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Google-Projekt Debug: 64 Millionen Labor-Mücken gegen West-Nil-Virus

08.06.2026 - 11:26:46 | boerse-global.de

Alphabet will mit 64 Millionen präparierten Mücken das West-Nil-Virus bekämpfen. Die EPA prüft den Antrag für Einsätze in Kalifornien und Florida.

Alphabet plant Freisetzung von 64 Millionen Labor-Mücken
Google-Projekt - Nahaufnahme einer Mücke unter einem Mikroskop in einem Labor mit steriler blauer und weißer Beleuchtung, die wissenschaftliche Forschung symbolisiert. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Ziel: Krankheitsüberträger wie die West-Nil-Virus-Mücke eindämmen.

Das Vorhaben läuft über die Tochterfirma Verily und ihr „Debug“-Projekt. Der Antrag bei der US-Umweltbehörde EPA sieht vor, bis zu 64 Millionen männliche Stechmücken über zwei Jahre auszubringen. Die Tiere sind so präpariert, dass sie sich in der Wildpopulation nicht erfolgreich fortpflanzen können. Es ist ein technologischer Ansatz, der klassische Pestizide ersetzen soll.

Biologische Waffe gegen Krankheitsüberträger

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Das Verfahren nutzt ein Prinzip namens zytoplasmatische Inkompatibilität. Die männlichen Culex quinquefasciatus-Mücken werden im Labor mit dem Bakterium Wolbachia pipientis infiziert. Paaren sie sich mit wilden Weibchen, schlüpfen aus den Eiern keine Larven.

Da ausschließlich Männchen freigesetzt werden, steigt das Risiko für Stiche nicht – männliche Mücken saugen kein Blut. Verily setzt Künstliche Intelligenz und Robotik ein, um die Massenzucht und optische Sortierung zu steuern. Nur männliche Tiere werden für die Freisetzung ausgewählt.

Hauptziel des aktuellen Antrags ist das West-Nil-Virus – nach Einschätzung von Experten die häufigste durch Mücken übertragene Krankheit in den USA. Die Gesundheitsbehörden Kaliforniens verzeichnen seit 2003 mehr als 8.000 Fälle und 400 Todesfälle durch das Virus. Erst Anfang Juni wurde im Riverside County ein positiver Befund gemeldet.

Erfolgreiche Pilotversuche als Grundlage

Der geplante Großversuch baut auf kleineren Tests auf. Bereits 2017 und 2018 führte ein Pilotprojekt in Fresno, Kalifornien, zu einem Rückgang der Zielpopulation um 93 bis 95 Prozent. Ähnliche Initiativen in Singapur erzielten eine Reduktion um 90 Prozent und senkten das Dengue-Risiko um 70 Prozent.

Neben West-Nil und Dengue zielen die Maßnahmen auch auf das St.-Louis-Enzephalitis-Virus, Zika, Chikungunya und Gelbfieber ab. Weltweit sterben jährlich mehr als 700.000 Menschen an durch Mücken übertragenen Krankheiten. Auch in Puducherry, Indien, laufen ähnliche Programme – dort fließen erhebliche Gesundheitsausgaben allein in die Dengue-Behandlung.

Wirtschaftlichkeit und Widerstand

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Öffentliche Gesundheitsorganisationen und lokale Behörden wie der Mückenkontrollbezirk der Florida Keys unterstützen die Technologie. Daten des Welt-Mückenprogramms zufolge sind Wolbachia-basierte Ansätze äußerst kosteneffizient: Im Schnitt bringt jeder investierte Dollar eine Rendite von 1,69 Dollar in Risikogebieten. In einigen Ländern liegen die Kosten pro Person unter fünf Euro, während die eingesparten Gesundheitsausgaben acht Euro übersteigen.

Doch der Plan stößt auch auf Widerstand. Umweltgruppen und Politiker wie der republikanische Abgeordnete Tim Burchett äußerten Bedenken gegen die massenhafte Freisetzung biotechnologisch veränderter Insekten.

Die EPA hat die öffentliche Kommentierungsfrist Anfang Juni abgeschlossen. Nun prüft die Behörde, ob die Freisetzung in den vorgesehenen Regionen Kaliforniens und Floridas genehmigt wird.

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