Google-Rechenzentrum Kronstorf: Umweltprüfung neu überprüft
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das geplante Großrechenzentrum des US-Technologiekonzerns Google im oberösterreichischen Kronstorf steht vor einer neuerlichen rechtlichen Begutachtung. Der oberösterreichische Umweltlandesrat Stefan Kaineder von den Grünen hat eine erneute Überprüfung der Pflicht zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung für das Bauvorhaben veranlasst.
Zuvor war die zuständige Stelle in einer früheren rechtlichen Beurteilung zu dem Ergebnis gelangt, dass für das Projekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich sei.
Bereits im Jahr 2020 hatte eine Behörde in Oberösterreich entschieden, dass die für den Standort vorgesehene Diesel-Notstromversorgung keinen Tatbestand erfüllt, der eine gesonderte Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig macht. Auf dieser rechtlichen Basis galt das Vorhaben in Kronstorf bisher als UVP-befreit.
Bei dem Großprojekt handelt es sich um eine Anlage mit einer maximalen Anschlussleistung von 500 MW. Die Bauarbeiten auf dem Areal haben bereits begonnen: Der offizielle Spatenstich erfolgte im April, während die Inbetriebnahme der Anlage für das Jahr 2027 angesetzt ist.
Vergleichsfall in Niederösterreich sorgt für Prüfbedarf
Die erneute Prüfung der UVP-Pflicht für das Google-Rechenzentrum in Kronstorf zeigt: Die rechtliche Einordnung von Notstromanlagen ist alles andere als stabil. Wer 500-MW-Projekte plant, braucht Klarheit über die tatsächlichen Prüfschwellen — bevor die Behörde nachträglich anders entscheidet. Unser kostenloser Leitfaden fasst die entscheidenden Kriterien zusammen. UVP-Pflicht für Rechenzentren jetzt einordnen
Den konkreten Anlass für den aktuellen Schritt der oberösterreichischen Politik bildet eine abweichende behördliche Handhabung in einem anderen Bundesland. In Leopoldsdorf in Niederösterreich entsteht derzeit ein Rechenzentrum des Betreibers CloudHQ.
Dieses Projekt muss sich einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterziehen, da die dortigen Notstromaggregate eine Brennstoffwärmeleistung von rund 470 MW aufweisen. Angesichts dieser Entscheidung über ähnliche Dimensionen bei Notstromanlagen veranlasste Landesrat Kaineder nun die vertiefte Nachprüfung der oberösterreichischen Ausgangslage.
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Über das konkrete Einzelverfahren in Kronstorf hinaus sprach sich Kaineder für grundsätzliche Anpassungen aus. Der Landesrat verlangt bundesweit einheitliche Vorgaben und Standards für die UVP-Pflicht bei Rechenzentren.
Durch bundesweit harmonisierte Kriterien soll verhindert werden, dass vergleichbare technische Anlagen und deren Notstromkapazitäten je nach Bundesland unterschiedlich eingestuft werden. Die nun beauftragte Prüfung soll klären, ob der bisherige Rechtsstand für den Google-Standort in Oberösterreich vor dem Hintergrund der jüngsten behördlichen Bewertungen in Niederösterreich weiterhin Bestand hat.
Mehr zum Thema bei Kronen Zeitung: „Erneute Evaluierung - Kommt doch Umweltprüfung für Google in Kronstorf?“
