Griffonia, Lactium

Griffonia und Lactium: Angst-Score bei Vorschulkindern sank um 5 Punkte

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine kleine offene Untersuchung verzeichnete weniger Angstsymptome und bessere Funktionswerte; kontrollierte Folgestudien sind nötig.
Nahaufnahme von Griffonia-Samen auf einer hölzernen Oberfläche in sanftem Tageslicht, die eine ruhige und natürliche Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Angststörungen und ausgeprägte Ängste bei jungen Kindern stellen Familien und therapeutische Fachkräfte vor therapeutische Herausforderungen, da pharmakologische Optionen in dieser Altersgruppe stark reglementiert sind. Eine explorative Studie der italienischen IRCCS Stella Maris Foundation in Pisa hat nun den Einsatz eines kombinierten Nahrungsergänzungsmittels bei Vorschulkindern untersucht.

Die im Fachjournal Frontiers in Child and Adolescent Psychiatry publizierten Ergebnisse, über die bioengineer.org am 16. Oktober 2026 berichtete, liefern erste klinische Hinweise auf mögliche angstlösende Effekte der Wirkstoffkombination.

Untersuchung an Kleinkindern mit Griffonia und Lactium

Im Rahmen der Pilotuntersuchung analysierten die Forschenden den Verlauf bei insgesamt 22 Kindern im Alter von 3 bis knapp 7 Jahren. Die Teilnehmenden erhielten über einen Zeitraum von drei Monaten täglich eine festgelegte Kombination aus zwei bioaktiven Komponenten: 75 Milligramm Griffonia-Samenextrakt, standardisiert auf 15 Milligramm 5-Hydroxytryptophan (5-HTP), kombiniert mit 150 Milligramm des hydrolysierten Milchproteins Lactium pro Tag. Eine Teilgruppe von 14 Kindern setzte die Einnahme über eine verlängerte Dauer von sechs Monaten fort.

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Griffonia simplicifolia dient in Nahrungsergänzungsmitteln als Vorstufe für die Synthese des Botenstoffs Serotonin, während bioaktive Peptide aus Milchproteinhydrolysaten traditionell zur Beruhigung und Modulation stressbedingter Reaktionen erforscht werden. Während der gesamten Interventionsphase traten bei keinem der behandelten Kinder unerwünschte Ereignisse auf.

Messbare Rückgänge der Angstsymptome im Studienverlauf

Die Auswertung der durch Eltern erhobenen Fragebögen zeigte eine statistisch messbare Besserung der Beschwerden. Demnach sank der durchschnittliche Gesamtangst-Score im Verlauf der Supplementierung um etwa 5 Punkte. Die Rückgänge betrafen nach Angaben der Auswertungen insbesondere Symptome sozialer Ängste sowie spezifische Verletzungsängste.

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Neben den elterlichen Einschätzungen erfasste das Forschungsteam auch die klinisch bewertete globale Funktion der jungen Patienten anhand der Children's Global Assessment Scale. Auf dieser Skala zeigte sich ein statistisch signifikanter Zuwachs um 7,7 Punkte (p<0,0001).

Eine follow-up-Messung verdeutlichte zudem, dass die beobachteten Verbesserungen der Funktionsfähigkeit auch drei Monate nach dem vollständigen Absetzen des Präparats erhalten blieben.

Methodische Grenzen und weiterer Forschungsbedarf

Trotz der positiven Beobachtungen unterliegt die Aussagekraft der Arbeit deutlichen methodischen Restriktionen, auf die das Studienteam selbst hinweist. Die Untersuchung wurde als offenes, einarmiges Beobachtungsdesign ohne Kontroll- oder Placebogruppe durchgeführt.

Aus diesem Grund lassen sich Placeboeffekte, Einflüsse der Zuwendung sowie natürliche Entwicklungs- und Reifungsprozesse der Heranwachsenden nicht vollständig von der spezifischen pharmakologischen Wirkung der Inhaltsstoffe trennen.

Um fundierte klinische Handlungsempfehlungen für den Einsatz von Griffonia-Samenextrakt und hydrolysiertem Milchprotein bei frühkindlichen Angstzuständen abzuleiten, sind folglich größere, doppelblinde und placebokontrollierte Studien erforderlich. Erst solche Folgestudien können klären, in welchem Umfang die Kombination als Ergänzung zu pädagogischen oder verhaltenstherapeutischen Maßnahmen infrage kommt.

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de | wissenschaft | 70351990 |