Grenzkontrollen, US-Behörden

Grenzkontrollen: US-Behörden führten 55.318 Handy-Durchsuchungen 2025

06.06.2026 - 08:31:33 | boerse-global.de

Sicherheitsexperten warnen vor Datendiebstahl auf Reisen zur WM 2026. Öffentliche WLANs, iOS-Exploits und Grenzkontrollen bergen erhebliche Risiken.

WM 2026: Cyber-Risiken für Reisende durch Hacker und Grenzkontrollen
Grenzkontrollen - A hand holds an iPhone with a digital shield icon over it, symbolizing data protection for international travelers. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Hacker, Diebe und Grenzkontrollen: Wer zur WM ins Ausland reist, riskiert den Verlust sensibler Daten. Sicherheitsexperten schlagen Alarm.

Die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 laufen auf Hochtouren – doch nicht nur die Teams bereiten sich vor. Auch Cyberkriminelle rüsten auf. Angesichts der bevorstehenden Großereignisse warnen Sicherheitsfirmen und Behörden vor massiven Risiken für die mobile Datensicherheit von Reisenden. Öffentliche WLAN-Netze, gestohlene Geräte und sogar offizielle Grenzkontrollen werden zunehmend zur Gefahr.

Öffentliche WLANs als Einfallstor

Eine Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Kaspersky vom 4. Juni 2026 zeigt erschreckende Ergebnisse: In den mexikanischen WM-Städten Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey waren 17 Prozent der untersuchten öffentlichen WLAN-Netze völlig ungesichert. Noch alarmierender: 45 Prozent der vermeintlich geschützten Netze nutzten angreifbare WPS-Konfigurationen.

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Die Botschaft der Experten ist klar: „Reisende sollten unbedingt ein VPN nutzen, um ihre IP-Adresse und ihren Standort zu verschleiern", betont Patricia Egger von Proton VPN. Besonders gefährlich seien gefälschte Hotspots, die von Kriminellen eingerichtet werden. Die Sicherheitsexpertin rät zudem, Netzwerknamen vor Ort beim Personal zu verifizieren, ausschließlich HTTPS-verschlüsselte Seiten zu besuchen und Bluetooth sowie AirDrop automatisch deaktivieren zu lassen.

Die US-Kommunikationsbehörde FCC schloss sich am 5. Juni 2026 mit einer eigenen Warnung an. iPhone- und Android-Nutzer sollten Bluetooth und persönliche Hotspots grundsätzlich ausschalten, wenn sie nicht aktiv genutzt werden. „Offene Verbindungen sind wie eine offene Haustür für Hacker", warnt die Behörde.

iOS-Exploit und Diebstahlschutz

Besonders brisant: Die Google Threat Intelligence Group hat einen spezifischen iOS-Exploit namens „Coruna" identifiziert. Die Schadsoftware zielt auf Geräte mit iOS-Versionen zwischen 13.0 und 17.2.1 ab und extrahiert Kryptowährungs-Wallet-Daten – darunter die sogenannten Seed-Phrasen. Die Täter locken ihre Opfer über gefälschte Finanzwebseiten in die Falle.

Sicherheitsprofis raten dringend, das Betriebssystem auf dem neuesten Stand zu halten und für Hochrisiko-Umgebungen den „Lockdown-Modus" zu aktivieren. Für den physischen Schutz des Geräts empfiehlt sich die Aktivierung des „Stolen Device Protection" (eingeführt mit iOS 17.3). Eine perfide Masche: Kriminelle nutzen Apples „Verloren-Modus" für Erpressungsversuche. Opfer berichten von gefälschten Apple-Support-Nachrichten, die dazu auffordern, die Apple-ID zu entsperren. Die Devise der Experten: Drohungen ignorieren, stattdessen das Gerät aus der Ferne löschen und vertrauenswürdige Wiederherstellungskontakte hinterlegen.

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Grenzkontrollen: Das Handy als Beweismittel

Doch die Gefahr lauert nicht nur in dunklen Ecken des Internets. Auch an offiziellen Grenzübergängen droht Ungemach. Ein aktueller Fall aus April 2026 sorgt für Aufsehen: Am Minneapolis-St. Paul International Airport beschlagnahmten Beamte des Heimatschutzministeriums das Telefon eines Aktivisten. Die dazugehörige Klage wirft den Behörden einen Verstoß gegen den Vierten Verfassungszusatz (Schutz vor unrechtmäßigen Durchsuchungen) vor.

Die Zahlen belegen einen alarmierenden Trend: Im Fiskaljahr 2025 führte die US-Grenzschutzbehörde CBP 55.318 Handy-Durchsuchungen durch – ein Anstieg von 32 Prozent im Vergleich zu 2023. Zwar beansprucht die CBP das Recht auf Basis- und forensische Durchsuchungen, doch die Rechtslage bleibt uneinheitlich. Für Reisende bedeutet das: Daten, die nicht auf dem Gerät sind, können auch nicht beschlagnahmt werden.

iOS 18 und die Zukunft der Privatsphäre

Die bevorstehende Veröffentlichung von iOS 18 verspricht Besserung. Erwartet werden feinere Privatsphäre-Einstellungen, darunter die Möglichkeit, einzelne Apps zu sperren und die Kontaktfreigabe einzuschränken. Für die aktuelle Reisesaison empfehlen Experten folgende Maßnahmen:

  • Standortzugriff auf „Während der Nutzung" beschränken
  • Geräteübergreifendes Tracking und personalisierte Werbung deaktivieren
  • Datenschutzbericht der Apps regelmäßig prüfen
  • iCloud+-Funktionen wie „Hide My Email" und Safaris Tracker-Blockierung aktivieren

eSIM: Die smarte Alternative

Für die internationale Konnektivität setzen Branchenkenner zunehmend auf eSIM-Technologie. Digitale Chipkarten erlauben es Reisenden, ihre ursprüngliche Rufnummer zu behalten und gleichzeitig lokale Datentarife zu nutzen. Die täglichen Roaming-Gebühren von bis zu zwölf Euro pro Tag entfallen damit. Anbieter wie Ubigi und Holafly haben Anfang Juni flexible Datenpakete für über 200 Reiseziele auf den Markt gebracht. Der entscheidende Vorteil: Nutzer können Daten sicher nachladen, ohne auf öffentliche WLANs angewiesen zu sein.

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