Google-Moderationssystem, Mio

Google-Moderationssystem: 16 Mio. Nutzer sehen Scareware-Anzeigen

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 19:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie prüfte 188.000 Anzeigen und fand Millionenreichweiten für irreführende Inhalte. Google bestätigte nur sechs von 24 Meldungen.

Google-Werbung: Forscher finden Lücken bei der Moderation
Ein modernes Bürogebäude aus Glas und Stahl in der Dämmerung, das die unpersönliche und großflächige Struktur digitaler Werbenetzwerke symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftler der New York University (NYU) und der Radboud University haben erhebliche Defizite in den Moderationssystemen von Google identifiziert. Einem aktuellen Bericht zufolge gelingt es tausenden irreführenden Werbeanzeigen, die Sicherheitsmechanismen der Plattform erfolgreich zu umgehen.

Darunter befinden sich insbesondere gefälschte Virenwarnungen, die darauf abzielen, Nutzer durch gezielte Einschüchterung zu riskanten Handlungen zu verleiten.

Analyse mithilfe künstlicher Intelligenz

Für ihre Untersuchung griffen die Experten der NYU und der Radboud University auf moderne technologische Hilfsmittel zurück. Sie analysierten insgesamt 188.000 Anzeigen-Creatives. Dabei setzten sie ironischerweise auf Googles eigene kostenlose KI-Modelle Gemma und Qwen, um die Werbemittel automatisiert auf betrügerische Muster und irreführende Inhalte zu prüfen.

Die Ergebnisse der Analyse verdeutlichen das Ausmaß des Problems innerhalb des digitalen Werbenetzwerks. Die Forscher stießen auf hunderte sogenannte Scareware-Anzeigen. Diese suggerieren dem Nutzer eine vermeintliche Bedrohung, etwa eine Infektion des Endgeräts mit Schadsoftware, um den Klick auf eine betrügerische Seite zu provozieren.

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Diese Anzeigen erreichten laut dem Bericht bereits mehr als 16 Millionen EEA-Impressions, also Sichtkontakte innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums.

Millionenreichweite für irreführende Behauptungen

Neben der Scareware identifizierten die Wissenschaftler tausende weitere Anzeigen, die mit irreführenden Behauptungen arbeiteten. Diese Kampagnen verzeichneten eine Reichweite von 89,9 Millionen Impressions. Besorgniserregend sei laut den Experten der Umstand, dass diese Werbemittel trotz der offensichtlichen Verstöße gegen gängige Werberichtlinien weiterhin aktiv auf der Plattform ausgespielt wurden.

Die Untersuchung wirft zudem Fragen bezüglich der Effektivität der manuellen und automatisierten Kontrollprozesse auf, die Google zur Sicherung seiner Plattform einsetzt. Die Forscher unterzogen das Meldesystem einem praktischen Test und übermittelten 24 der als eindeutig regelwidrig identifizierten Anzeigen an das Unternehmen.

Geringe Erfolgsquote bei gemeldeten Verstößen

Die Reaktion auf diese Meldungen fiel nach Angaben der Forscher ernüchternd aus. Von den 24 eingereichten Fällen habe Google lediglich 6 als tatsächliche Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen bestätigt. Die übrigen Anzeigen blieben trotz der Hinweise der Experten im System bestehen.

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Diese Diskrepanz zwischen der Analyse der Wissenschaftler und der Bewertung durch den Plattformbetreiber deutet auf tiefgreifende Schwierigkeiten bei der Erkennung und Bekämpfung von betrügerischen Werbekampagnen hin.

Während Angreifer zunehmend raffinierte Methoden nutzen, um Moderationsfilter zu umgehen, scheinen die bestehenden Abwehrmechanismen Schwierigkeiten zu haben, die Masse an manipulativen Inhalten effektiv zu filtern.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit für technologische Nachbesserungen, um den Schutz der Nutzer vor irreführender Werbung und potenziellen Sicherheitsrisiken zu gewährleisten.

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