Fraunhofer-Sensor, Herzrate

goVISCAN: Fraunhofer-Sensor misst Herzrate und Sauerstoff kontaktlos

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Fraunhofer IOF erprobte goVISCAN mit zwölf Personen im Labor. Für den Einsatz im Alltag und in Kliniken sind weitere Prüfungen erforderlich.

Fraunhofer IOF zeigt goVISCAN für kontaktlose Vitalmessung
Modernes Labor mit optischen Messgeräten und Linsensystemen auf einem sauberen Arbeitstisch. Illustration mit AI erstellt.

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) hat ein neues Sensorsystem namens goVISCAN präsentiert. Die optische Technologie ermöglicht die berührungslose Erfassung zentraler Vitalparameter wie Herzrate, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung (SpO?).

Vorgestellt wurde das System auf der Fachmesse W3+ in Jena. Ziel der Entwicklung ist es, physiologische Daten ohne störende Verkabelung oder direkten Hautkontakt zuverlässig zu überwachen.

Das kompakte Modul misst 10 × 7,5 × 2,5 Zentimeter und arbeitet in einem Messabstand von 70 Zentimetern bis 1,3 Metern zur überwachten Person. Um Messfehler durch wechselnde Umgebungsbeleuchtung oder Körperbewegungen zu reduzieren, greift das System auf neun Spektralkanäle zurück. Dadurch sollen Störeinflüsse, die bei herkömmlichen optischen Verfahren häufig zu Artefakten führen, gezielt minimiert werden.

Erste Messwerte aus dem Labor

In einer internen Vorstudie hat das Institut die Funktionsweise des optischen Aufbaus bereits im Labor erprobt. An der Untersuchung nahmen zwölf Probanden teil. Dabei ermittelten die Forscher des Fraunhofer IOF die Abweichungen im Vergleich zu den Daten eines etablierten Fingerpulsoximeters.

Anzeige

Verkabelung bindet Pflegepersonal und belastet Patienten — kontaktlose Sensorik soll das ändern. Ein optisches Modul misst Herzrate, Atemfrequenz und SpO? aus 70 Zentimetern bis 1,3 Metern Abstand; neun Spektralkanäle sollen Bewegungs- und Beleuchtungsartefakte mindern. Unser kostenloser Leitfaden ordnet ein, was die Labordaten aussagen und welche Prüfschritte vor einem Klinikeinsatz ausstehen. Leitfaden kontaktlose Vitalmessung jetzt anfordern

Demnach lag der mittlere Fehler bei der Atemfrequenz im Labortest bei 1,3 Atemzügen pro Minute. Bei der Bestimmung der Herzrate betrug die mittlere Abweichung 2,8 Schläge pro Minute, während sie bei der Sauerstoffsättigung SpO? bei 3,8 Prozentpunkten lag.

Alltagstauglichkeit und weitere Schritte

Trotz der ersten Laborergebnisse betonen die Entwickler, dass weitergehende Untersuchungen notwendig sind. Bislang steht eine Prüfung der Alltagstauglichkeit unter praxisnahen Bedingungen noch aus. Vor einem regulären Einsatz müssen sich die Sensoren zudem in klinischen Studien bewähren. Derartige Kliniktests stellen laut dem Institut den nächsten Entwicklungsschritt dar, um die Robustheit der Messungen im medizinischen Umfeld zu überprüfen.

Anzeige

Optische Sensoren liefern bei Bewegung und wechselndem Licht häufig Artefakte — für die klinische Bewertung neuer Medizintechnik ist das ein zentrales Kriterium. Der Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie Messverfahren für SpO? vergleichen und welche Anforderungen klinische Studien an Ihr Haus stellen. Vergleichskriterien und Studien-Checkliste sichern

Die technologische Basis für das Sensorsystem entstand im Rahmen des AMI-Bündnisses, das über den Zeitraum von 2022 bis 2025 lief. Dieses Forschungsvorhaben wurde durch das Bundesforschungsministerium mit rund 9 Millionen Euro gefördert. Eine weitere Präsentation des Systems ist bereits terminiert: Ab dem 6. Oktober 2026 soll goVISCAN auf der Fachmesse VISION in Stuttgart dem internationalen Publikum vorgestellt werden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70168582 |