Google Pixel: Neue Funktion erkennt gefälschte Anrufe in Echtzeit
06.06.2026 - 12:54:44 | boerse-global.de
Der Rollout startete im Juni 2026 zunächst für Pixel-Smartphones ab Android 12.
Die Funktion zielt auf Identitätsbetrug ab, der durch KI-generierte Stimmenklone und manipulierte Absendernummern (Spoofing) immer professioneller wird. Google setzt dabei auf eine kryptografische Authentifizierung über den RCS-Standard.
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So funktioniert die Betrugserkennung
Bei einem eingehenden Anruf tauschen die Geräte im Hintergrund ein verschlüsseltes Bestätigungssignal aus – für den Nutzer völlig lautlos. Bleibt dieses Signal aus, erscheint auf dem Display eine Warnmeldung vor einem potenziellen Betrugsversuch.
Die Analyse läuft vollständig lokal auf dem Endgerät. Das stellt sicher, dass keine privaten Sprachdaten an externe Server übertragen werden. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert.
Voraussetzung: Anrufer und Angerufener müssen die Apps „Phone by Google“, Google Kontakte sowie Google Messages nutzen. Zudem muss der RCS-Dienst aktiv sein. iPhones und ältere Android-Modelle ohne RCS-Unterstützung sind derzeit außen vor.
Milliardenschäden durch Identitätsbetrug
Der Bedarf für solche Schutzmaßnahmen ist enorm. Laut Interpol beliefen sich die globalen Verluste durch Identitätsbetrug im Jahr 2025 auf über 370 Milliarden Euro. In den USA bezifferte die Handelsbehörde FTC die Schäden für 2024 auf rund 2,7 Milliarden Euro.
Ein aktueller FBI-Bericht unterstreicht die Dringlichkeit: KI-gestützte Phishing-Angriffe stiegen in den letzten zwei Jahren um 1.200 Prozent. In einem dokumentierten Fall führte ein Deepfake-Videoanruf zu einer nicht autorisierten Überweisung von 23 Millionen Euro.
Sicherheitsexperten beobachten zudem neue Erpressergruppen wie „Pink“. Sie setzen gezielt Vishing-Attacken (Voice Phishing) ein – Täter geben sich als IT-Mitarbeiter aus, um Zugangscodes für Cloud-Umgebungen zu erbeuten.
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Umfassendes Sicherheitsupdate schließt kritische Lücken
Parallel zur Betrugserkennung veröffentlichte Google das monatliche Sicherheitsupdate für Android. Insgesamt wurden 124 Schwachstellen behoben, 18 davon als kritisch eingestuft.
Besonders relevant: Die Schließung einer aktiv ausgenutzten Zero-Day-Lücke (CVE-2025-48595). Sie ermöglichte unter Android 14 einen Integer-Overflow. Die US-Behörde CISA hat bereits Fristen für das Patch-Management in Behörden gesetzt.
Auch Samsung verteilt eigene Korrekturen. Der Hersteller schließt im aktuellen Zyklus 45 Sicherheitslücken, darunter 12 spezifische Schwachstellen in der Galaxy-Software.
Trotz der Fortschritte warnen Experten: Kein System bietet vollständigen Schutz, da Angreifer ihre Methoden kontinuierlich anpassen. In Deutschland zeigt sich zudem eine Diskrepanz beim Sicherheitsbewusstsein. 74 Prozent der Bürger halten ihre Passwörter für sicher, aber nur 32 Prozent nutzen modernere Verfahren wie Passkeys.
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