Google Cloud: +82 Prozent Wachstum, 460 Milliarden Euro Pipeline
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und die Analystenerwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 24 Prozent auf umgerechnet rund 107 Milliarden Euro. Haupttreiber: das explosionsartige Wachstum der Google Cloud und die zunehmende Integration Künstlicher Intelligenz in Suche und Werbung.
Cloud-Geschäft als Wachstumslokomotive
Die Google Cloud entwickelte sich zum Star des Quartals: Der Umsatz schoss um 82 Prozent auf rund 22 Milliarden Euro nach oben. Das operative Ergebnis verbesserte sich drastisch von 2,5 Milliarden auf 7,9 Milliarden Euro – eine Marge von fast 36 Prozent. Besonders beeindruckend: Der Auftragsbestand der Cloud-Sparte beläuft sich auf umgerechnet 460 Milliarden Euro. Ein klares Signal, dass Unternehmen langfristig auf Googles Infrastruktur setzen.
Die Nachfrage nach KI-Diensten ist enorm: 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen nutzen inzwischen Gemini Enterprise. Rund 500 Großkunden verarbeiten mehr als eine Billion Tokens – die grundlegenden Datenbausteine für KI-Modelle. Um diesen Bedarf zu decken, setzt Alphabet verstärkt auf eigene Chip-Architekturen wie die Virgo-Netzwerke und die Axion-CPUs.
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Gemini-Ökosystem auf Rekordkurs
Alphabets KI-Strategie dreht sich um das Gemini-Ökosystem – und das wächst rasant. Die Gemini-App zählt monatlich 950 Millionen aktive Nutzer. Der „KI-Modus“ hat sogar die Milliardengrenze übersprungen. Die technische Durchsatzkapazität liegt bei 22 Milliarden Tokens pro Minute.
Konzernchef Sundar Pichai gab zudem bekannt, dass das Training für Gemini 4 bereits begonnen hat. Es folgt auf die jüngste Modelloffensive mit Gemini 3.6 Flash, 3.5 Flash-Lite und 3.5 Flash Cyber. Auch das neue Omni-Modell und das Entwicklerkit Agent Dev Kit (70 Millionen Downloads) sind Teil der Strategie. Im Werbegeschäft setzen bereits 500.000 Kunden auf die KI-Plattform AI Max – mit Konversionssteigerungen von bis zu 50 Prozent.
Milliarden für die Infrastruktur – freier Cashflow unter Druck
Die Kehrseite des KI-Booms: Alphabet hat seine Investitionen drastisch erhöht. Die Kapitalausgaben verdoppelten sich im Quartal auf rund 40 Milliarden Euro. Die Folge: ein negativer freier Cashflow von etwa 5,3 Milliarden Euro – trotz einer Liquidität von 217 Milliarden Euro.
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Für das Gesamtjahr 2026 hebt der Konzern die Prognose auf 175 bis 184 Milliarden Euro an. Und 2027 könnte es noch teurer werden. Das Problem: Die benötigte KI-Hardware ist knapp. Alphabet muss im dritten Quartal auf externe Anbieter ausweichen, bis die eigenen Rechenzentren vollständig laufen. Das drückt vorübergehend auf die operative Marge.
Gewinnsprung durch SpaceX-Börsengang
Der Nettogewinn schnellte auf umgerechnet 100 Milliarden Euro – ein Wert, der durch einen außerordentlichen Buchgewinn von 89 Milliarden Euro aus dem Börsengang von SpaceX verzerrt wird. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug 9,11 Euro.
Das Kerngeschäft läuft solide: Die Google-Suche legte um 17 Prozent auf 56,7 Milliarden Euro zu. Rückenwind kam von der Fußball-Weltmeisterschaft, die auf YouTube 1,7 Milliarden einzigartige Zuschauer anzog.
Nebenwetten zahlen sich aus
Alphabets „Other Bets“ zeigen erste Erfolge:
* Waymo: Das Robotaxi-Projekt skaliert über die Oasis-Plattform.
* Wing: Der Drohnen-Lieferservice erreichte die Marke von einer Million Auslieferungen.
* Isomorphic Labs: Das Pharma-KI-Startup sammelte 1,8 Milliarden Euro ein.
Alphabet erklärte eine Dividende von 0,20 Euro pro Aktie, zahlbar am 14. September 2026. Trotz der starken Zahlen gab die Aktie im nachbörslichen Handel um vier Prozent nach. Anleger zeigen sich besorgt über die massiven Investitionen und den negativen Cashflow. Zudem belastet eine rechtskräftige EU-Kartellstrafe von 3,7 Milliarden Euro die Bilanz.
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