Google, Gemini

Google Gemini: MCP und Workspace Studio bringen Asana und Jira ins Spiel

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 21:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google verknüpft Gemini mit Unternehmenssoftware und testet einen vielseitigen Agenten zunächst mit ausgewählten Geschäftskunden.

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Ein minimalistischer, moderner Büroraum mit klaren architektonischen Linien und sanfter Beleuchtung in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Google baut die Einbindung seiner Künstlichen Intelligenz Gemini in externe Arbeitsumgebungen deutlich aus. Über Schnittstellen nach dem Standard Model Context Protocol (MCP) sowie die Plattform Workspace Studio kann die KI künftig direkt Kontextinformationen aus Projektmanagement-Systemen wie Asana und Jira beziehen.

Wie Branchenberichte zeigen, soll Gemini damit nahtloser in bestehende Arbeitsabläufe von Unternehmen eingegliedert werden, anstatt als isoliertes Werkzeug zu agieren.

Schrittweiser Ausbau der Schnittstellenarchitektur

Der aktuellen Erweiterung gingen in den vergangenen Wochen bereits mehrere Ausbaustufen voraus. Am 15. September 2026 führte Google Workspace zunächst sieben MCP-Integrationen für Gemini ein, darunter für Asana, Atlassian Rovo, HubSpot, Mailchimp, QuickBooks, monday.com und Salesforce, die vorerst auf Lesezugriffe beschränkt waren.

Am 17. September 2026 folgte eine Erweiterung von Google Workspace Studio um aktive Workflows und Aktionen, beispielsweise das Verfassen von Kommentaren in Jira.

Weitere Anwendungen wie Airtable, Linear, PandaDoc und Zoho wurden am 23. September 2026 hinzugefügt, wobei die Verfügbarkeit je nach Konto und Markt variiert. Ergänzend ermöglicht das Google Cloud API Gateway seit dem 24. September 2026, herkömmliche REST-Operationen direkt als MCP-Werkzeuge bereitzustellen.

Neuer Gemini-Agent für komplexe Aufgaben

Im Rahmen der Veranstaltung Gemini at Work 2026 stellte Google Cloud zudem einen neuen Gemini-Agenten vor. Dieser soll Aufgaben über Stunden oder Tage hinweg planen und ausführen, mehrere Agenten koordinieren und den Kontext über verschiedene Anwendungen und Endgeräte hinweg aufrechterhalten.

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Die Ergebnisse liefert das System unter anderem direkt in Textdokumenten, E-Mails oder Entwicklungsumgebungen aus. Neben Modellen der eigenen Gemini-Reihe kann das System auch Claude-Modelle von Anthropic ansteuern; die Unterstützung weiterer externer Modelle ist angekündigt.

Technisch bindet der Agent Unternehmensdaten aus Google Workspace, Microsoft 365, Slack, Jira, Confluence, Git sowie Datenplattformen wie BigQuery, Databricks, Postgres und Snowflake ein. Als Einsatzumgebungen dienen neben Google Workspace und Gemini Enterprise auch Microsoft 365 und Slack.

In einer möglichen Konfiguration lässt sich dem Agenten ein eigenes Workspace-Konto mit E-Mail-Adresse, Kalender und Cloud-Speicher zuweisen. Google verweist in diesem Zusammenhang auf Sicherheitsvorkehrungen wie kryptografische Identitäten, Sandboxing, detaillierte Audit-Protokolle und Zugriffsrechte, die streng auf ausdrücklich freigegebene Daten begrenzt bleiben.

Ausgabenkontrolle und Branchenfokus

Für die Budgetverwaltung setzt Google auf automatische Modellorchestrierung, intelligentes Routing und Ausgabenlimits in Echtzeit, die den Agenten bei Erreichen eines festgelegten Budgets anhalten. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Tokenpreise seit 2024 um etwa 98 Prozent gesunken seien, während das KI-Volumen in Unternehmen stark gestiegen sei.

Zu den frühen Nutzern der Technologie zählen unter anderem On, Shopify und PayPal. Zudem befinden sich spezialisierte Branchenversionen für den Rechtsbereich und Finanzdienstleistungen in der Vorschau, letztere mit über 50 Fachfunktionen und Datenanbindungen an FactSet und LSEG. Weitere Fassungen für Behörden, das Gesundheitswesen und den Einzelhandel sind in Vorbereitung.

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Laut Sundar Pichai verzeichnet Gemini über eine Milliarde monatlich aktive Nutzer; fast 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen setzen Gemini Enterprise ein. Der universelle Agent steht derzeit jedoch nur ausgewählten Unternehmenskunden in einer privaten Vorabversion zur Verfügung, bevor er für breitere Kundengruppen freigeschaltet wird.

Einen konkreten Zeitplan für die allgemeine Markteinführung, Lizenzkosten oder unabhängige Zuverlässigkeitsprüfungen nannte Google bislang nicht. Die Aktien der Konzernmutter Alphabet legten vor dem US-Handelsstart um etwa 1,5 Prozent leicht zu.

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