Google Slides: Gemini erstellt Präsentationen aus Textbefehl
02.07.2026 - 18:35:19 | boerse-global.de
Google, Gamma und neue Anbieter treiben die Automatisierung von Präsentationen und Meetings massiv voran.
Die Welt der Präsentations- und Produktivitätssoftware erlebt Mitte 2026 einen grundlegenden Wandel. Künstliche Intelligenz und generative Sprachmodelle halten in atemberaubendem Tempo Einzug in die etablierten Büroanwendungen. Gleichzeitig konsolidiert sich der Markt für virtuelle Veranstaltungsplattformen rasant. Für Unternehmen und Anwender in Deutschland bedeutet das: Wer jetzt nicht umdenkt, verpasst den Anschluss.
Google Slides bekommt Gemini-Geist
Ende Juni 2026 hat Google damit begonnen, sein KI-Modell Gemini direkt in Google Slides zu integrieren. Die Neuerung ist beachtlich: Aus einem einzigen Textbefehl generiert die KI komplette, mehrseitige Präsentationen. Der Clou dabei: Gemini kann auf bestehende Dateien in Google Drive zugreifen, um Kontext zu verstehen, und wendet automatisch definierte Vorlagen an – Markenkonsistenz inklusive.
Vor der endgültigen Generierung durchläuft das System eine interaktive Phase zur Gliederung der Präsentation. Nutzer können die Struktur also noch verfeinern, bevor die Folien erstellt werden. Die Funktion steht zunächst in englischer Sprache zur Verfügung und ist für verschiedene Workspace-Tarife (Business, Enterprise, Education) freigeschaltet. Bis zum 1. August 2026 hat Google die Nutzungslimits für das Tool zudem erhöht.
Neue KI-Connectors und kreative Tools
Bereits im März 2026 hatte das Startup Gamma einen neuen Connector auf Basis des Model Context Protocol (MCP) für ChatGPT und Claude vorgestellt. Die Idee: Nutzer können Präsentationen, Dokumente und Webseiten direkt aus Drittanbieter-Chat-Oberflächen heraus erstellen. Die finale Bearbeitung bleibt jedoch der Gamma-Anwendung vorbehalten. Gamma hat zudem Schnittstellen zu Workflow-Plattformen wie Zapier, Make und n8n geschaffen, um die Dokumenterstellung weiter zu automatisieren.
Im Unternehmenssektor zeichnen sich neue Alternativen ab. Die Plattform Oria positioniert sich als professionelle Lösung für 2026. Ihr Fokus: editierbare PowerPoint-Ausgaben und Enterprise-Features wie Private-Cloud-Hosting und eine Null-Datenaufbewahrungsrichtlinie. Ein interessanter Ansatz für Unternehmen mit strengen Sicherheitsauflagen.
Wettstreit der Audience-Engagement-Plattformen
Google Slides integriert Gemini: Aus einem Textbefehl entstehen komplette Präsentationen – inklusive Markenkonsistenz. Der kostenlose KI-Präsentations-Check zeigt Ihnen, wie Sie diese Technologie sicher in Ihrem Unternehmen einsetzen. KI-Präsentations-Check anfordern
Aktuelle Vergleiche aus dem Juli 2026 zeigen einen hart umkämpften Markt für interaktive Software, die Live-Umfragen, Quizze und Q&A-Sitzungen unterstützt. Die Unterschiede in den kostenlosen Tarifen und KI-Funktionen sind erheblich:
- Slidea führt das Feld mit einem 250-Teilnehmer-Limit in der kostenlosen Version und integrierter KI-Unterstützung an.
- Slido erlaubt bis zu 100 Teilnehmer mit KI-gestützten Funktionen.
- Mentimeter bietet 50 Teilnehmer in der Einstiegsstufe.
- Nearpod und Kahoot! bleiben mit 40 beziehungsweise 10 Teilnehmern im Free-Tier zurück – und bieten laut Analysten kaum KI-Features im Vergleich zu neueren Wettbewerbern.
Für vertriebsspezifische Präsentationen haben sich iSpring Suite und DocSend als Spitzenreiter etabliert. iSpring punktet mit der Umwandlung von PowerPoint-Inhalten in SCORM-konforme Formate. DocSend hingegen setzt auf getrackte Links und Nutzungsanalysen, um Vertriebsteams Einblicke in das Interesse ihrer Prospects zu geben.
Marktkonsolidierung bei virtuellen Events
Der breitere Markt für virtuelle Event-Plattformen durchläuft eine Phase der Konsolidierung. Ein Forrester-Bericht für das zweite Quartal 2026 führt Cvent, ON24, RainFocus, Kaltura und Zoom als Marktführer an. Besonders Cvent war akquisitionsfreudig und hat Ende 2025 Goldcast sowie im April 2026 ON24 übernommen.
Nischensegmente wie Live-Produktdemo-Software verzeichnen ein enormes Wachstum. Branchenanalysten erwarten, dass dieser spezifische Markt von 0,6 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf rund 2,1 Milliarden Euro bis 2036 anwachsen wird. Interaktive Demos halten derzeit einen Marktanteil von 34 Prozent, während SaaS-Abonnements 42 Prozent des Liefermodells ausmachen.
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Bildungstechnologie im Aufwind
Im Bildungssektor sind im Juli 2026 mehrere neue Produkte zum Start des neuen akademischen Planungszyklus auf den Markt gekommen. Dazu gehören der ASUS Chromebox 6a und der UGen300 USB AI Accelerator für lokale Verarbeitung. Auch die Preis- und Funktionsmodelle passen sich an: BandLab for Education 2.0 wurde zu einem Preis von 2,50 Euro pro Schüler und Jahr eingeführt. Coursera wiederum hat mit Ollie eine neue Mikro-Lern-App gestartet, die auf häppchenweise Lerneinheiten setzt.
