Google-SpaceX-Deal, Milliarden

Google-SpaceX-Deal: 30 Milliarden Dollar für 110.000 KI-GPUs

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 12:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google mietet für rund 30 Milliarden Dollar 110.000 Nvidia-GPUs bei SpaceX an, um die Gemini-KI-Infrastruktur bis 2029 auszubauen.

Google sichert sich KI-Rechenpower: Milliarden-Deal mit SpaceX
Moderne Rechenzentrum-Infrastruktur mit leuchtenden Server-Racks zur Unterstützung von KI-Berechnungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Alphabet-Tochter Google hat einen weitreichenden Infrastrukturvertrag mit SpaceX über die Bereitstellung von Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz geschlossen. Wie am 6. August 2026 bekannt wurde, umfasst die Vereinbarung ein Volumen von etwa 30 Milliarden US-Dollar. Google plant, rund 110.000 Nvidia-Grafikprozessoren (GPUs) von SpaceX anzumieten, um die Rechenleistung für seine KI-Modelle der Gemini-Serie abzusichern.

Vertragliche Details und Infrastruktur für Gemini

Die Zusammenarbeit ist auf einen Zeitraum von Oktober 2026 bis Juni 2029 ausgelegt. Für die Nutzung der GPU-Kapazitäten sieht der Vertrag monatliche Zahlungen in Höhe von etwa 920 Millionen US-Dollar vor. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die zeitnahe Bereitstellung der Infrastruktur: Sollte SpaceX die vereinbarten Systeme bis September 2026 nicht lieferbereit halten, räumt der Vertrag Google ein Kündigungsrecht ein.

Die Partnerschaft unterstreicht die wachsende Rolle von SpaceX als Cloud-Service-Anbieter im KI-Sektor. Elon Musk dementierte in diesem Zusammenhang Berichte über einen direkten 52 Milliarden US-Dollar schweren GPU-Deal zwischen SpaceX und Nvidia, bestätigte jedoch, dass SpaceX bereits Cluster im Gigawatt-Maßstab betreibt. Neben Google nutzt auch der KI-Entwickler Anthropic diese Ressourcen. Anthropic verfügt laut Branchenberichten über einen separaten Vertrag mit SpaceX, der monatliche Zahlungen von etwa 1,25 Milliarden US-Dollar für die Nutzung von rund 325.000 GPUs vorsieht.

Strategische Allianz mit Nvidia und Ausbau der Kapazitäten

SpaceX setzt bei seiner Hardware-Strategie fast ausschließlich auf Nvidia. Das Unternehmen kündigte ein exklusives Engagement für die kommende Vera-Rubin-Architektur von Nvidia an und erwartet, einen sehr signifikanten Prozentsatz der weltweiten GPU-Produktion des Herstellers abzunehmen.

Die Compute-Kapazität von SpaceX lag zum 30. Juni 2026 bei 1,4 Gigawatt. Bis zum Jahresende 2026 soll dieser Wert auf über 2 Gigawatt steigen, mit einem langfristigen Ziel von 20 Gigawatt. Ein Teil dieser Rechenleistung soll künftig auch im Weltraum angesiedelt werden. SpaceX plant für das Jahr 2027 den Start von Starmind AI1-Satelliten, die mit Nvidia Vera Rubin NVL72-Modulen als Compute-Payload ausgestattet sind. Ein entsprechender Antrag bei der US-Fernmeldebehörde FCC umfasst bis zu eine Million Satelliten.

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SpaceX präsentiert erste öffentliche Gewinnmitteilung

Parallel zum Google-Abschluss legte SpaceX am 6. August 2026 erstmals eine öffentliche Gewinnmitteilung vor. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 92 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Trotz des starken Wachstums verbuchte SpaceX einen Nettoverlust von 541 Millionen US-Douglas.

Das KI-Segment erwies sich als wesentlicher Wachstumstreiber mit einem Umsatz von 2,56 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 247 % im Jahresvergleich. Etwa 95 % dieser Erlöse stammen aus der Vermietung von GPUs, wobei das Segment einen operativen Verlust von 1,3 Milliarden US-Dollar auswies. Die Investitionsausgaben (Capex) beliefen sich im Quartal auf insgesamt 18,37 Milliarden US-Dollar, wovon 86 % auf den KI-Bereich entfielen. Das Satellitengeschäft Starlink trug 4,3 Milliarden US-Dollar zum Umsatz bei und erzielte ein operatives Einkommen von 1,7 Milliarden US-Dollar.

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Marktreaktion und Bewertung

An den Finanzmärkten lösten die Nachrichten gemischte Reaktionen aus. Während die Aktie von Nvidia um 3,4 % bis 4 % zulegte, sank der Kurs von SpaceX nachbörslich um 7 % bis 12 % und notierte bei rund 110 US-Dollar. Analysten von JPMorgan verwiesen auf den Ablauf der ersten Lockup-Frist, wodurch 911,5 Millionen Aktien frei wurden, was den Streubesitz um 143 % erhöhte.

Nach dem Zusammenschluss mit xAI im Februar 2026 wird SpaceX mit 1,25 Billionen US-Dollar bewertet. Im Hinblick auf einen möglichen Börsengang (IPO) stehen Bewertungen von bis zu 1,8 Billionen US-Dollar im Raum. Das Unternehmen verfügt derzeit über Barreserven in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar. Neben dem Google-Vertrag belaufen sich die Cloud-Service-Verträge von SpaceX auf 14,1 Milliarden US-Dollar, zuzüglich weiterer 6,7 Milliarden US-Dollar, die im laufenden Quartal hinzugekommen sind.

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