Google Play Store: 77 bösartige Apps mit 19 Millionen Downloads
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 12:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden und IT-Analysten schlagen Alarm: Manipulierte Apps in offiziellen Stores, zunehmender Identitätsdiebstahl und Hardware-Diebstähle setzen Smartphone-Nutzer derzeit unter Druck.
77 bösartige Apps im Google Play Store entdeckt
Sicherheitsexperten von Zscaler ThreatLabz haben in den vergangenen Monaten insgesamt 77 schädliche Applikationen im Google Play Store identifiziert. Die Programme wurden mehr als 19 Millionen Mal heruntergeladen. Neben Adware und verschiedenen Trojanern fanden die Analysten auch den spezialisierten Banking-Trojaner Anatsa, auch bekannt als TeaBot.
Die Schadsoftware zielt weltweit auf über 800 Finanzinstitutionen ab. Die Täter nutzen eine sogenannte Dropper-Technik: Sie umgehen die Sicherheitsvorkehrungen des Stores, indem die scheinbar harmlose App die eigentliche Malware erst nach der Installation nachlädt. Experten raten, die Berechtigungen installierter Anwendungen kritisch zu prüfen.
Jeder fünfte Deutsche war schon Opfer von Internetkriminalität
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beziffert die Lage in einer Studie aus dem Jahr 2025: Demnach waren bereits 22 Prozent der Menschen in Deutschland Opfer von Internetkriminalität. Beim Identitätsdiebstahl liegt die Zahl laut einer Umfrage aus dem Jahr 2024 bei etwa 11 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.
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Die Wege der Kriminellen sind vielfältig: Phishing-Angriffe, Datenlecks bei Dienstleistern oder spezielle Schadsoftware. Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und Organisationen wie der Weiße Ring empfehlen, Links in Nachrichten kritisch zu hinterfragen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren und Software regelmäßig zu aktualisieren.
Diebstahl und Fake-Shops: Die Hardware wird zum Ziel
Auch die Geräte selbst geraten zunehmend ins Visier. Behörden melden großflächige Diebstähle von Tablets – in einzelnen Fällen entwendeten die Täter Warenwerte im fünfstelligen Bereich.
Parallel warnt die Polizei vor betrügerischen Online-Inseraten. Die Masche: Hochwertige Güter zu vermeintlichen Schnäppchenpreisen locken Käufer zu Anzahlungen für Produkte, die nie existieren. Besonders perfide: Täter setzen verstärkt künstliche Intelligenz ein, um täuschend echte Profile und Angebote zu erstellen. Brancheninitiativen mit Automobilclubs und großen Online-Marktplätzen versuchen, die Entwicklung einzudämmen.
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Web-Seminar und Versicherungen: Das raten die Experten
Die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz bieten verstärkt Informationsveranstaltungen an. Ein geplantes Web-Seminar im August behandelt den Schutz vor Phishing und Fake-Shops. Referenten wie Michael Krausch vom LKA und Andrea Steinbach von der Verbraucherzentrale stellen aktuelle Sicherheitsstrategien vor.
Wer zusätzlich absichern möchte, kann über eine Cyberversicherung nachdenken. Solche Policen gibt es bereits für rund 50 Euro pro Jahr und decken Schäden durch Online-Betrug oder Identitätsmissbrauch ab. Experten raten jedoch, vor dem Abschluss bestehende Verträge wie Hausrat- oder Haftpflichtversicherungen zu prüfen – oft sind dort bereits Leistungen enthalten. Ein einheitlicher Marktstandard existiert bislang nicht.
