Google-Strafe, Rekord-Bußgeld

Google-Strafe: EU verhängt Rekord-Bußgeld von 890 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 05:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission belegt Google mit einer Rekordbuße von 890 Millionen Euro wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act.

EU verhängt Rekordstrafe von 890 Mio. Euro gegen Google
Modernes EU-Bürogebäude für digitale Marktregulierung und Wettbewerbsrecht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Union hat Google zu einer Rekordstrafe von 890 Millionen Euro verdonnert. Es ist die bislang höchste Geldbuße unter dem neuen Digital Markets Act (DMA). Der Technologieriese soll gegen Wettbewerbsregeln verstoßen haben – sowohl bei der Google-Suche als auch im Play Store.

Die Strafe, die am 23. Juli 2026 verhängt wurde, ließ die Aktien des Mutterkonzerns Alphabet vorbörslich um rund vier Prozent einbrechen. Für die EU-Kommission ist das Urteil ein klares Signal: Selbst die größten Digitalkonzerne müssen sich den Regeln beugen.

Zwei Verstöße, zwei Strafen

Die Kommission unterteilt das Bußgeld in zwei Posten. 460 Millionen Euro entfallen auf die sogenannte Selbstbegünstigung bei der Google-Suche. Die Ermittler stellten fest, dass der Konzern in Bereichen wie Shopping, Hotels, Transport und Sport die eigenen Dienste bevorzugte – und konkurrierende Angebote systematisch benachteiligte.

Die restlichen 430 Millionen Euro betreffen den Google Play Store. Hier moniert die EU, dass Google App-Entwickler daran hinderte, Nutzer auf günstigere Bezahlmöglichkeiten außerhalb des Ökosystems hinzuweisen. Diese Praxis – bekannt als Anti-Steering – schränkt den Wettbewerb massiv ein.

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60 Tage Zeit für Nachbesserungen

Die EU gibt Google nun 60 Tage, um die Verstöße vollständig zu beheben. Sollte der Konzern die Frist verstreichen lassen, drohen weitere Strafzahlungen. Diese könnten sich auf bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes belaufen – eine empfindliche Summe für den Werberiesen.

Die Kommission räumt zwar ein, dass Google bereits erste Anpassungen vorgenommen hat. Diese reichten jedoch nicht aus, um die Auflagen des DMA zu erfüllen.

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Google kündigt Widerstand an

Der Konzern zeigt sich wenig einsichtig. Kent Walker, Googles Chef-Justiziar, kritisierte die Entscheidung scharf. Die geforderten Änderungen könnten die Produktqualität verschlechtern und letztlich den Nutzern schaden, so sein Argument. Google prüft derzeit rechtliche Schritte gegen das Urteil.

Die Strafe kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Die Entscheidung fällt mitten in die anhaltenden Spannungen um US-Zölle. Teresa Ribera, EU-Wettbewerbskommissarin, verteidigte die Geldbuße dennoch als notwendigen Schritt für faire digitale Märkte. Die Botschaft aus Brüssel ist klar: Auch in Zeiten geopolitischer Verwerfungen lässt sich die EU nicht von ihrer Regulierungspolitik abbringen.

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