Grab, Lieferroboter

Grab startet autonome Lieferroboter: Carri übernimmt letzte 100 Meter

04.06.2026 - 14:00:15 | boerse-global.de

Grab testet ab Ende 2026 autonome Roboter in Punggol, um die letzte Meile effizienter zu gestalten und Personalkosten zu senken.

Grab startet autonome Lieferroboter: Carri übernimmt letzte 100 Meter - Bild: über boerse-global.de
Grab startet autonome Lieferroboter: Carri übernimmt letzte 100 Meter - Bild: über boerse-global.de

Der südostasiatische Fahrdienst- und Lieferriese Grab will ab Ende 2026 im Stadtteil Punggol autonome Lieferroboter einsetzen. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, steigende Personalkosten und den zunehmenden Arbeitskräftemangel in der Logistikbranche abzufedern.

Die letzten Meter entscheiden

Im Mittelpunkt der Initiative steht der Roboter „Carri", der die ersten und letzten 100 Meter einer Lieferung übernehmen soll. Laut Grab-Technologievorstand Suthen Paradatheth machen genau diese kurzen Streckenabschnitte rund zehn Prozent der gesamten Lieferzeit aus. Durch die Automatisierung dieser Engpässe will das Unternehmen seine Abläufe in einem Markt mit erheblichen Personalproblemen optimieren.

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Der Testlauf findet im Punggol Digital District statt – einem Gebiet, in dem die singapurische Regierung gemeinsame Infrastruktur für autonome Systeme bereitstellt. Ministerin Josephine Teo hat die Unterstützung der Regierung für diese Versuche zugesichert, an denen insgesamt acht Unternehmen teilnehmen, darunter DHL und QuikBot.

Strategische Allianzen im autonomen Lieferverkehr

Die Ankündigung von Grab fällt in eine Phase reger Aktivität im Bereich autonomer Lieferdienste in Singapur. Erst am 3. Juni 2026 gaben Neolix, ein Spezialist für autonome Logistik der Stufe 4, und QuikBot eine strategische Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Entwicklung durchgängig autonomer Lieferlösungen – von der Straße bis zur Haustür. Auch dieses Projekt soll noch 2026 in Punggol starten und profitiert von regulatorischen Ausnahmegenehmigungen im Bezirk.

Grab hat die technologischen Grundlagen für diesen Wandel über mehrere Jahre aufgebaut. Seit 2024 arbeitet das Unternehmen mit OpenAI zusammen und hat in verschiedene autonome Fahrzeugfirmen investiert, darunter WeRide, May Mobility und Momenta.

Singapur als Drehscheibe für Robotik und KI-Forschung

Die Entwicklung hin zu autonomen Lieferungen wird durch einen breiten Zustrom von KI- und Robotik-Infrastruktur nach Singapur gestützt. Am 3. Juni 2026 eröffnete die YY Group ein Trainingslabor für humanoide Robotik im Stadtstaat. Das Labor, das mit NVIDIA-Beschleunigungstechnologie betrieben wird, ist Teil eines „Mensch-Roboter-Kooperations"-Rahmenwerks. YY Group hat bereits Pilotprojekte mit humanoiden Robotern in einem Einkaufszentrum und einem Luxushotel gestartet, um Routineaufgaben zu übernehmen.

Mehrere globale Technologieführer haben kürzlich KI-Einrichtungen in der Region eröffnet oder angekündigt:

  • OpenAI: Investiert über 300 Millionen Singapur-Dollar in ein angewandtes KI-Labor – das erste außerhalb der USA.
  • NVIDIA: Errichtet ein Forschungszentrum für „Embodied AI" und kooperiert mit Singtel bei einem KI-Kompetenzzentrum.
  • Google DeepMind: Eröffnete im November 2025 ein KI-Forschungslabor.
  • Microsoft Research Asia: Eröffnete im Juli 2025 sein erstes südostasiatisches Labor.
  • Razer: Gründete im August 2025 ein KI-Kompetenzzentrum mit geplanten 150 Stellen.

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Autonome Mobilität auf dem Vormarsch

Auch im Bereich des großflächigen autonomen Transports tut sich etwas in der Region. Am 3. Juni 2026 gaben VinFast, NVIDIA und Autobrains eine Partnerschaft zur Entwicklung eines Robotaxi-Programms der Stufe 4 für Südostasien bekannt. Das Programm nutzt die NVIDIA DRIVE Hyperion 10-Plattform und agentische KI-Software für eine modulare Architektur, die komplexe städtische Verkehrsumgebungen bewältigen kann.

Diese Entwicklungen folgen globalen Trends: Erst Anfang Juni 2026 weitete Serve Robotics seine autonomen Operationen in den USA auf die Wäschelieferung aus, während Firmen in Brasilien multimodale Drohnen- und Roboterlieferdienste in São Paulo starteten, um Auftragsablehnungen zu reduzieren.

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