Grübeln, Belastung

Grübeln verstärkt Belastung: Psychotherapeutin warnt vor Gefühlsfokus

15.06.2026 - 10:03:22 | boerse-global.de

Ständiges Grübeln über negative Emotionen kann laut Experten die psychische Belastung verstärken und kontraproduktiv wirken.

Psychologie: Warum zu viel Gefühlsanalyse schaden kann
Grübeln - Eine Hand hält ein Glasgefäß, aus dem dunkler Nebel entweicht, der die Freisetzung negativer Emotionen symbolisiert. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Experten warnen vor einem gefährlichen Trend.

Die Spirale der negativen Gefühlsfokussierung

Psychotherapeutin Gitta Jacob beobachtet eine besorgniserregende Entwicklung: Immer mehr Menschen zerlegen ihre Gefühlswelt bis ins kleinste Detail. Das Problem? Das ständige Grübeln und Reden über belastende Empfindungen verfestigt sie oft erst recht.

Anzeige

Warum so viele Deutsche im Alltag funktionieren – aber nicht wirklich leben? Eine Life Coach erklärt, wie du mit kleinen Übungen aus dem Hamsterrad aussteigst und endlich wieder durchatmest. Zertifizierte Achtsamkeits-Tipps kostenlos als PDF

Statt Erleichterung zu bringen, dominiert das emotionale Unbehagen dann das gesamte Bewusstsein. Die permanente Beschäftigung mit dem eigenen Befinden wirkt kontraproduktiv.

Jacob warnt zudem vor einem Trend zur Überdramatisierung. Alltägliche Belastungen oder normale negative Erlebnisse werden zunehmend als „Mikrotraumata" bezeichnet. Die Folge: Menschen sehen sich eher in einer Opferrolle, statt konstruktive Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Emotionen sind veränderbar

Ein zentraler Irrtum: Gefühle sind nicht fest verdrahtet oder angeboren. Experten beschreiben sie als antrainierte Reaktionen – und damit auch lenkbar.

Die Empfehlung der Fachwelt lautet daher: weniger biografische Analyse, mehr aktives Handeln. Statt intensiver Ursachensuche in der Vergangenheit hilft es oft mehr, aus Vermeidungshaltungen herauszutreten. Die Konzentration auf positive Aktivitäten und lösungsorientierte Konfliktbewältigung im Hier und Jetzt gelten als effektiver als die reine Artikulation von Leid.

Anzeige

Ein einfacher Trick hilft dabei, täglichen Stress und belastende Gedanken dauerhaft loszulassen, um wieder mehr Gelassenheit zu gewinnen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihre innere Ruhe aktiv zurückerobern. Kostenlosen Ratgeber für mehr Gelassenheit herunterladen

Die andere Gefahr: Emotionales Schweigen

Doch das Gegenteil ist nicht besser. Das sogenannte Stonewalling – emotionales Mauern – gilt als einer der stärksten Indikatoren für eine tiefe Beziehungskrise.

Analysen des Gottmann Instituts zeigen: Wenn ein Partner die Kommunikation komplett abbricht, führt das beim anderen zu massiven Selbstzweifeln und emotionaler Distanz. In der psychologischen Praxis wird dieses Verhalten oft als manipulative Taktik oder Ausdruck von Hilflosigkeit gewertet.

Die Lösung? Kontrollierte Kommunikation durch Ich-Botschaften oder das bewusste Erbitten von Bedenkzeit. So bleibt der Austausch erhalten, ohne zu eskalieren.

Hintergrund

Die Psychotherapeutin Gitta Jacob hat ihre Thesen im Buch „Zu viel Gefühl – Wie wir unsere Emotionen lenken und nicht sie uns" zusammengefasst. Das Werk ist im Beltz Verlag erschienen und plädiert für einen pragmatischen Umgang mit der eigenen Gefühlswelt.

de | wissenschaft | 69542665 |