Google-Beschluss, Android-Öffnung

Google-Beschluss: EU zwingt Android-Öffnung für ChatGPT und Claude

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 14:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission verpflichtet Google, elf Android-Kernfunktionen für KI-Rivalen wie ChatGPT zu öffnen, um den Wettbewerb zu stärken.

EU zwingt Google: Android-Öffnung für KI-Konkurrenten
Smartphone-Bildschirm mit mehreren vernetzten KI-Assistenten-Logos, verschwommenem Hintergrund digitaler Datenflüsse und dezentem EU-Flag. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission hat Google per Beschluss verpflichtet, rivalisierenden KI-Assistenten denselben Systemzugriff zu gewähren wie der eigenen Plattform Gemini. Die am 16. Juli 2026 erlassenen Verfügungen stützen sich auf den Digital Markets Act (DMA) und zielen darauf ab, den Wettbewerb auf dem Markt für künstliche Intelligenz zu beleben.

Elf Android-Funktionen müssen geöffnet werden

Konkret muss Google elf zentrale Android-Funktionen für Drittanbieter öffnen. Dienste wie ChatGPT, Perplexity und Claude erhalten damit denselben Zugriff auf Hardware- und Software-Schnittstellen, der bislang Gemini vorbehalten war. Betroffen sind tiefe Systemintegrationen wie Sprachaktivierung, geräteübergreifende Aktionen sowie der direkte Zugriff auf Mikrofon, Kamera und Bildschirm.

Die Entscheidung betrifft eine gewaltige Nutzerbasis: Weltweit laufen rund fünf Milliarden Smartphones mit Android oder iOS. Die EU-Kommission will sicherstellen, dass Verbraucher eine echte Wahl zwischen verschiedenen KI-Diensten haben – und nicht automatisch zum vorinstallierten Systemassistenten gelenkt werden.

Strenge Fristen für Datenweitergabe

Die Brüsseler Behörde hat klare Zeitvorgaben gemacht. Bereits ab Januar 2027 muss Google anonymisierte Suchdaten mit konkurrierenden KI-Anbietern teilen. Dieser Schritt soll kleineren Unternehmen helfen, die nicht über Googles enorme Datenressourcen für das Training ihrer KI-Modelle verfügen.

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Für die Hardware- und Software-Integration gilt eine Frist bis August 2027. Dann muss die volle Interoperabilität innerhalb von Android 18 gewährleistet sein. Insidern zufolge könnten sich bestimmte Umsetzungen sogar bis 2028 hinziehen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Google warnt vor Sicherheitsrisiken

Der US-Konzern wehrt sich vehement gegen die Auflagen. Google-Manager Kent Walker warnte, die Öffnung tiefer Systemfunktionen für Drittanbieter könne die Privatsphäre der Nutzer gefährden und die Gerätesicherheit untergraben. Externe Anwendungen erhielten dann Zugriff auf Bildschirm und Mikrofon – ein potenzielles Einfallstor für Datenmissbrauch.

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Die Entscheidung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Bereits am 22. Juli 2026 will Samsung seine Galaxy Glasses vorstellen – ein Produkt, das Berichten zufolge stark auf Gemini setzt. Branchenbeobachter spekulieren, dass die EU-Intervention den exklusiven Wert solcher Hardware-Software-Partnerschaften schmälern könnte.

Weitere juristische Niederlagen für Google

Der jüngste Beschluss reiht sich in eine Serie regulatorischer Niederlagen für den Suchmaschinenriesen ein. Erst Anfang Juli bestätigte ein EU-Gericht eine 4,1 Milliarden Euro schwere Kartellstrafe gegen Google. Parallel dazu befindet sich Apple Berichten zufolge in Vergleichsgesprächen mit dem US-Justizministerium – ebenfalls wegen Wettbewerbsverstößen im Bereich mobiler Ökosysteme und digitaler Dienste.

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