Google Maps: Gemini-Integration revolutioniert die Navigation
31.05.2026 - 15:12:30 | boerse-global.deDer Kartendienst integriert ab sofort die Künstliche Intelligenz Gemini direkt in die App – und verändert damit das Fahrerlebnis grundlegend. Die Neuerung vom 30. Mai 2026 ist der größte Umbau der Plattform seit einem Jahrzehnt.
Ask Maps: Fragen statt Suchen
Die neue „Ask Maps“-Funktion erlaubt es Nutzern, per Sprachbefehl gezielt nach Details zu Restaurants, Öffnungszeiten oder Menükarten zu fragen. Dazu kommen 3D-Navigationsansichten, die Gebäudehöhen und komplexe Kreuzungen detailgetreu darstellen. Die Software läuft über Smartphone-Spiegelungsdienste wie Apple CarPlay und Android Auto – und damit in den meisten aktuellen Fahrzeugen.
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Doch Google geht noch weiter: Hersteller wie Volvo, General Motors und Mercedes-Benz betten Gemini direkt in ihre Fahrzeughardware ein. Volvo setzt die KI etwa im Modell EX60 ein, wo sie nicht nur navigiert, sondern auch Fahrzeugfunktionen steuert.
Rivian geht eigene Wege
Während Google seine Reichweite ausbaut, schlagen andere Hersteller einen anderen Kurs ein. Der US-Elektroautobauer Rivian verzichtet bewusst auf Apple CarPlay und Android Auto. Stattdessen setzt das Unternehmen auf den eigenen „Rivian Assistant“. Chef-Softwareentwickler Wassym Bensaid begründet den Schritt: Moderne Fahrzeuge seien „KI-definiert“ – die Hersteller müssten die Kontrolle über die Softwareplattform behalten, um die KI-Modelle optimal nutzen zu können.
Die Strategie scheint aufzugehen: Die Nachfrage nach CarPlay ist bei Rivian-Kunden von über 70 auf unter 25 Prozent gefallen. Der hauseigene Assistent steuert Klimaanlage, Navigation und Medienwiedergabe. Über das Gemeinschaftsunternehmen RV Tech mit Volkswagen – rund 1.500 Mitarbeiter stark – sollen die Softwarelösungen künftig auch bei Audi, Porsche und VW zum Einsatz kommen.
Hyundai und BYD ziehen nach
Der Trend zur KI im Auto ist global. Hyundai hat am 28. Mai 2026 mit Pleos Connect eine eigene Infotainment-Plattform im neuen Grandeur vorgestellt. Der KI-Assistent „Gleo“ steuert über ein 17-Zoll-Display Fenster und Klimaanlage. Bis 2030 will Hyundai das System in 20 Millionen Fahrzeugen ausliefern.
In Südamerika bereitet BYD die Einführung seines Fahrerassistenzsystems „God’s Eye“ für 2027 vor. Das Level-2-System nutzt die KI DeepSeek R1 und 5G. Die Hardware reicht von kamerabasierten Systemen mit 100 TOPS (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) bis zu High-End-Varianten mit drei LiDAR-Sensoren und 600 TOPS. BYD, das im Mai 2026 mit 15.000 verkauften Einheiten Marktführer in Brasilien wurde, hat umgerechnet rund 13 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert.
Google optimiert KI für den Masseneinsatz
Um den enormen Rechenbedarf dieser Systeme zu decken, hat Google Ende Mai das effizientere Modell Gemini 3.5 Flash vorgestellt. Es soll Unternehmen helfen, ihre KI-Budgets zu kontrollieren – Google Cloud zufolge werden täglich rund eine Billion Tokens verarbeitet. Der Umstieg auf das Flash-Modell könnte Unternehmen jährlich über eine Milliarde Euro sparen.
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