 Millionen Euro fließen in Legaltech

06.06.2026 - 06:06:14 | boerse-global.de

Thüringen und Brandenburg locken mit Preisen, während Legaltech-Start-ups 856 Millionen Euro Risikokapital einsammeln.

Deutsche Gründerszene 2026: Rekordbeteiligung und neue Förderrekorde
Gründungsszene - Eine Gruppe junger Unternehmer arbeitet in einem modernen Büro zusammen, umgeben von digitalen Innovationen und Tech-Elementen. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Regionale Wettbewerbe, spezialisierte Förderprogramme und technologische Schwerpunkte treiben die Szene an.

Thüringen und Brandenburg setzen auf Preise

In Thüringen läuft seit Juni die Bewerbungsphase für den ThEx AWARD 2026. Der Preis ist mit insgesamt 71.000 Euro dotiert und richtet sich an Gründer, Nachfolger und Impulsgeber. Die Erfolgsquote spricht für sich: Rund 85 Prozent der bisherigen Preisträger sind noch immer am Markt aktiv. Die Verleihung findet am 17. November in Erfurt statt.

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Brandenburg hat die Frist für seinen Gründungspreis bis zum 14. Juni verlängert. Im Fokus stehen Unternehmensnachfolge und Gründungen mit Migrationsgeschichte – jede Kategorie ist mit 4.000 Euro dotiert. Der Hintergrund: 2025 verzeichnete das Land rund 20.000 Gewerbeanmeldungen, davon 16.000 Neugründungen.

Deep Tech und Energie im Fokus

Die Spezialisierung von Gründungsnetzwerken nimmt Fahrt auf. Thüringen fördert das Netzwerk StarTH mit 4,2 Millionen Euro. Schwerpunkte: Deep Tech, künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. Wissenschaftsminister Christian Tischner betont die Bedeutung von Hochschulausgründungen als Innovationsmotoren.

Am 1. Juli steigt in Berlin der Energie Startup Pokal. Das Future Energy Lab der dena und der Verein fokus.energie richten den Pitch-Wettbewerb aus. Junge Unternehmen präsentieren Lösungen für den Energiesektor. Auch im Ländlichen tut sich was: Am 16. Juni findet der erste KI-Hackathon in Oberschwaben statt – gezielt für Auszubildende und Studierende.

Mehr Frauen und Jugendliche an Bord

Die Unterstützung von Gründerinnen gewinnt an Dynamik. Das Programm CoCo – Frauen gründen verzeichnet steigende Bewerberzahlen: von 374 in der Pilotphase auf 834 im aktuellen Jahrgang. Beliebteste Branchen: Bildung, E-Commerce sowie Gesundheits- und Sozialwesen.

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Auch der Nachwuchs ist gefragt. Beim Wettbewerb STARTUP TEENS stehen im Juni die Finalisten fest. Sie treten mit Softwarelösungen zur Bürokratieentlastung im Handwerk an. Das Preisgeld: siebenmal 10.000 Euro. Die TH Köln bietet ergänzend Workshops an – von der Prototypenentwicklung bis zum Zeitmanagement.

Kapital und Regulierung: 856 Millionen für Legaltech

Trotz schwierigem Marktumfeld sammeln spezialisierte Investoren weiter Kapital ein. Merantix Capital schloss einen Fonds über 103 Millionen Euro für europäische KI-Start-ups. LIQID finalisierte einen Venture-Capital-Fonds über 100 Millionen Euro.

Besonders stark entwickelt sich das Legaltech-Segment. Seit Jahresbeginn flossen 856 Millionen Euro Risikokapital in europäische Legaltech-Start-ups. Die durchschnittliche Finanzierungsrunde hat sich auf 5 Millionen Euro verdoppelt.

Die EU-Kommission plant mit dem Projekt EU Inc. eine Beschleunigung von Gründungsprozessen. Ziel: Digitale Verfahren ermöglichen Unternehmensgründungen innerhalb von 48 Stunden. In der Landwirtschaft testet das Projekt Ackerpreneurs neue Modelle wie Farm-Inkubatoren – bereitgestellte Infrastruktur für Quereinsteiger und Hofnachfolger.

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