Gründer-Burnout, Zusammenbruch

Gründer-Burnout: 45 Prozent fürchten psychische Zusammenbruch

09.06.2026 - 07:33:43 | boerse-global.de

Hohe Arbeitsdichte und Burnout-Gefahr belasten viele Gründer. Zugleich fordern Investoren mehr Risikokapital für die deutsche Start-up-Szene.

Deutsche Gründer: Psychische Belastung und Kapitalmangel als Risiken
Gründer-Burnout - Ein junger Start-up-Gründer sitzt gestresst mit den Händen am Kopf an einem Schreibtisch in einem modernen Büro. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Untersuchung des Start-up-Bundesverbandes und der Techniker Krankenkasse zeigt: Immer mehr Gründer fürchten um ihre psychische Gesundheit.

Hohe Arbeitsdichte als zentrales Gesundheitsrisiko

68 Prozent der befragten Gründer sehen die hohe Arbeitsdichte als erhebliches Gesundheitsrisiko. Fast jeder Zweite (45 Prozent) stuft Burnout als zentrale Gefahr für die persönliche und berufliche Stabilität ein.

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Die Sorge vor psychischer Überlastung wächst: 66 Prozent der Befragten bewerten psychische Belastungen in einem Fünf-Jahres-Zeitraum als relevantes Risiko. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozentpunkten.

Trotz dieser Herausforderungen betonten 80 Prozent der Teilnehmer, dass Gesundheit für sie eine große Rolle spielt. Mehr als die Hälfte der Start-ups (51 Prozent) stellt bereits finanzielle Mittel zur Förderung der Mitarbeitergesundheit bereit. Bundeskanzler Merz hob hervor, dass Start-ups für die wirtschaftliche Erneuerung essenziell seien.

Forderungen nach flexibleren Arbeitszeitmodellen

60 Prozent der Gründer sprechen sich für eine Reform der Arbeitszeitregelungen aus. Konkret fordern sie den Wechsel von einer täglichen zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit – bis zu 48 Stunden pro Woche. Das Ziel: Die Arbeitsorganisation besser an die dynamischen Anforderungen junger Technologieunternehmen anpassen.

Auch technologische Entwicklungen verändern den Arbeitsalltag. 81 Prozent der Gründer gaben an, dass Künstliche Intelligenz die Produktivität steigert. Für 83 Prozent gelten KI-Kompetenzen inzwischen als zentrale Qualifikation für die Zukunft.

Wirtschaftlicher Druck und Kapitalmangel

Die gesundheitlichen Risiken hängen eng mit dem wirtschaftlichen Umfeld zusammen. 2025 wurden 3.568 Neugründungen verzeichnet – ein Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wächst der Ruf nach besserer finanzieller Ausstattung.

Am gestrigen Montag stellten 24 Fonds und Investoren des German Venture and Growth Forums in Berlin ein Strategiepapier vor. Ihre Forderung: ein jährliches Risikokapital von 15 Milliarden Euro für deutsche Start-ups.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche begleitete die Vorstellung auf dem Investorenkongress. Martin Blessing, Investitionsbeauftragter der Bundesregierung, wies darauf hin, dass es in allen Wachstumsphasen schnell skalierender Tech-Firmen an Finanzmitteln fehle. Branchenexperte Alexander Kudlich sieht darin einen wesentlichen Grund für die wirtschaftliche Lücke zwischen Europa und den USA.

Europäische Initiativen und langfristige Trends

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Die psychische Gesundheit in der Arbeitswelt gewinnt auch politisch an Bedeutung. Das EU-Förderprogramm EU4Health sieht für 2026 ein Budget von 1,23 Milliarden Euro vor – unter anderem für psychosoziale Risiken. Zudem startet eine mehrjährige Kampagne für gesunde Arbeitsplätze.

Langfristige Daten von Krankenkassen untermauern die Dringlichkeit. Ein Fehlzeiten-Report der AOK verzeichnete für den Zeitraum 2014 bis 2024 einen Anstieg psychischer Erkrankungen um 47 Prozent.

Auch mobiles Arbeiten beeinflusst die psychische Belastung. Während Homeoffice die Flexibilität erhöht, berichten Experten von einem Rückgang sozialer Kontakte. Besonders in Einpersonenhaushalten kann das zu stärkerer mentaler Beanspruchung führen.

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