Google Assistant endet: Gemini übernimmt ab 4. September
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Künstliche Intelligenz verändert rasant, wie wir arbeiten, lernen und kommunizieren. Vom Smartphone-Assistenten bis zur Steuerverwaltung: Die Technologie wird allgegenwärtig. Doch die Entwicklung wirft auch Fragen zu Sicherheit und Kontrolle auf.
Google verabschiedet sich vom Assistant
Ein einschneidender Schritt: Google ersetzt seinen bisherigen Assistant komplett durch das KI-Modell Gemini. Ab dem 4. September 2026 läuft die Umstellung auf Android-Smartphones, Tablets und Wear-OS-Geräten. Auch Kopfhörer und Android Auto sind betroffen.
Die Zahlen dahinter sind beeindruckend: Gemini verzeichnet bereits rund 950 Millionen monatliche Nutzer. Während Basisfunktionen ab Android 9 und 2 GB Arbeitsspeicher laufen, brauchen fortschrittliche On-Device-Modelle wie Gemini Nano Flaggschiff-Hardware mit bis zu 12 GB RAM. Anfang August kamen zudem neue Smart-Home-Komponenten auf den Markt, die KI-Funktionen direkt integrieren.
Mittelstand zieht nach
Die deutsche Wirtschaft holt auf: Rund 40 Prozent der Unternehmen nutzen inzwischen KI-Anwendungen. Das entspricht einem Plus von 118 Prozent gegenüber 2024, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Verbands eco zeigt. Überraschend: Auch kleine Betriebe mit unter 50 Mitarbeitenden liegen bei knapp 40 Prozent.
Doch 60 Prozent der Unternehmen verzichten weiterhin auf KI. Die Gründe: fehlende Relevanz fürs eigene Geschäftsmodell (61 Prozent), zu wenig Personal (34 Prozent) und Datenschutzbedenken (29 Prozent). Am Arbeitsmarkt steigt der Druck trotzdem – der Anteil der Industrie-Stellenanzeigen mit KI-Anforderungen wuchs von 10 Prozent (2019–2022) auf 17 Prozent im Jahr 2025.
Da immer mehr Unternehmen auf künstliche Intelligenz setzen, rücken auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in den Fokus. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
KI in Amt und Weiterbildung
Auch die Verwaltung testet KI-Lösungen. In Nordrhein-Westfalen läuft seit Juni 2026 ein Praxistest des Chatbots FinAssist.NRW in drei Finanzämtern. Das System bearbeitet unkritische Fälle und läuft im eigenen Rechenzentrum – sensible Daten bleiben im internen Netzwerk. Über 30.000 Beschäftigte nutzen die Lösung bereits.
Im Bereich Weiterbildung präsentierte Skillsoft Anfang August ein KI-gestütztes Coaching-Tool auf seiner Percipio-Plattform. Es basiert auf professionellen Coaching-Prinzipien und verbindet Lernen mit praktischer Übung.
Autonome Agenten: Fluch oder Segen?
Die Entwicklung geht weiter: von assistierenden Systemen hin zu KI-Agenten, die eigenständig handeln. Theus Hossmann, CTO von Ontinue, beschreibt eine Evolution in Phasen – von unterstützender KI über Beratung bis zu delegierten Aktionen.
Das birgt Risiken. Auf der Konferenz Black Hat 2026 wurde ein System vorgestellt, das autonome KI-Agenten in Echtzeit überwacht. 58 Prozent der Cybersecurity-Führungskräfte beobachten bereits eigenständig handelnde KI-Agenten, 52 Prozent halten die Regulierung für unzureichend.
Wer sich mit der Einführung autonomer Systeme befasst, muss die neuen gesetzlichen Regeln für Hochrisiko-KI genau kennen. Ein aktueller Gratis-Report klärt darüber auf, was Unternehmen jetzt konkret tun müssen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Bauministerin Theresa Schopper fordert deshalb verbindliche EU-Regeln. Der Mensch müsse stets die Kontrolle behalten. Bei kostenpflichtigen Aktionen oder Verträgen seien Kennzeichnungen, Preislimits und manuelle Bestätigungen nötig. Die nachweisbare Verantwortlichkeit beim KI-Einsatz werde zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil, heißt es in einem aktuellen Bericht von Optro.
