Grafikkarten Q2 2026: 12,5 Millionen Auslieferungen auf 4-Jahres-Hoch
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 19:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der globale Markt für PC-Grafikkarten hat im zweiten Quartal 2026 einen deutlichen Aufschwung verzeichnet und das höchste Auslieferungsniveau seit vier Jahren erreicht.
Laut Marktdaten von Jon Peddie Research stiegen die Auslieferungen von Add-in-Boards (AIB) auf 12,5 Millionen Einheiten. Dies entspricht einem Zuwachs von 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal und einem Plus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Branchenanalysten führen diese Entwicklung unter anderem auf die anhaltende Nachfrage nach High-End-Gaming und lokalen KI-Anwendungen zurück.
Nvidia dominiert das Segment der Desktop-Grafikkarten
Innerhalb des Berichtszeitraums festigte Nvidia seine marktbeherrschende Stellung. Wie Branchendienste am 11. September 2026 berichteten, kontrolliert das Unternehmen rund 90 Prozent des Marktes für Desktop-Grafikkarten, was einem Volumen von etwa 11,25 Millionen Einheiten entspricht. Rechnet man das Notebook-Segment hinzu, beliefen sich die GPU-Gesamtauslieferungen von Nvidia im zweiten Quartal 2026 auf rund 17,365 Millionen Einheiten.
Die Wettbewerber folgen mit deutlichem Abstand. AMD hielt im zweiten Quartal einen Marktanteil von rund 8 Prozent, was etwa einer Million ausgelieferter GPUs entspricht. Intel kam auf einen Anteil von 2 Prozent, was mehrere Hunderttausend Einheiten umfasst.
Im Vergleich zum Vorquartal verzeichneten die Marktanteile nur geringfügige Verschiebungen: Während Intel seinen Anteil um 0,3 Prozentpunkte steigern konnte, sank der Anteil von AMD um 0,16 Prozentpunkte und jener von Nvidia um 0,1 Prozentpunkte.
Diskrepanz zwischen Grafikprozessoren und dem CPU-Markt
Auffällig ist die Entwicklung im Vergleich zum restlichen PC-Markt. Während die Grafikkarten-Auslieferungen mit 12,5 Millionen Einheiten den höchsten Wert seit dem ersten Quartal 2022 erreichten, war das Segment der Desktop-CPUs rückläufig. Hier wurden im zweiten Quartal 2026 rund 14 Millionen Einheiten ausgeliefert – ein Rückgang von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und ein Einbruch um 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
12,5 Millionen ausgelieferte Grafikkarten im zweiten Quartal 2026 — das höchste Niveau seit vier Jahren. Wer jetzt vor der Wahl steht, sollte wissen, was Speicherknappheit und drohende Zolländerungen für die Preise bedeuten. Unser kostenloser Guide hilft Ihnen beim Timing. Jetzt kostenlosen GPU-Kaufguide anfordern
Trotz der sinkenden CPU-Zahlen stieg die sogenannte AIB-Attach-Rate, also der Anteil der Desktop-Systeme, die mit einer dedizierten Grafikkarte ausgestattet sind, auf 89 Prozent. Dies stellt eine Steigerung um 23 Prozentpunkte gegenüber dem vorangegangenen Quartal dar.
Experten sehen die Ursachen für dieses Wachstum trotz steigender Durchschnittsverkaufspreise in der hohen Relevanz von 3A-Spielen und der zunehmenden Nutzung lokaler KI-Modelle. Zudem hätten die Sorge vor künftigen Preissteigerungen durch Speicherknappheit sowie drohende Zolländerungen zu Vorziehkäufen geführt.
Expansion im Bereich Data Center und KI-Infrastruktur
Parallel zum Endkundenmarkt treibt Nvidia den Ausbau seines Data-Center-Segments massiv voran. Im zweiten Quartal 2026 erzielte dieser Bereich einen Umsatz von 89 Milliarden US-Dollar, was 93 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns ausmacht. Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist der Beginn der Auslieferungen der neuen Vera-Rubin-Plattform.
Berichten zufolge plant etwa der indische Dienstleister Yotta Data Services eine Bestellung von insgesamt 90.000 Nvidia-GPUs im Wert von 12 Milliarden US-Dollar, wobei sowohl Vera-Rubin- als auch Grace-Blackwell-Systeme zum Einsatz kommen sollen. Ein einzelnes Vera-Rubin-Rack bestehe dabei aus rund 1,3 Millionen Einzelteilen von tausenden Zulieferern.
Nvidia hält rund 90 Prozent des Desktop-Grafikkartenmarktes, AMD und Intel teilen sich den Rest — doch die Kaufentscheidung hängt längst nicht mehr nur an der Marke. Wer vorzieht, bevor Speicherpreise und Zölle die Preise weiter treiben, braucht einen klaren Vergleich der Marktanteile und Preisrisiken. Zum kostenlosen Markt- und Preisvergleich
Die Effizienz der neuen Generation zeigt sich auch in den Erlösen pro installierter Leistung: Während die Vorgänger-Architektur Hopper rund 18 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Gigawatt generierte, wird für die Vera-Rubin-Systeme ein Wert von 40 Milliarden US-Dollar prognostiziert.
Trotz der aktuellen Wachstumsraten im GPU-Gesamtmarkt, der im zweiten Quartal 75,5 Millionen Einheiten erreichte, bleiben die langfristigen Prognosen konservativ. Marktforscher rechnen für den Zeitraum von 2025 bis 2030 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von minus 2,5 Prozent und einer installierten Basis von 193 Millionen Einheiten zum Ende des Jahrzehnts.
