Google Assistant: Aus zum 4. September, Gemini übernimmt
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 08:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google treibt die Ablösung des klassischen Google Assistant durch die KI-Plattform Gemini weiter voran. Ein neuer, KI-basierter Einrichtungsassistent soll künftig durch die Ersteinrichtung von Android-Geräten führen.
Der US-Konzern testet derzeit eine neue Funktion, die Nutzer nach dem ersten Login mit personalisierten Empfehlungen durch die Gerätekonfiguration begleitet. Die Entdeckung stammt aus Beta-Versionen der Google Play Services, die Ende Juli veröffentlicht wurden. Für deutsche Nutzer bedeutet das: Die Ära des klassischen Google Assistant neigt sich endgültig dem Ende zu.
Personalisierte Einrichtung per KI
Der neue Setup-Assistent, der in der Beta-Version 26.30.31 der Play Services identifiziert wurde, unterscheidet sich grundlegend von früheren Einrichtungsprozessen. Nach der Anmeldung mit dem Google-Konto erhalten Nutzer sofort maßgeschneiderte Vorschläge. Das System fordert unter anderem dazu auf, Wiederherstellungsinformationen zu bestätigen, digitale Geldbörsen einzurichten und die Lieferadresse zu verifizieren.
Ein zentrales Element ist das Eingabefeld „Ask Gemini“. Damit können Nutzer während der Ersteinrichtung direkt Fragen an die KI stellen oder Geräteeinstellungen personalisieren. Auch App-Empfehlungen werden individuell angepasst. Der gesamte Prozess wirkt dadurch weniger wie ein starres Formular, sondern eher wie ein Dialog mit einem digitalen Assistenten.
Das Aus für den Google Assistant
Die Einführung des neuen Assistenten fällt mit einem einschneidenden Wechsel zusammen: Am 4. September 2026 stellt Google den klassischen Assistant auf Android, Wear OS und verbundenen Kopfhörern ein. Die Umstellung soll sich über mehrere Wochen erstrecken, danach übernimmt Gemini als Standard-Assistent.
Wer künftig „Hey Google“ sagt oder den Power-Button gedrückt hält, aktiviert damit Gemini statt des bisherigen Assistant. Ausnahmen gelten nur für ältere Geräte, die die technischen Anforderungen nicht erfüllen, sowie für Regionen, in denen Gemini noch nicht verfügbar ist. Für Nutzer hierzulande dürfte der Wechsel in den meisten Fällen nahtlos verlaufen.
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Bündelung der KI-Entwicklungstools
Parallel zur Assistant-Ablösung strafft Google sein KI-Angebot für Entwickler. Am 31. Juli 2026 bestätigte das Unternehmen die Einstellung der eigenständigen AI-Studio-Mobile-App – obwohl sich rund 800.000 Nutzer aus 168 Ländern vorab registriert hatten. Die Funktionen werden stattdessen direkt in das Gemini-Ökosystem integriert.
Der Schritt zielt darauf ab, die generativen KI-Werkzeuge zu zentralisieren. Einen konkreten Zeitplan für die vollständige Integration gibt es bislang nicht. Die Web-Version von AI Studio bleibt für Entwicklungszwecke weiterhin verfügbar. Für Entwickler, die auf die Mobile-App gesetzt hatten, bedeutet das eine Umstellung auf die Web-Umgebung.
Gemini wird vielseitiger
Die Expansion von Gemini geht über die Geräteeinrichtung hinaus. In den vergangenen Tagen testete Google maßgeschneiderte KI-Agenten in der Android-App. Diese nutzen Vorlagen für spezifische Aufgaben wie Nachhilfe, Finanzverwaltung oder Marketing. Was bisher Unternehmens-Kunden am Desktop vorbehalten war, hält damit Einzug auf dem Smartphone.
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Auch die Automatisierung schreitet voran: Die aktuelle Beta von Android 17 (QPR2 Beta 2) enthält neue Einstellungen für „Associated Devices“. Diese ermöglichen gerätespezifische UI-Automation und die Synchronisierung persönlicher Kontexte. Das soll Gemini dabei helfen, nahtlos mit vertrauten Geräten im eigenen Netzwerk zu interagieren – etwa für automatische Aufgaben oder den Datenaustausch zwischen Smartphone, Tablet und Laptop.
Zudem weitet Google Gemini Spark aus, das kürzlich als Beta für macOS in den USA startete. Die KI kann dort lokale Dateien organisieren und mit Produktivitätstools wie Google Tasks und Keep zusammenarbeiten. Künftige Updates sollen erweiterte Web-Automation ermöglichen, etwa die Verwaltung von Reisebuchungen über Chrome – vorausgesetzt, der Nutzer erteilt die entsprechende Zahlungsfreigabe.
