Google-Strafe, Milliarde

Google-Strafe: EU verhängt Milliarde wegen App-Store-Blockade

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google erlaubt Installation fremder App-Stores über den Play Store, verlangt aber eine jährliche Gebühr. Neue Hürden für Sideloading und eine drohende EU-Milliardenstrafe belasten das Android-Ökosystem.

Google Play Store öffnet sich für alternative App-Märkte
Smartphone mit Android-Entwicklungscode und Sicherheits-Icons auf dem Display in einer modernen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google verändert die Regeln für den App-Vertrieb auf Android grundlegend. Mit dem neuen „Play Catalog Access Program“ können alternative App-Stores künftig direkt über den offiziellen Google Play Store installiert werden. Dafür verlangt Google aber eine jährliche Gebühr von 5.000 US-Dollar.

Das Programm startet zunächst in den USA. Betreiber von Drittanbieter-Marktplätzen können ihre Stores dann als Katalog im Play Store anbieten. Entwickler, die darüber Apps verteilen wollen, müssen sich auf neue Kosten einstellen: Die einmalige Verifizierungsgebühr wird jedes Jahr fällig.

Parallel dazu hat Google die Entwickler-Werkzeuge aktualisiert. Das Android Gradle Plugin (AGP) 9.4.0 unterstützt jetzt API-Level 37. Auch die SDK Build Tools 36.0.0 und Gradle 9.6.0 sind verfügbar. Sie bilden die technische Basis für Apps unter den neuen Regeln.

Sideloading wird in mehreren Ländern erschwert

Während Google den Zugang für geprüfte Store-Betreiber formal erleichtert, macht es das Unternehmen Nutzern in anderen Regionen schwerer, Apps außerhalb des Play Stores zu installieren. Ab Ende September 2026 greifen in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand neue Sicherheitsmechanismen.

Konkret müssen Nutzer dort künftig 24 Stunden warten, bevor sie eine APK-Datei aus unsicherer Quelle installieren können. Zusätzlich ist ein obligatorischer Neustart des Geräts erforderlich. Offiziell dient das dem Schutz vor Schadsoftware – faktisch schränkt es die bisherige Freiheit des Android-Ökosystems massiv ein.

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EU droht mit Milliardenstrafe nach DMA

Die Änderungen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Europäische Kommission bereitet offenbar die erste Geldbuße gegen Google auf Basis des Digital Markets Act (DMA) vor. Eine Ankündigung wird für diesen Donnerstag erwartet.

Die Strafe soll sich auf rund eine Milliarde Euro belaufen. Das Verfahren läuft seit März 2024. Der Vorwurf: Google behindere den Download von Apps außerhalb des Play Stores und bevorzuge eigene Dienste in den Suchergebnissen. Der DMA erlaubt Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Alphabet setzte 2025 rund 402,8 Milliarden US-Dollar um.

Bereits zuvor wurde Google verpflichtet, ab Januar 2027 Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen und Android für KI-Dienste anderer Anbieter zu öffnen.

Neue Play Services und Android 17 Beta

Neben den Vertriebsregeln gibt es technische Neuerungen. Die Google Play Services 26.28 bringen eine gekürzte IMEI-Anzeige und eine verbesserte Suchfunktion. Außerdem ist die Android 17 QPR2 Beta 1 erschienen. Sie behebt Fehler bei Bluetooth-Kopplungen und Systemabstürze im Zusammenhang mit dem KI-Dienst Gemini.

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Für ältere Pixel-Modelle sieht es dagegen düster aus: Das Pixel 6 und Pixel 6 Pro erhalten keine weiteren Beta-Updates mehr. Der Support ist eingestellt.

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