Google, DeepMind

Google DeepMind: Kavukcuoglu übernimmt nach Abgang von Vinyals und Le

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 21:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Weggang zweier Gemini-Leiter übernimmt Koray Kavukcuoglu die operative Führung von Google DeepMind. Die Aktie reagiert mit Verlusten.

Alphabet baut KI-Sparte um: Neuer DeepMind-Chef nach Forscher-Abgang
Moderner Serverraum mit leuchtend blauen Lichtern, die fortschrittliche KI-Infrastruktur darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Google-Mutterkonzern Alphabet reagiert auf den Abgang mehrerer Top-Forscher mit einer grundlegenden Neuorganisation seiner KI-Sparte. Ein neuer Mann übernimmt die operative Führung von Google DeepMind.

Der Umbau kommt nicht überraschend: Gleich zwei Co-Leiter des Gemini-Projekts, Oriol Vinyals und Quoc Le, verlassen das Unternehmen, um mit Jeff Dean – einem 27-jährigen Google-Veteranen und ehemaligem Chief Scientist – sowie Sanjay Ghemawat ein eigenes Start-up zu gründen. Das neue Unternehmen mit dem Namen Discovery Loop hat sich der Automatisierung wissenschaftlicher Methoden verschrieben und ist als gemeinnützige Public Benefit Corporation organisiert. Google bleibt dem Startup als Gründungsinvestor und Cloud-Partner verbunden, weitere Finanzierung kommt von Radical Ventures und Khosla Ventures.

Kavukcuoglu übernimmt operative Führung

Die Nachfolge ist bereits geregelt: Koray Kavukcuoglu wird neuer Senior Vice President von Google DeepMind und verantwortet künftig die Entwicklung des kommenden Modells Gemini 4. Er berichtet direkt an Konzernchef Sundar Pichai. Der bisherige DeepMind-CEO Demis Hassabis wechselt auf den Posten des Chairman der Einheit und wird zugleich Chief Scientist von Alphabet – ein Schritt, der ihm mehr strategischen Spielraum verschaffen dürfte.

Die Führungsrochade erfolgt in einer heiklen Phase. Gemini 4 hätte eigentlich schon im Juni erscheinen sollen, ist bislang aber nicht veröffentlicht worden. Auch das Modell Gemini 3.5 Pro hat sich Berichten zufolge um mehrere Monate verzögert. Die Konkurrenz schläft nicht – und Google kann sich weitere Verzögerungen bei seinen Flaggschiff-Modellen kaum leisten.

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Nutzerzahlen als Lichtblick

Trotz der Verzögerungen bleibt die Nachfrage enorm: Die Gemini-App verzeichnet über 950 Millionen monatlich aktive Nutzer, die offene Gemma-Modellfamilie wurde mehr als 900 Millionen Mal heruntergeladen. Erst Anfang dieser Woche, am 4. August, brachte das Unternehmen mit Gemini Omni ein multimodales Flaggschiff-Modell an den Start, das Texte, Bilder, Videos und Audio gleichzeitig verarbeiten kann.

An der Börse kam die Ankündigung der Führungsumbildung allerdings nicht gut an: Die Alphabet-Aktie verlor rund vier Prozent. Dabei hatten die jüngsten Quartalszahlen durchaus Positives gezeigt: Der Cloud-Umsatz stieg im zweiten Quartal um 82 Prozent auf umgerechnet rund 21 Milliarden Euro.

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Partnerschaften als Wachstumstreiber

Im Enterprise-Geschäft setzt Google weiter auf strategische Allianzen. Ende Juli vertieften Google Cloud und Oracle ihre Zusammenarbeit: Die Gemini-Modelle werden künftig in Oracle Fusion Cloud Applications und NetSuite integriert. Zum Einsatz kommen das kosteneffiziente Gemini 3.1 Flash-Lite für Standardaufgaben und das leistungsstärkere Gemini 3.5 Flash für komplexe Analyseprozesse.

Für deutsche Unternehmen dürfte vor allem die Oracle-Partnerschaft interessant sein – viele Mittelständler setzen hier auf die Cloud-Suiten des US-Konzerns. Die Integration von Gemini könnte ihnen den Einstieg in die KI-gestützte Prozessoptimierung erleichtern, ohne die Infrastruktur komplett umzustellen.

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