Griechenland-Werften: 1,35 Mrd. Euro für robotergestützte Produktion
04.06.2026 - 04:20:28 | boerse-global.deSüdkoreanische Werften setzen auf künstliche Intelligenz, um die Produktion zu automatisieren und Fachkräftemangel zu bekämpfen.
Der südkoreanische Technologiekonzern NC AI hat von Hanwha Ocean den Auftrag erhalten, ein autonomes Schweißsystem für den Schiffbau zu entwickeln. Das Projekt zielt auf eine „physische KI"-Lösung ab, die unter extremen Bedingungen wie grellem Lichtbogen und starkem Staub zuverlässig arbeitet.
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Im Kern setzt das System auf das „VAETKI Vision"-Sprachmodell von NC AI. Werftarbeiter können künftig per Sprache oder Texteingabe Anweisungen geben, während der Roboter die Schweißpunkte in Echtzeit analysiert. CEO Lee Yeon-soo spricht von einem „weltweit führenden physischen KI-Modell speziell für die Schiffbauindustrie". Die Technologie soll zunächst für Handelsschiffe und Spezialschiffe der nächsten Generation eingesetzt werden.
Milliarden-Investition in griechische Produktionsstandorte
Parallel dazu treibt Hanwha Ocean mit der „Project Trident"-Initiative den bau eines gigantischen Schiffbau- und Wartungszentrums in Griechenland voran. Rund 1,35 Milliarden Euro fließen in die Werften von Elefsis und Syros – davon eine Milliarde allein in robotergestützte Fertigungsstraßen und U-Boot-Anlagen.
Finanziert wird das Projekt unter anderem von der US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC. Die Anlage soll der griechischen Marine und verbündeten Streitkräften im Mittelmeer dienen. Analysten rechnen mit 10.000 neuen Arbeitsplätzen und einem jährlichen Beitrag von rund 0,8 Prozent zum griechischen Bruttoinlandsprodukt.
Leichte Roboter und laufende Schweißmaschinen
Der Trend zu flexibler, mobiler Automation zeigt sich auch in neuen Hardware-Vorstellungen Anfang Juni:
Fanuc brachte den CRX-3iA auf den Markt – nach eigenen Angaben der leichteste kollaborative Schweißroboter seiner Klasse. Mit nur elf Kilogramm Eigengewicht und drei Kilogramm Nutzlast eignet er sich besonders für Schiffbau und Stahlkonstruktionen. Die automatische Winkelerkennung und Nahtidentifikation machen ihn bedienerfreundlich.
Path Robotics präsentierte mit „Rove" einen vierbeinigen Schweißroboter, der sich selbstständig zu Schweißnähten bewegen kann. Angetrieben vom Obsidian-KI-Modell erfasst er die Geometrie in Echtzeit – ohne vorherige Programmierung. Erste Tests laufen bei Saronic Technologies, die Markteinführung ist für Anfang 2027 geplant.
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Verflechtung mit internationalen Rüstungsprogrammen
Die Automatisierungsoffensive fällt mit milliardenschweren Marineprojekten zusammen. Hanwha Ocean unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Algoma Steel für das kanadische Patrouillen-U-Boot-Projekt (CPSP). Bis zu 345 Millionen kanadische Dollar sind für Anlagenentwicklung und Stahlbeschaffung vorgesehen. Die Entscheidung über den rund 40 Milliarden US-Dollar schweren U-Boot-Auftrag wird noch im Juni erwartet.
Auch die US-Regierung prüft eine „Brückenstrategie": Kriegsschiffe oder deren Komponenten könnten künftig in Südkorea und Japan gebaut werden. Ein Regierungsvertreter ließ durchblicken, dass 1,85 Milliarden US-Dollar aus dem Marine-Forschungsetat 2027 dafür bereitstehen könnten. Zu den beteiligten Werften zählen Hanwha Ocean, HD Hyundai und Mitsubishi Heavy Industries.
NC AI hat sich für diese Großaufträge bereits gerüstet: Ende Mai unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit POSCO DX zur Entwicklung von Robotik-Grundlagenmodellen.
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