Google verklagt Phishing-Bande: 2,5 Millionen SMS-Betrügereien
15.06.2026 - 10:24:44 | boerse-global.de
Parallel dazu bringt der Konzern neue Schutzfunktionen für Pixel-Smartphones.
Zivilklage gegen „Outsider Enterprise“
Mitte Juni reichte Google eine Zivilklage gegen die Gruppe „Outsider Enterprise“ ein. Das Netzwerk soll Googles KI Gemini zweckentfremdet haben, um großangelegte Phishing-Kampagnen gegen Android-Nutzer in den USA zu fahren.
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Allein in zwei Wochen im Mai versendete die Bande 2,5 Millionen betrügerische Kurzmitteilungen. Die Infrastruktur: rund 9.000 gefälschte Internetseiten und über eine Million URLs. Das Modell lief als „Phishing-as-a-Service“ – schon ab 80 Euro pro Woche buchbar.
Das FBI schätzt den Gesamtschaden solcher Aktivitäten seit Mitte 2023 auf rund 1,75 Milliarden Euro. Rund 3,87 Millionen Kreditkartendaten sollen kompromittiert worden sein.
Pixel Drop: Neue Abwehr gegen Fake-Anrufe
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung bringt Google im Juni-Update neue Sicherheitsfunktionen. Der „Pixel Drop“ enthält eine Erkennung für betrügerische Anrufe. Die Funktion warnt, wenn Telefonate typische Merkmale von Betrugsmaschen zeigen.
Auch die Gemini-App bekommt erweiterte Sicherheitsfeatures – etwa KI-gestützte Analysen zur Identifizierung schädlicher Inhalte. Einige Neuerungen sind nur für aktuelle Modelle verfügbar. Die Pixel-6-Serie geht teilweise leer aus.
Zero-Day-Lücke und Marken-Phishing
Doch SMS-Betrug ist nicht die einzige Gefahr. Die Erpressergruppe ShinyHunters nutzt seit Ende Mai eine kritische Sicherheitslücke in Oracle PeopleSoft aus. Die Schwachstelle CVE-2026-35273 erreicht 9,8 von 10 Punkten auf der CVSS-Skala.
Mehr als 100 Organisationen sind betroffen – der Schwerpunkt liegt mit 68 Prozent auf Bildungseinrichtungen. Die US-Behörde CISA setzte eine Frist bis zum 15. Juni zur Behebung.
Parallel kursieren Phishing-Mails, die Marken wie Ikea missbrauchen. Unter dem Vorwand von Treueprämien oder Gutscheinen bis zu 1.000 Euro locken Betrüger in Abofallen oder sammeln persönliche Daten. Experten raten: Bei unerwarteten Gewinnversprechen und dringenden Handlungsaufforderungen niemals Links in Nachrichten anklicken.
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Strengere Regeln für Unternehmen
Die Professionalisierung der Angreifer erhöht den Druck auf die Wirtschaft. Seit Ende 2025 sind schätzungsweise 30.000 Unternehmen zu verschärften IT-Risikomanagement- und Meldeprozessen verpflichtet – Folge der NIS-2-Umsetzung.
Die Geschäftsleitung haftet bei Versäumnissen im IT-Grundschutz. Technische Lösungen wie automatisierte Backups erhöhen die Resilienz, ersetzen aber keine umfassende Cybersicherheitsstrategie.
