Google investiert 13 Mrd. Euro in Finnland: 7.000 Jobs bis 2028
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Alphabet-Mitbegründer Sergey Brin intensiviert sein Engagement bei Google, um die technologische Spitzenposition im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zurückzugewinnen. Berichten zufolge agiert Brin aus einem umgebauten Büro in einer ehemaligen Mikroküche im Gradient Canopy Gebäude in Mountain View. Obwohl er keinen offiziellen Titel trage, übe er maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des KI-Modells Gemini aus.
Sein Ziel sei es, die Strukturen innerhalb des Projekts ähnlich wie in einem Startup zu gestalten, um bürokratische Hürden zu reduzieren. Angesichts des wachsenden Wettbewerbsdrucks durch Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic dränge Brin auf eine beschleunigte Entwicklung und fordere 60-Stunden-Wochen von den beteiligten Teams.
Umstrukturierung bei DeepMind und Fokus auf Gemini 4
Parallel zu Brins verstärkter Präsenz gibt es personelle Veränderungen in der Führungsebene von Google DeepMind. Demis Hassabis übernimmt die Position des Chief Scientist, während Koray Kavukcuoglu zum SVP ernannt wurde. Jeff Dean habe das Unternehmen nach 27 Jahren verlassen.
In Bezug auf die Produktpipeline habe Gemini 3 das Unternehmen Ende des Jahres 2025 kurzzeitig an die Marktspitze geführt, aktuell lägen jedoch Anthropic und OpenAI in der technologischen Entwicklung vorn. Die Erwartungen innerhalb des Konzerns richten sich nun auf das Modell Gemini 4, das als bedeutender Erfolg am Markt positioniert werden soll.
Die aktuelle Marktstimmung zeigt sich verhalten: Die Alphabet-Aktie verzeichnete an diesem Mittwoch einen Rückgang um 2,6 %. Auf der Prognoseplattform Polymarket wird die Chance für Google, den KI-Wettbewerb im Jahr 2026 für sich zu entscheiden, derzeit auf lediglich 8 % beziffert. Im Vergleich dazu werden Anthropic mit 61 % und OpenAI mit 22 % deutlich höhere Erfolgsaussichten zugeschrieben.
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Massive Infrastruktur-Investitionen und Atomstrom-Deal in Finnland
Um die technische Basis für künftige KI-Anwendungen zu verbreitern, plant Google umfangreiche Investitionen in Europa. In Finnland sollen über einen Zeitraum von zwei Jahren – konkret in den Jahren 2027 und 2028 – mindestens 13 Mrd. Euro (15,1 Mrd. Dollar) in die KI-Infrastruktur fließen. Dies stellt die größte Einzelinvestition des Unternehmens auf dem europäischen Kontinent dar. Das Vorhaben soll etwa 7.000 Arbeitsplätze schaffen und laut Prognosen rund 3,6 Mrd. Dollar zum finnischen Bruttoinlandsprodukt beitragen.
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Zur langfristigen Energieversorgung der Standorte hat Google zudem seinen ersten Atomstrom-Deal außerhalb der USA abgeschlossen. Eine Vereinbarung mit dem Energieversorger Fortum sieht über eine Laufzeit von 22 Jahren vor, dass Google bis zu 50 % der Energie aus dem Kernkraftwerk Loviisa bezieht.
Finnland gilt für den Konzern aufgrund der Verfügbarkeit von Landflächen und einer stabilen Stromversorgung als strategischer Schlüsselstandort für den Betrieb von Datenzentren.
