Google Gemini: Kritische Lücke erlaubte Datenklau über Benachrichtigungen
05.06.2026 - 11:34:59 | boerse-global.de
Angreifer konnten den KI-Assistenten über normale Benachrichtigungen von WhatsApp, Slack, Signal oder Messenger manipulieren.
Die Experten von SafeBreach fanden heraus: Bösartige Anweisungen ließen sich unsichtbar in Nachrichten verstecken. Die KI führte sie dann im Hintergrund aus – ohne dass der Nutzer etwas merkte.
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Indirekte Prompt-Injection als Angriffsvektor
Die Technik heißt „Fake Context Alignment“. Sie nutzt aus, wie Gemini eingehende Benachrichtigungen verarbeitet. Für einen Angriff war keine Installation einer schädlichen App nötig.
Die Forscher zeigten ein konkretes Szenario: Eine harmlose Anfrage auf Englisch enthielt einen versteckten Befehl auf Chinesisch. Stimmte der Nutzer der Anfrage zu, führte Gemini im Hintergrund den versteckten Befehl aus.
Die Angreifer konnten so Kontakte extrahieren oder das Verhalten der KI dauerhaft verändern.
Datenklau und Gerätesteuerung möglich
Die Lücke war besonders gefährlich, weil Gemini tief in Android integriert ist. Angreifer hätten sensible Daten abgreifen, Kontakte vortäuschen oder den KI-Speicher mit Falschinformationen manipulieren können.
Noch alarmierender: Die Schwachstelle erlaubte die Steuerung von Smart-Home-Geräten oder das Starten von Videostreams und Zoom-Anrufen. Der Nutzer musste nicht einmal auf einen Link klicken – die reine Zustellung der Nachricht per SMS oder Instagram reichte aus.
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Google schließt Lücke serverseitig
Der Konzern reagierte schnell. Die Behebung erfolgte durch Verbesserungen an den Inhalts-Klassifikatoren von Gemini. Erste Korrekturen gab es bereits Ende 2025, die in den letzten Monaten weiter verfeinert wurden.
Bislang gibt es keine Hinweise auf aktive Angriffe vor der Schließung. Dennoch raten Experten: Prüft regelmäßig die Berechtigungen für KI-Assistenten und gewährt nur minimale Zugriffsrechte.
Gemini-Ökosystem wächst rasant
Die Sicherheitspanne kommt zu einem Zeitpunkt massiver Expansion. Google veröffentlichte kürzlich Gemma 4 12B – ein Modell mit 12 Milliarden Parametern für den lokalen Betrieb auf Laptops. Für Unternehmenskunden wurde „Ask Gemini in Drive“ erweitert, der Assistent durchsucht jetzt auch Gmail-Inhalte.
Parallel dazu lädt Chrome im Hintergrund bereits das Gemini-Nano-Modell für lokale KI-Funktionen auf Nutzergeräte.
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