Grippeimpfung, Hochdosis

Grippeimpfung: Hochdosis reduziert Klinikeinweisungen um 8,8%

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 21:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Auswertung zweier Studien zeigt bei über 65-Jährigen mit chronischen Lungenerkrankungen 8,8 Prozent weniger Influenza- und Pneumonieeinweisungen.

Hochdosis-Grippeimpfung senkt Klinikaufenthalte bei älteren Lungenkranken
Ein heller, minimalistischer medizinischer Behandlungsraum mit neutralen Oberflächen und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Was bedeutet eine stärkere Impfdosis für Senioren mit chronischen Atemwegserkrankungen? Auf dem ERS-Kongress 2026 in Barcelona vorgestellte Daten liefern dazu neue Anhaltspunkte: Eine hochdosierte Grippeimpfung reduziert bei über 65-Jährigen mit chronischen Lungenerkrankungen die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Influenza oder Lungenentzündung um 8,8 Prozent.

Diese Zahl stammt aus einer gepoolten Analyse von zwei randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 31.976 Teilnehmern, wie am 8. September 2026 berichtet wurde.

Eine vulnerable Gruppe im Fokus

Menschen im höheren Alter mit vorbestehenden Lungenerkrankungen zählen zu den Personen, bei denen eine Influenza-Infektion besonders häufig zu schweren Verläufen führt. Genau diese Gruppe stand im Zentrum der in Barcelona präsentierten Auswertung.

Durch die Kombination der Daten aus zwei randomisiert-kontrollierten Studien konnten die Autoren eine vergleichsweise große Stichprobe von knapp 32.000 Teilnehmern zusammenführen – eine Größenordnung, die belastbarere Aussagen zulässt als einzelne kleinere Untersuchungen.

Was die Zahlen zeigen

Im Zentrum der Auswertung steht der Rückgang der Hospitalisierungen wegen Influenza beziehungsweise Pneumonie um 8,8 Prozent bei jenen Studienteilnehmern, die die hochdosierte Variante der Grippeimpfung erhielten, verglichen mit der Standarddosis.

Für eine Bevölkerungsgruppe, die ohnehin häufiger stationär behandelt werden muss und bei der Atemwegsinfekte rascher zu Komplikationen führen können, ist eine solche Reduktion klinisch relevant, da sie unmittelbar mit der Krankheitslast und der Belastung des Gesundheitssystems verknüpft ist.

Anzeige

Für Menschen mit COPD oder Asthma kann eine Grippe ernste Folgen haben. Neue Daten vom ERS-Kongress zeigen: Eine Hochdosis-Impfung könnte Klinikaufenthalte deutlich reduzieren. Erfahren Sie in unserem Leitfaden, welche Optionen es gibt und wie Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt führen. Jetzt kostenlosen Impf-Leitfaden anfordern

Bedeutung für die Impfpraxis

Die auf dem ERS-Kongress in Barcelona vorgestellten Ergebnisse fügen sich in eine breitere Debatte darüber ein, wie die Grippeimpfung bei älteren Risikogruppen wirksamer gestaltet werden kann.

Standarddosierte Impfstoffe gelten seit Langem als etabliertes Instrument der Prävention, doch bei immunologisch weniger reaktionsfähigen älteren Menschen mit Vorerkrankungen wird seit einiger Zeit diskutiert, ob höhere Antigenmengen einen zusätzlichen Schutz bieten können. Die in Barcelona vorgestellte gepoolte Analyse liefert dazu nun quantitative Evidenz aus einer vergleichsweise großen Datenbasis.

Auch das deutschsprachige Fachmedium biermann-medizin.de griff die auf dem Kongress präsentierten Ergebnisse in einem Bericht vom 9. September 2026 auf und bestätigte damit die zentrale Kernaussage der Studie: den Rückgang influenza- und pneumoniebedingter Klinikeinweisungen um 8,8 Prozent bei hochdosiert geimpften älteren Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen.

Einordnung für Betroffene und Angehörige

Anzeige

Sie sind über 65 und haben eine Lungenerkrankung? Dann schützt Sie die Standardimpfung vielleicht nicht ausreichend. Eine aktuelle Analyse von fast 32.000 Teilnehmern zeigt: Die Hochdosis-Variante kann das Risiko für Krankenhausaufenthalte senken. Leitfaden zu Impfoptionen jetzt sichern

Für Menschen über 65 mit chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma sowie für ihre behandelnden Ärzte liefern die Daten ein zusätzliches Argument, die Wahl des Impfstoffs im Beratungsgespräch zu thematisieren.

Angesichts der Tatsache, dass die Ergebnisse aus einer gepoolten Analyse zweier randomisiert-kontrollierter Studien mit fast 32.000 Teilnehmern stammen, dürfte die Diskussion um differenzierte Impfempfehlungen für ältere Risikogruppen mit Lungenvorerkrankungen an Fahrt gewinnen. Ob und wie schnell sich daraus konkrete Anpassungen in offiziellen Impfempfehlungen ergeben, bleibt abzuwarten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70077589 |