GPU-Markt: 12,5 Millionen Grafikkarten im Q2 — höchster Stand seit 4 Jahren
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 21:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Markt für Desktop-Grafikkarten hat im zweiten Quartal 2026 eine deutliche Belebung erfahren und den höchsten Stand bei den Auslieferungszahlen seit vier Jahren erreicht.
Laut aktuellen Daten des Marktforschungsunternehmens Jon Peddie Research (JPR) stiegen die Auslieferungen von Add-in-Boards (AIBs) in diesem Zeitraum auf 12,5 Millionen Einheiten. Dies entspricht einem Zuwachs von 5,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal und einem Plus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Letztmalig wurden im ersten Quartal 2022 mit 13,38 Millionen Einheiten höhere Werte erzielt.
JPR-Präsident Jon Peddie führte diese Entwicklung unter anderem auf das psychologische Kaufverhalten der Konsumenten zurück. Demnach würden die bereits beobachteten Preissteigerungen die Käufer dazu veranlassen, ihre Anschaffungen vorzuziehen, da sie für die Zukunft noch höhere Preise befürchteten.
Nvidia festigt Marktdominanz gegenüber AMD und Intel
Die Marktanteile im Bereich der Desktop-GPUs blieben im zweiten Quartal 2026 stark konzentriert. Nvidia hält laut dem Bericht einen Marktanteil von rund 90 Prozent, was etwa 11,25 Millionen ausgelieferten Grafikkarten entspricht. AMD folgt mit einem Anteil von etwa 8 Prozent (rund 1 Million Einheiten), während Intel einen Marktanteil von 2 Prozent verbucht.
Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 24,3 Millionen Add-in-Boards ausgeliefert, verglichen mit 20,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Bemerkenswert ist zudem die sogenannte Attach-Rate für Desktop-PCs, die bei 89 Prozent liegt und damit ein Wachstum von 23 Prozent gegenüber dem Vorquartal verzeichnet.
Kontrastierende Entwicklung bei Prozessoren und Rechenzentren
Während der GPU-Markt wächst, zeigt das Segment der Desktop-CPUs eine rückläufige Tendenz. Mit 14 Millionen Einheiten sanken die CPU-Auslieferungen um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und liegen sogar 33 Prozent unter dem Vorjahreswert.
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Gänzlich anders stellt sich die Situation im Bereich der Hochleistungshardware für Unternehmen dar. Das Data-Center-Segment von Nvidia erwirtschaftete im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 89 Mrd. US-Dollar, was 93 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens ausmacht.
Auch die Auslieferungen von Data-Center-GPU-Boards stiegen laut JPR-Bericht vom 11. September 2026 um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für den Zeitraum von 2025 bis 2030 prognostizieren die Marktforscher eine installierte Basis von 193 Millionen Einheiten, trotz einer erwarteten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von -2,5 Prozent.
Berichte über Schmelzschäden bei Stromversorgungshardware
Parallel zu den positiven Marktzahlen gibt es neue Berichte über technische Probleme bei Hardware-Monitoring-Komponenten. Betroffen ist die "WireView"-Lösung von Thermal Grizzly mit drei 8-Pin-PCIe-Anschlüssen. In einem Fall meldete ein Besitzer einer Radeon RX 7900 XTX, dass die Hardware an den GPU-Anschlüssen geschmolzen sei, nachdem das System zuvor über Monate hinweg Freezes und Black Screens gezeigt habe.
Ein weiterer Nutzer berichtete über einen identischen Defekt und erhielt eine Rückerstattung. In diesem Fall überlebte die Grafikkarte den Vorfall, wobei der Energieverbrauch durch Undervolting bei unter 300 Watt lag. Thermal Grizzly prüft die Vorfälle derzeit; die genaue Ursache ist noch unklar. Bereits im Jahr 2024 war ein ähnlicher Fall bekannt geworden, bei dem eine Backplate das vollständige Einrasten der Steckverbindung verhindert hatte.
Monatelange Freezes, dann geschmolzene 8-Pin-Anschlüsse an einer Radeon RX 7900 XTX — selbst bei unter 300 Watt. Wer seine GPU sicher betreiben will, braucht eine klare Checkliste für Stecker, Last und Undervolting. Sichere GPU-Stromversorgung: Checkliste jetzt sichern
Indes sorgt das Übertaktungsteam von TecLab mit einem Hardware-Mod für Aufmerksamkeit. In einem Livestream bauten die Experten eine RTX 5090 auf eine Stromversorgung mit drei 8-Pin-PCIe-Anschlüssen um. Dabei wurden Leistungsaufnahmen zwischen 400 und 900 Watt sowie Stromstärken von über 120 Ampere erreicht.
Zum Vergleich: Ein standardmäßiger 8-Pin-Anschluss ist offiziell nur für 150 Watt spezifiziert. Die PCI-SIG hatte bereits in der Vergangenheit den 16-Pin-Anschluss (12V-2x6) überarbeitet, um Schmelzproblemen entgegenzuwirken.
