Greenwashing-Verbot, EU-Regeln

Greenwashing-Verbot ab September: Neue EU-Regeln für Verpackungen

Veröffentlicht am: 05.07.2026 um 22:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland bleibt Europas größter Markt für Fleischalternativen trotz leichter Absatzrückgänge. Neue EU-Vorschriften und Marktveränderungen prägen die Branche.

Fleischersatzmarkt in Deutschland: Umsatz und neue EU-Regeln
Ein stilisiertes pflanzliches Burger-Patty mit leichtem Glanz vor dem unscharfen Hintergrund eines modernen europäischen Supermarktganges. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Gesamtumsatz: 750 Millionen Euro. Damit bleibt die Bundesrepublik der bedeutendste Absatzmarkt für vegane und vegetarische Alternativen in Europa – trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr.

Andere Länder entwickeln sich gegensätzlich. Frankreich und Italien verzeichnen steigende Absatzzahlen. In den Niederlanden und Spanien geht die Nachfrage dagegen zurück.

Neue EU-Regeln treiben Hersteller um

Die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich Mitte Juni verschärft. Das EU-Parlament beschloss eine Neuregelung der Produktbezeichnungen mit weitreichenden Folgen. „Veggie-Burger" bleibt erlaubt, „Veggie-Kotelett" oder „veganes Huhn" sind künftig tabu.

Bundeslandwirtschaftsminister Rainer kritisierte die Vorgaben. Sie schafften zusätzliche Bürokratie für die Hersteller.

Am 27. September 2026 tritt zudem die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher in Kraft. Sie soll Greenwashing unterbinden. Begriffe wie „umweltfreundlich" oder „klimaneutral" unterliegen dann strengeren Belegpflichten. Wirtschaftsverbände warnen vor der Vernichtung von Warenbeständen mit alten Verpackungen.

Branchenpionier meldet Insolvenz an

Der Markt durchläuft einen massiven Strukturwandel. Ein deutliches Signal: Die Planethic Group AG, früher bekannt als Veganz, meldete im Juli 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung an. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter.

Beobachter sehen darin ein Zeichen, dass das Segment im Mainstream angekommen ist. Frühere Pioniere stehen heute im direkten Wettbewerb mit Discountern, die ihre veganen Sortimente kontinuierlich ausbauen.

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Wer seine Verpackungsbestände vor der Vernichtung bewahren will, braucht jetzt eine klare Strategie: Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher verlangt ab 27. September 2026 harte Belege für Begriffe wie „umweltfreundlich" oder „klimaneutral". Unser Report liefert die Checkliste und das Audit, das Sie brauchen. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern

In Österreich zeigt sich ein anderes Bild. Der Lebensmittelhändler Billa verzeichnete 2026 ein Absatzplus von 26 Prozent bei Tofu und Tempeh. Die Produktionskapazitäten halten mit der rasant steigenden Nachfrage nicht Schritt. Besonders bei Tempeh herrscht Abhängigkeit von wenigen Produzenten. Der Preis für Tofu liegt bei unter sechs Euro pro Kilo. Interessant: Der Handel setzt vermehrt auf die Kennzeichnung „rein pflanzlich" statt „vegan".

Große Konzerne stellen sich neu auf

Weltweit agierende Lebensmittelkonzerne passen ihre Portfolios an neue Trends an. Der Aufstieg von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion verändert das Essverhalten. Fast 12 Prozent der US-Bevölkerung nutzten sie 2025 bereits.

Nestlé reagierte mit einer speziellen Produktlinie, die auf Muskelerhalt und Darmgesundheit ausgerichtet ist.

Gleichzeitig konsolidiert sich der Markt durch Übernahmen. Die Australia’s Made Group kaufte Danone, Lactalis erwarb British Protein Works. Fachleute beobachten kritisch: Viele neue Proteinprodukte gelten als ultraverarbeitete Lebensmittel – mit potenziellen Gesundheitsrisiken.

Fleischproduktion wächst weltweit

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Bürokratielast durch verschärfte Belegpflichten? Die neue EU-Richtlinie trifft Hersteller mit alten Verpackungen besonders hart. Wirtschaftsverbände warnen bereits vor Warenvernichtung. Unser Report zeigt in 3 Schritten, wie Sie Ihre Kennzeichnung fristgerecht umstellen – mit Muster-Argumenten für Behörden. Greenwashing-Audit jetzt sichern

Trotz des Booms pflanzlicher Alternativen in Europa: Die globale Fleischproduktion expandiert weiter. Zwischen 2006 und 2023 stieg die Nutztierpopulation um 50 Prozent auf rund 94,9 Milliarden Tiere. Die Futteranbauflächen wuchsen um ein Viertel.

Die Emissionen aus der Viehzucht nahmen zwischen 2001 und 2023 um rund ein Fünftel zu. Während Aktivisten eine Abkehr von fleischlastiger Ernährung fordern, investierten öffentliche Entwicklungsbanken allein 2024 über 1,2 Milliarden US-Dollar in die intensive Tierhaltung.

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