Google-Rechenzentrum, Indien

Google-Rechenzentrum in Indien: Umweltfreigabe für 2,51 Gigawatt

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Andhra Pradesh genehmigt Googles KI-Rechenzentrum; Petitionen, Landfragen und hoher Ressourcenbedarf begleiten das Vorhaben.

Google erhält Umweltfreigabe für 2,51-GW-KI-Rechenzentrum in Indien
Weite, trockene Landschaft in Andhra Pradesh mit Hochspannungsleitungen am Horizont unter klarem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Das Technologieunternehmen Google hat für sein geplantes KI-Rechenzentrumsprojekt im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh die staatliche Umweltgenehmigung erhalten. Die Freigabe umfasst eine Leistungskapazität von 2,51 Gigawatt (GW), was mehr als dem Doppelten der ursprünglich angekündigten 1 GW entspricht. Das Vorhaben ist Teil einer umfassenden Investition von rund 15 Milliarden US-Dollar, die Google zwischen 2026 und 2030 in Indien plant.

Massive Kapazitätserweiterung und regulatorische Geschwindigkeit

Die genehmigte Leistung von 2,51 GW entspricht Schätzungen zufolge etwa der Kapazität zweier großer Kernreaktoren. Für den Bundesstaat Andhra Pradesh bedeutet dies eine Last, die mehr als 30 Prozent seines jährlichen Stromverbrauchs ausmacht. Die behördliche Entscheidung für dieses Großprojekt fiel in einem ungewöhnlich kurzen Zeitraum von neun Tagen, wobei auf eine öffentliche Anhörung verzichtet wurde.

Kern des Vorhabens ist der Aufbau des ersten indischen KI-Hubs in der Region Visakhapatnam. Google plant dort eine sogenannte Full-Stack-KI-Infrastruktur, die neben dem Rechenzentrums-Campus für gigawatt-skalige Rechenkapazitäten auch eine erweiterte Glasfaseranbindung und eine neue Energieinfrastruktur umfasst.

Ergänzt wird der Standort durch ein internationales Subsea-Kabel-Gateway, das durch mehrere Seekabel für die notwendige Routendiversität und Resilienz sorgen soll.

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Rechtliche Widerstände und soziale Auswirkungen

Gegen das Projekt regt sich Widerstand von zivilgesellschaftlichen Organisationen. Das Human Rights Forum hat bereits drei Petitionen beim National Green Tribunal eingereicht und führt zudem ein separates Verfahren vor dem High Court von Andhra Pradesh.

Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die Standortwahl der drei geplanten Komplexe rund um Visakhapatnam. Einer der Standorte befinde sich demnach nur wenige Meter von einem Reservatswald, einem Trinkwasserreservoir und einem Wildtierschutzgebiet entfernt.

Zudem stehen soziale Folgen im Fokus der Kritik. In der Ortschaft Tarluvada wurde 520 Familien Land entzogen, welches der Staat vor etwa 20 Jahren an sie vergeben hatte. Bereits im April hatten Sicherheitskräfte Zäune auf dem Gelände errichtet. Während 47 betroffene Dalit-Farmer Entschädigungszahlungen erhielten, stehen Berichten zufolge versprochene Ersatzparzellen und Arbeitsplätze teilweise noch aus.

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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und staatliche Auflagen

Für das Projekt werden umfangreiche staatliche Vergünstigungen gewährt. Die Schätzungen für Steuererleichterungen sowie verbilligten Zugang zu Land, Strom und Wasser belaufen sich auf rund 220 Milliarden Rupien (etwa 2,2 Milliarden US-Dollar) über einen Zeitraum von 20 Jahren. Google hat den offiziellen Baubeginn bereits gemeldet und plant begleitende Programme zur lokalen Qualifikation und Einbindung von Unternehmen.

Der Bundesstaat Andhra Pradesh verknüpft die Ansiedlung von Rechenzentren dieser Größenordnung mit ökologischen Vorgaben. Laut IT-Minister Nara Lokesh müssen solche Anlagen mindestens 70 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen wie Solar- und Windkraft sowie Speichertechnologien decken. Ziel des Bundesstaates ist es, bis zum Zeitraum 2029–30 eine Kapazität von 50 GW an erneuerbaren Energien aufzubauen.

Ressourcenmanagement in der Region

Neben dem Strombedarf stellt die Wasserversorgung eine zentrale Herausforderung dar. Bei einem Vollausbau der geplanten Rechenzentrum-Cluster in der Region, für die bereits Verträge über rund 6,5 GW Kapazität bestehen, wird der jährliche Wasserbedarf auf rund 3 Milliarden Kubikfuß (tmc ft) geschätzt.

Die Versorgung soll laut Regierungsangaben über industrielle Allokationen aus dem Polavaram-Linkskanal erfolgen, ohne die kommunale Versorgung zu belasten. Ergänzend ist der bau einer Entsalzungsanlage bei Pudimadaka geplant.

Die Stadt Visakhapatnam entwickelt sich derzeit zu einem Schwerpunkt für digitale Infrastruktur und zieht Investitionen in Höhe von insgesamt über 26 Milliarden US-Dollar von globalen und indischen Konzernen an. Ziel der Landesregierung ist eine Gesamtkapazität von 6 GW für den gesamten Bundesstaat.

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