Großstörungen Juni 2026: Claude, Teams und Kryptobörsen down
02.06.2026 - 17:11:51 | boerse-global.deVon KI-Diensten über Kryptobörsen bis hin zu Universitäten – die Pannen offenbaren eklatante Schwachstellen in der modernen Technikwelt.
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KI-Dienste kämpfen mit Bugs und Überlastung
Anthropic meldete am heutigen Dienstag eine Teilstörung seines KI-Assistenten Claude. Nutzer der Pro- und Max-Tarife konnten zeitweise keine Antworten mehr abrufen. Der Grund: Ein Programmierfehler im sogenannten Claude Code-Subsystem verbrauchte massiv Rechenressourcen. Viele Kunden sprengten dadurch vorzeitig ihr Nutzungskontingent. Das Unternehmen hat die Quoten inzwischen zurückgesetzt und arbeitet an einer dauerhaften Lösung.
Schon am Montag hatte es Microsoft erwischt. Tausende Anwender konnten keine Dateien in Teams sowie in Excel und PowerPoint fürs Web öffnen. Zeitgleich fiel der KI-Assistent Copilot für stolze vier Stunden und 25 Minuten komplett aus. Microsofts Ingenieure leiteten den Datenverkehr um und stellten die Dienste wieder her.
Blockchain-Netzwerke im Ausnahmezustand
Die Kryptobörse Coinbase veröffentlichte am Montag einen detaillierten Bericht zu einem schweren Ausfall Anfang Mai. Am 7. Mai fiel die Plattform für acht Stunden aus – ausgelöst durch ein Desaster in einem Amazon-Rechenzentrum im US-Bundesstaat Virginia. Mehrere Kühlgeräte fielen gleichzeitig aus, die Server überhitzten und schalteten sich ab. Die Handelsplattform verlor ihre Betriebsfähigkeit. Coinbase will nun seine Infrastruktur auf mehrere Standorte verteilen.
Noch dramatischer: Das Sui-Netzwerk stürzte zwischen dem 28. und 29. Mai gleich dreimal ab. Ein Fehler in der neuen Softwareversion legte die Gas-Berechnung lahm. Ein weiterer, bislang unentdeckter Bug im Zufallsprotokoll kam nach Neustarts der Validatoren zum Vorschein. Zwar blieben Nutzergelder verschont, doch der Kurs des SUI-Tokens brach um rund 19 Prozent auf etwa 90 Cent ein.
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Auch das Base-Netzwerk meldete Probleme: Vom 29. bis 31. Mai waren die Status-Updates auf Ethereum für über 30 Stunden unterbrochen. Ursache war ein Fehler in der vertrauenswürdigen Ausführungsumgebung nach einem Upgrade. Weil Base eine siebentägige Einspruchsfrist für Abhebungen nutzt, bemerkte die breite Öffentlichkeit die Panne kaum.
Rechenzentren unter Druck – auch in Deutschland?
Nicht nur in den USA kriselt es. Die Utah Valley University meldete am Dienstag einen Stromausfall auf dem halben Campus. Ein Problem im Umspannwerk legte mehrere digitale Systeme lahm. Die Reparatur dauerte Stunden.
Sicherheitsforscher schlagen zudem Alarm: Eine kritische Sicherheitslücke (CVE-2026-41940) in der Serververwaltungssoftware cPanel und WHM ermöglicht Angreifern, die Authentifizierung zu umgehen und die volle Kontrolle über Server zu übernehmen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die Lücke bereits seit mindestens 30 Tagen ausgenutzt wird. Webhoster sollten sofort patchen.
Und der Druck auf Rechenzentren wächst: Der Senatspräsident von Utah forderte am Montag, das geplante Stratos Project-Rechenzentrum von 40.000 auf 10.000 Acres zu verkleinern. Hintergrund ist ein Erlass des Gouverneurs, der wassereffiziente Technologien und mehr Transparenz beim Ressourcenverbrauch vorschreibt. Ein Trend, der auch in Europa und Deutschland an Bedeutung gewinnen dürfte – schließlich verbrauchen die großen Cloud-Riesen immense Mengen an Energie und Wasser für ihre Kühlung.
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