GPT-6, Robotik

GPT-6 und Robotik: Unitree erwartet Durchbruch bei verkörperter KI in 1–2 Jahren

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 04:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wang sieht durch GPT-6 einen Entwicklungssprung binnen ein bis zwei Jahren näher rücken; konkrete Testergebnisse veröffentlichte Unitree nicht.

Unitree: GPT-6 verkürzt den Zeithorizont für den Robotik-Durchbruch
Eine leere, moderne Industriehalle mit hellen Betonböden und diffuser Beleuchtung, die eine technologische Umgebung andeutet. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Industriemesse China International Industry Fair in Shanghai hat Unitree-Gründer und Vorstandschef Wang Xingxing seine Prognose für einen grundlegenden Durchbruch in der Robotik deutlich verkürzt.

Das KI-Modell GPT-6 habe die Erwartung für einen vergleichbaren Entwicklungssprung wie bei ChatGPT im Bereich der physischen, verkörperten Intelligenz auf ein bis zwei Jahre verringert, wie am 12. Oktober berichtet wurde. Ein für 2027 erwartetes Nachfolgemodell GPT-7 könnte die Herausforderungen bei der direkten Steuerung von Robotern möglicherweise unmittelbar lösen.

Schnellere Fortschritte bei generativer Robotersteuerung

Nach Angaben von Wang habe Unitree das Modell GPT-6 bereits an verschiedenen Robotern und Aufgaben erprobt. Die dabei erzielten Ergebnisse bezeichnete er als überaus positiv und beeindruckend, wenngleich das Unternehmen bisher keine konkreten Messwerte, Erfolgsraten oder spezifischen Modellkonfigurationen publizierte.

Damit korrigiert der Unternehmensgründer seine bisherigen Zeithorizonte nach vorne. Noch im August 2026, vor der Veröffentlichung von GPT-6, hatte Wang auf der World Robot Conference für die Bewältigung von rund 80 Prozent der Aufgaben in rund 80 Prozent unbekannter Einsatzumgebungen ein Zeitfenster von zwei bis drei Jahren im optimistischen Fall und fünf bis zehn Jahre im langsameren Szenario genannt.

Rückblickend bezeichnete er es am 12. Oktober als seinen größten Fehler des vergangenen Jahrzehnts, der Künstlichen Intelligenz nicht früh genug vertraut zu haben, da sich entsprechende Modelle inzwischen alle ein bis zwei Monate weiterentwickelten.

Als wesentliche Hürden stünden gegenwärtig noch die Generalisierung sowie die operative Effizienz im Raum. Kommerzielle Dienstleistungsanwendungen dürften die Marktreife nach seiner Einschätzung schneller erreichen als industrielle Einsätze, während Haushaltsroboter mehr Zeit benötigten.

Anzeige

Robotik und KI transformieren die globale Wirtschaft in rasantem Tempo. Dieser kostenlose Report liefert konkrete Einblicke in Unternehmen, die von Milliarden-Investitionen in diese Zukunftstechnologien profitieren. Robotik und KI: So erkennen Sie die Profiteure der neuen Industrieära

Skalierung und Kostensenkung bei Hardware

Das 2016 in Hangzhou gegründete Unternehmen Unitree konzentriert sich seit Jahren auf die Senkung von Hardwarekosten, insbesondere bei Aktuatoren, Gelenken und der Fortbewegung auf zwei Beinen. Bis Juli 2026 verzeichnete das Unternehmen kumuliert rund 18.000 zweibeinige Systeme.

Am 19. August 2026 vollzog Unitree den Börsengang am STAR Market in Shanghai mit einem Ausgabepreis von 150,80 Yuan, einer Bewertung von rund 61 Milliarden Yuan (9,04 Milliarden US-Dollar) und einem Erlös von circa 6,1 Milliarden Yuan (900 Millionen US-Dollar). Nach einem Kurssprung von 460 Prozent am ersten Handelstag notierte das Papier Ende September bei 513,93 Yuan.

Finanziell steigerte Unitree den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf 1,70 Milliarden Yuan (252 Millionen US-Dollar), verglichen mit 392,77 Millionen Yuan im Jahr 2024. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 68,5 Prozent auf 422,8 Millionen Yuan, während der bereinigte Gewinn um 52,6 Prozent auf 40,3 Millionen Yuan nachgab.

Der Anteil des Heimatmarkts am Umsatz stieg 2025 auf 56,35 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 lieferte Unitree mehr als 5.500 humanoide Roboter an Endkunden aus; für 2026 peilt das Unternehmen 10.000 bis 20.000 Einheiten an.

Anzeige

Wer sich mit dem technologischen Wandel der Industrie befasst, erkennt schnell das enorme Potenzial von Robotik und Künstlicher Intelligenz. Ein aktueller Report fasst zusammen, wie diese Innovationen ganze Branchen umkrempeln und wer davon am stärksten profitiert. Experten analysieren die größte Industrierevolution seit Jahrzehnten

Zugleich sanken die Preise: Der zweibeinige G1 wurde binnen 18 Monaten von 16.000 auf 13.500 US-Dollar verbilligt, während das Modell R1 ab rund 5.900 US-Dollar oder teils unter 5.000 US-Dollar angeboten wird. Mit dem GD01 startete das Unternehmen zudem einen serienreifen Humanoiden mit über 30 Freiheitsgraden und offenem Software-Entwicklungskit für externe KI-Lösungen.

Wettbewerb um Steuerungssysteme und Skalierung

Die Verbindung von fortschrittlichen Basismodellen und Robotik gewinnt auch bei Branchenbeobachtern an Bedeutung. Brendan Ahern von KraneShares verwies darauf, dass vor allem die Fähigkeiten der KI den limitierenden Faktor darstellen, nicht die Kosten der Hardware. Zudem seien herkömmliche Funknetzwerke in Büros oder Heimen häufig unzureichend für Cloud-gestützte Steuerungssysteme.

Während Konkurrenten wie Figure AI, Tesla, Agility Robotics sowie chinesische Anbieter wie UBTech und AgiBot auf getrennte Architekturen für visuelle Wahrnehmung, Planung und Motorik setzen, forcieren KI-Entwickler direkte Modellansätze.

So zeigte RoboCurve bei Tests mit GPT-6 Astra 19 von 20 erfolgreichen Versuchen beim Platzieren von Blöcken in Schalen, wenngleich präzise Puzzle-Aufgaben nur in zwei von 20 Fällen gelangen. Auch DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng prüft nach einem Einstieg bei Unitree im Vorfeld des Börsengangs im Umfang von 141 Millionen Yuan eine verstärkte Zusammenarbeit bei Modellen für verkörperte Intelligenz.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70307797 |