Google, Earth

Google Earth: KI-Bildgenerator nach 24 Stunden wegen Deepfakes deaktiviert

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 03:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google deaktiviert das neue KI-Tool in Google Earth nach massivem Missbrauch durch Nutzer, die täuschend echte Katastrophen- und Krisenbilder erstellten. Strengere Schutzmaßnahmen sollen folgen.

Google stoppt KI-Bildfunktion in Earth nach Deepfake-Missbrauch
Digitale Satellitenansicht auf einem Monitor in einem Kontrollzentrum, die technische Störungen und KI-Fehler symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Google hat eine erst kürzlich eingeführte Funktion zur KI-gestützten Bildgenerierung in Google Earth nach weniger als 24 Stunden wieder deaktiviert. Das am 30. Juli 2026 gestartete Werkzeug „Create Image“, das auf dem KI-Modell Nano Banana 2 basierte, ermöglichte es Nutzern, täuschend echte georäumliche Fälschungen zu erstellen. Berichten zufolge wurde die Funktion bereits am 31. Juli 2026 zurückgezogen, nachdem Anwender binnen eines Tages zahlreiche Deepfakes von Katastrophen und politischen Krisenszenarien generiert und verbreitet hatten.

Geopolitische Fälschungen und Sicherheitsbedenken

Die Entscheidung zum Rückzug der Funktion folgte auf die Veröffentlichung von KI-generierten Bildern, die unter anderem Terroranschläge, einen Flugzeugabsturz auf das One World Trade Center in New York sowie einen umgestürzten Eiffelturm in Paris darstellten. Zudem kursierten Fälschungen einer Explosion in der französischen Hauptstadt, Aufnahmen eines Atomkraftwerks im Iran sowie Darstellungen von Flüchtlingen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko.

Interne Tests verschiedener Medienhäuser verdeutlichten die geringen Hürden für den Missbrauch der Technologie. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP erzeugten mit dem Tool erfolgreich Bilder einer fingierten Explosion in Paris und eines gefälschten iranischen Kernkraftwerks. Berichte der BBC zeigten auf, dass Warnhinweise des Systems umgangen werden konnten, um beispielsweise den Einsturz des Eiffelturms zu simulieren. Auch in Asien wurden Schwachstellen identifiziert: Tests von CNA ergaben keinerlei Einschränkungen bei der Erstellung gefälschter Satellitenbilder von strategisch wichtigen Orten in Singapur, darunter der Changi Airport und die Parkanlage Gardens by the Bay.

Anzeige

Wer sich mit den Gefahren durch manipulierte Inhalte und neue Technologien befasst, sollte auch die rechtlichen Pflichten für den eigenen Betrieb kennen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern

Technische Schutzmaßnahmen und Kritik von Experten

Die generierten Bilder waren laut Unternehmensangaben zwar mit unsichtbaren digitalen Wasserzeichen der SynthID-Technologie versehen und als KI-generiert gekennzeichnet. Experten für digitale Forensik sahen darin jedoch keinen ausreichenden Schutz. Der Fachmann Henk van Ess warnte bereits frühzeitig vor den erheblichen Desinformationsrisiken, die von einer so leicht zugänglichen Funktion zur Manipulation georäumlicher Daten ausgehen.

Google begründete die sofortige Einstellung des Dienstes mit schwerwiegenden Richtlinienverstößen durch die Nutzerschaft. Das Unternehmen erklärte hierzu, dass Nutzer der Plattform Google Earth ein besonderes Vertrauen entgegenbringen würden, weshalb man das Feature nun zurückrolle. Das Ziel sei die Implementierung deutlich strengerer Schutzmaßnahmen, bevor eine erneute Veröffentlichung in Erwägung gezogen werde.

Anzeige

Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, ihre IT-Infrastruktur proaktiv gegen moderne Bedrohungen abzusichern. Erfahren Sie im kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. Gratis-Ratgeber für proaktive IT-Sicherheit herunterladen

Hintergrund der Integration

Die Funktion „Create Image“ markierte einen Versuch, fortschrittliche generative KI-Modelle wie Nano Banana 2 direkt in bestehende Geodienste zu integrieren, um realistische Satellitenansichten nach Nutzeranweisungen zu erstellen. Die Geschwindigkeit, mit der Google die Funktion nach den ersten Missbrauchsfällen weltweit sperrte, unterstreicht die Sensibilität im Umgang mit KI-generierten Inhalten, die reale geografische Orte betreffen. Der Konzern versprach, die Sicherheitsvorkehrungen grundlegend zu überarbeiten, um künftige Manipulationen, die das öffentliche Vertrauen in geografische Informationssysteme untergraben könnten, zu verhindern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69909628 |