Google-Robotik: Gemini Robotics setzt auf Software statt eigene Hardware
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google richtet seine Robotikstrategie klar auf Software aus und verzichtet vorerst auf eigene Flaggschiff-Hardware. Wie das Branchenportal The Information in einem Bericht vom 1. Oktober 2026 darlegte, konzentriert sich der Konzern primär auf die Plattform Gemini Robotics sowie auf Kooperationen mit Hardwareherstellern.
Auf der Konferenz AI Agenda Live betonte Koray Kavukcuoglu, CEO von Google DeepMind, dass Googles Stärke in KI-Modellen liege und nicht im Bau von Roboterchassis.
Partnerschaften statt eigener Chassiskonstruktion
Der gewählte Kurs erinnert an den früheren Aufstieg des mobilen Betriebssystems Android: Google liefert das Betriebssystem und die zugrunde liegende Software, während externe Partner die physische Plattform bereitstellen. Zu den Kooperationspartnern zählt unter anderem das Robotikunternehmen Boston Dynamics.
Eigene humanoide Roboter schließt Google für die Zukunft dennoch nicht aus. Historisch weist dieser Pfad Parallelen auf: In den Jahren 2007 und 2008 kooperierte Google zunächst mit T-Mobile und HTC, bevor Jahre später eine eigene Gerätelinie in Form der Pixel-Reihe folgte.
Robotik und künstliche Intelligenz krempeln ganze Branchen um und läuten eine neue Industrieära ein. Dieser kostenlose Report liefert konkrete Einblicke in Unternehmen, die von den aktuellen Milliarden-Investitionen in diese Zukunftstechnologien profitieren. Robotik und KI: Profiteure der neuen Industrieära erkennen
Gemini Robotics soll dieselbe multimodale Architektur nutzen, um Text-, Bild- und Audiodaten direkt für die physische Steuerung zu verarbeiten. Als Beleg und Validierungsfall für praxistaugliche, skalierte physische KI verweist der Konzern auf das autonome Fahrsystem Waymo. Flankierend rollt Google das Modell Gemini 4 Argon zunächst an ausgewählte Unternehmenskunden für die Cyberabwehr aus, wobei eine breitere Verfügbarkeit vorgesehen ist.
Virtuelle Vorstufen und quelloffene Software
Parallel treibt Google DeepMind die agentenbasierte Forschung voran. Im Jahr 2026 stellte die Forschungseinheit SIMA 2 vor, einen mit Gemini verknüpften KI-Agenten, der virtuelle Umgebungen analysiert und darin Aktionen ausführt.
Während das Vorgängermodell SIMA 1 bei komplexen Aufgaben eine Erfolgsquote von 31 % erreichte – verglichen mit 71 % bei Menschen –, verdoppelte SIMA 2 laut Berichten diese Leistung.
In einer Demonstration beschrieb das System die Spielwelt von No Man’s Sky, interagierte mit Objekten und reagierte auf Anweisungen mittels Emojis. SIMA 2 lernt aus eigenen Erfahrungen und generiert Aufgaben weitgehend ohne menschliche Daten; ein konkreter Zeitplan für den physischen Robotereinsatz wurde bisher nicht genannt.
Wer verstehen möchte, welche Namen hinter dem größten technologischen Umbruch der Industrie stecken, findet in diesem aktuellen Report wertvolle Hintergrundinformationen. Experten analysieren darin, wie KI-Systeme und Robotik traditionelle Abläufe grundlegend verändern. Gratis-Report: Die nächste industrielle Revolution verstehen
Im industriellen Softwarebereich ergänzt die Alphabet-Tochter Intrinsic das Portfolio. Deren Plattform Flowstate verbindet digitale Arbeitszellen, wiederverwendbare Fähigkeiten, Simulation und Bereitstellung. Ein früher Versuch zum automatisierten Einstecken eines USB-Steckers dauerte laut Unternehmensangaben zwei Stunden.
Für die Beta-Phase von Intrinsic bewarben sich über 1.000 Personen, von denen mehr als 60 % in kleinen oder mittleren Unternehmen tätig waren. Im September 2026 veröffentlichte Intrinsic zudem die Basissoftware Intrinsic Core als Open Source unter der Lizenz Apache 2.0.
