Google-Deal, Marvell

Google-Deal: Marvell erhält 12,2 Milliarden Dollar Optionspaket

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 03:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Marvell sichert sich Großauftrag von Google für KI-Chips. Optionsscheine ermöglichen Google eine Beteiligung von bis zu 7,7 Prozent am Chip-Hersteller.

Marvell erhält Milliardenauftrag von Google für KI-Chip-Designs
Ein hochmoderner Computerchip auf einem Labortisch in einem Halbleiter-Reinraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Halbleiterhersteller Marvell Technology hat einen bedeutenden Großauftrag von Google für die Entwicklung spezialisierter Designs für künstliche Intelligenz (KI) erhalten. Wie aus einer am 19. August 2026 veröffentlichten Vereinbarung hervorgeht, ist der Auftrag mit einer umfangreichen Finanzkomponente verknüpft: Google erhält Optionsscheine, die dem Technologiekonzern künftig eine signifikante Beteiligung an Marvell ermöglichen.

Umfangreiche Aktienoptionen an Umsatzziele geknüpft

Die Vereinbarung sieht vor, dass Marvell an Google eine Optionsanleihe (Warrant) für den Erwerb von bis zu 58.970.907 Aktien ausgibt. Der Ausübungspreis wurde auf 206,58 US-Dollar je Aktie festgelegt.

Bei einer vollständigen Inanspruchnahme der Optionen entspräche dies einer Investition von etwa 12,2 Milliarden US-Dollar. Damit könnte Google seinen Anteil an Marvell auf bis zu 7,7 % ausbauen, was aktuell rund 6,7 % der ausstehenden Aktien entspricht.

Die Struktur des Geschäfts orientiert sich an einem ähnlichen Modell, das Marvell bereits im Dezember 2024 mit Amazon Web Services (AWS) vereinbart hatte. Die Ausübung der nun gewährten Optionen ist an strikte Umsatzmeilensteine gebunden. Die Freigabe der Aktien erfolgt in insgesamt 240 Tranchen.

Jede dieser Tranchen ist mit einem Umsatz von 500 Millionen US-Dollar verknüpft, den Marvell aus der Zusammenarbeit mit Google generiert. Der vorgesehene Zeitraum für diese Meilensteine erstreckt sich vom dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 bis in das Geschäftsjahr 2033. Allein im ersten Jahr der Kooperation sollen bereits 1,36 Millionen Aktien freigegeben werden.

Fokus auf kundenspezifische KI-Hardware

Im Kern der technologischen Partnerschaft steht die Entwicklung kundenspezifischer Chips für Googles TPU-Ökosystem (Tensor Processing Unit). Die Zusammenarbeit umfasst ein breites Spektrum an Hardware-Komponenten, darunter KI-Inferenz-Beschleuniger, spezielle Speicherlösungen sowie Netzwerk- und Speicher-Controller. Auch Lösungen im Bereich des Near-Memory-Computing sind Teil der Vereinbarung.

Einer Pflichtmitteilung zufolge entwickelt Marvell für Google zudem einen KI-Beschleuniger unter dem internen Projektnamen „Frozen v2“. Analysten von KeyBanc wiesen zudem darauf hin, dass der Deal das Design eines KI-ASIC (Application-Specific Integrated Circuit) für Googles LPU-Projekt namens „Merope“ beinhalten könnte. Hierfür wird ein Umsatzpotenzial von 20 bis 25 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2028 und 2029 prognostiziert.

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Marktreaktionen und Wettbewerbsumfeld

Die Nachricht über den Großauftrag sorgte für erhebliche Bewegungen an den Finanzmärkten. Die Aktie von Marvell stieg am 19. August um 9,9 % auf 237,27 US-Dollar, nachdem sie im vorbörslichen Handel bereits Kursgewinne von über 11 % auf 241,88 US-Dollar verzeichnet hatte.

Marvells Position im Bereich der Rechenzentren ist zuletzt deutlich gewachsen; im Geschäftsjahr 2026 belief sich der Umsatz in diesem Segment auf rund 6,1 Milliarden US-Dollar, wobei das Geschäft mit kundenspezifischen Chips annualisiert etwa 1,5 Milliarden US-Dollar beisteuerte.

Gleichzeitig gerieten die Papiere des Wettbewerbers Broadcom unter Druck, dessen Aktie um etwa 4,64 % auf 362,38 US-Dollar nachgab. Broadcom unterhält bislang einen langfristigen Vertrag mit Google, der bis zum Jahr 2031 läuft.

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Branchenanalysten von RBC prognostizieren jedoch, dass Google im kommenden Jahr weiterhin TPUs im Wert von 80 bis 90 Milliarden US-Dollar von Broadcom und MediaTek beziehen wird. Die Aktie der Google-Mutter Alphabet (GOOGL) verzeichnete am Tag der Bekanntgabe einen leichten Rückgang von 0,5 % auf 342,50 US-Dollar.

Finanzexperten bewerten die Entwicklung für Marvell überwiegend positiv. Ein Analyst von RBC stufte die Aktie mit „Outperform“ ein, während ein Experte von Wells Fargo ein Kursziel von 240 US-Dollar formulierte. Die Partnerschaft unterstreicht die zunehmende Bestrebung großer Cloud-Anbieter, ihre Hardware-Infrastruktur durch kundenspezifische Designs unabhängiger und effizienter zu gestalten.

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